• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 07:00 Uhr Nachrichten
18.11.2016

Forschungskooperationen EU-Wissenschaftler sollen auch nach dem Brexit im Vereinigten Königreich forschen dürfen

Diese Empfehlung an die britische Regierung geht aus einem Bericht hervor, den das Wissenschafts-und Technologie-Komitee des Unterhauses des britischen Parlaments heute veröffentlicht hat.

Mit einer solchen Garantie soll die Unsicherheit für rund 31.000 Universitätsangehörige beendet werden, die seit dem EU-Referendum im Juni entstanden ist, bei dem sich die Mehrheit im Vereinigten Königreich für einen EU-Austritt ausgesprochen hatte.

Rund 15 Prozent aller universitären Mitarbeiter im Vereinigten Königreich sind demnach EU-Bürger und damit direkt von den Folgen eines britischen EU-Austritts betroffen.

Um den Forschungsstandard zu halten, müsse die Regierung zudem zukünftig drei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Wissenschaft und Forschung aufbringen.

2014 waren es nur 1,7 Prozent. Damit lagen die Ausgaben noch unterhalb des EU-weiten Durchschnitts, der bei zwei Prozent lag.

Quelle: Nature

Medizin Forscher entwickeln ein neues Langzeitmedikament

Je länger und zeitlich akkurater ein Medikament eingenommen werden muss, desto problematischer ist die Umsetzung. Einen neuen Ansatz dazu präsentieren Wissenschaftler vom MIT im Fachblatt Science Transnational Medicine.

Sie haben eine Kapsel entwickelt, die sich im Magen sternförmig entfaltet, dadurch nicht weiter transportiert werden kann und ihren Wirkstoff gleichmäßig über Monate hinweg abgibt. In ersten Tests mit Schweinen erwies sich das System demnach als zuverlässig und verträglich.

Sobald der Wirkstoff aufgebraucht ist, zersetzt sich die Kapsel und kann verdaut werden.

Eingesetzt werden könnte die neue Methode für Mittel gegen HIV, Tuberkulose, neurodegenerative Erkrankungen und Malaria, so die Studienautoren.

Quelle: Science Transnational Medicine

Neuer Photorezeptor Rundwürmer können besser sehen als Menschen,

auch wenn die millimeterlangen Vertreter von C. elegans keine Augen besitzen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt CELL. 2008 hatten die Wissenschaftler entdeckt, dass sich die Rundwürmer von UV-Strahlen abwenden.

Bei weiteren Experimenten sahen die Forscher, dass es sich bei dem verantwortlichen Protein für die Lichterkennung um keine der bislang bekannten Photorezeptoren - Opsin oder Cryptochrom - handelte.

Stattdessen entdeckten die Wissenschaftler eine Empfindlichkeit bei LITE-1 aus einer Familie der Geschmacksrezeptorproteine.

Weitere Versuche zeigten, dass es sich bei LITE-1 tatsächlich um eine völlig neue Art von Photorezeptor handelt. Dieser reagiert zwischen 10 und 100 Mal stärker auf UV-Licht als das menschliche Auge bei der Detektion von Licht im sichtbaren Spektrum.

Quelle: CELL

Paläontologie Das Zwerchfell ist älter als gedacht

Bisher gingen Forscher davon aus, dass das Zwerchfell eine säugetiereigene Entwicklung ist. Jetzt haben Paläontologen aus Bonn die Atmung bei Caseiden untersucht. Dabei sahen sie, dass diese säugetierähnlichen Reptilien vor rund 300 bis 250 Millionen Jahren ebenfalls schon typische Merkmale der Atemmuskeln zeigten.

Das Zwerchfell war bei diesen Tieren offenbar notwendig, um - trotz eines fassartigen Körpers - zusätzlich zur Rippenbewegung mit einer Art "Hilfsmotor" atmen zu können. Wie die Forscher in den Annals of the New York Academy of Sciences schreiben, ist das Zwerchfell damit rund 50 Millionen Jahre früher entstanden als bislang angenommen.

Quelle: Annals of the New York Academy of Sciences

Erdbeben Neuseeland ist enger zusammengerückt

Das schwere Erdbeben in Neuseeland diese Woche hat die beiden Hauptinseln näher aneinanderrücken lassen. Nach Angaben der Erdbebenwarte GeoNet hat sich bei Cape Campbell auf der Südinsel der Abstand zur Nordinsel aufgrund der Landverschiebungen um rund zwei Meter verringert.

Satellitengestützte GPS-Daten haben zudem gezeigt, dass der stark betroffene Ort Kaikoura auf der Südinsel um rund 70 Zentimeter angehoben worden sei.

Das Erdbeben in der Nacht zum Montag hatte nach offiziellen Angaben eine Stärke von 7,8. Bei dem Beben starben zwei Menschen.

Das Zentrum des Bebens lag nördlich von Christchurch auf der Südinsel. 2011 hatte ein schweres Erdbeben dort 185 Menschen getötet.

Quelle: GeoNet

Raumfahrt Auf der ISS wird rotiert

Heute Morgen ist eine Sojus-Raumkapsel am Weltraumbahnhof Baikonur mit drei neuen Besatzungsmitgliedern zur Internationalen Raumstation gestartet. Die drei Raumfahrer werden am Sonntag ankommen, komplettieren dann die 50. Besatzung der ISS und werden dort rund ein halbes Jahr leben und arbeiten.

Dazu gehört auch die Amerikanerin Peggy Whitson, die im Februar ihren 57. Geburtstag im Weltall feiern wird. Damit gilt sie als die bisher älteste Raumfahrerin.

Heute kehrte auch das Raumschiff "Shenzhou 11" nach dem bisher längsten bemannten Raumflug Chinas wieder zur Erde zurück. Die Kapsel mit zwei Astronauten an Bord setzte planmäßig in der Inneren Mongolei auf, wie auf Live-Bildern des Staatssender CCTV zu sehen war.

Quelle: Agenturen

17.11.2016

Genetik Forscher entdecken das Struwel

Im American Journal of Human Genetics beschreiben Humangenetiker aus Bonn und Toulouse, wie Mutationen in drei Genen dazu führen, dass sich die Quervernetzung der Haarproteine verändert. Dadurch haben Betroffene extrem krauses, trockenes Haar, das sich so gut wie nicht kämmen lässt. Aus den gefundenen Mutationen lassen sich außerdem Erkenntnisse über die Bildung gesunder Haare ableiten.

Menschen mit dem Syndrom der unkämmbaren Haare haben keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Das Syndrom ist in der Kindheit am stärksten ausgeprägt und verringern sich mit der Zeit.

Quelle: Journal of Human Genetics

Schlupflöcher ausgenutzt Realer Kraftstoffverbrauch von Autos oft deutlich höher als von Herstellern angegeben

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des International Council on Clean Transportation, kurz ICCT, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Mit rund 42 Prozent weichen der tatsächliche Verbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß von PKW deutlich stärker von den offiziellen Angaben ab als bei der letzten Untersuchung vor drei Jahren.

Der Hauptgrund für die Abweichungen sei, dass Autohersteller systematisch Schlupflöcher in bestehenden Regulierungen ausnützten.

Für die Studie wurden Daten für etwa eine Millionen Fahrzeuge in sieben Europäischen Ländern ausgewertet. Quellen waren unter anderem Angaben von Autobesitzern im Internet, von Leasingfirmen oder Automagazinen.

Das ICCT ist eine gemeinnützige Organisation, die die Umweltverträglichkeit des Verkehrs verbessern will.

Quelle: AFPD/ICCT

Astronomie Göttinger Forscher finden den rundesten Stern des Weltalls

Astronomen vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung haben das rundeste bisher vermessene Objekt des Alls entdeckt. Der langsam rotierende Stern mit dem Namen Kepler 11145123 ist etwa 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt und gut zweimal so groß wie die Sonne. Ihren Fund beschreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science Advances.

Die Form von Sternen hängt von mehreren Faktoren ab, eine davon ist die Zentrifugalkraft. Je schneller ein Stern rotiert, desto flacher wird er.

Entdeckt haben die Wissenschaftler den kugelrunden Stern zufällig bei Auswertungen von Aufnahmen des Weltraumteleskops Kepler der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA.

Quelle: Science Advances

Archäologie Die Pyramide des Kukulćan ist in mehreren Schichten gebaut

Das haben Geophysiker der Universität Mexiko bei Untersuchungen der Pyramide von Chićhen Itźa entdeckt. Mithilfe von Tomographen fanden die Wissenschaftler eine etwa zehn Meter hohe Pyramide innerhalb der Pyramide.

Damit ist klar, dass das Bauwerk in mindestens drei Etappen errichtet wurde. Zwischen der äußeren und der jetzt gefundenen, gibt es eine weitere, etwa 20 Meter hohe Schicht. Die jetzt gefundene Pyramide ist die älteste. Sie wurde vermutlich zwischen 550 und 800 nach Christus erbaut.

Quelle: AFPD

Zoologie Der Apotheker-Skink hat einen eingebauten Luftfilter

Der Apotheker-Skink, eine glatt-geschuppte Echse, verbringt den Großteil seines Lebens in Sand eingegraben, um der Hitze in der Wüste Nordafrikas zu entgehen. Um dabei nicht an Sand zu ersticken, hat er einen speziellen Atemrythmus entwickelt, der es ihm erlaubt, die Luft zu filtern, bevor sie die Lunge erreicht.

Das haben Biologen von der Universität Linz herausgefunden. Ihre Ergebnisse beschreiben sie im Journal of Experimental Biology.

Dabei dient eine Erweiterung in den Atemwegen, die mit feinen Härchen und Schleim ausgekleidet ist, als Sand-Falle. Atmet der Skink langsam ein, verlangsamt sich an dieser Stelle der Luftstrom so stark, dass mitgeführte Sandkörner herunterfallen und in den Härchen hängen bleiben.

Durch heftiges, stoßweises Ausatmen befördert der Skink den Sand dann wieder nach draußen.

Quelle: JEB

Umweltkatastrophe Das Öl aus der Deepwater Horizon-Katrastrophe hat die Nahrungskette an Land erreicht

Das berichten Ökologen aus Louisiana in den Environmental Research Letters. Sie fanden im Magen und im Gefieder von Strand-Ammern, die im Marschland am Golf von Mexiko leben, Kohlenstoff, der dieselbe chemische Signatur aufweist wie das Öl, das bei dem Unfall der Bohrplattform im Frühjahr 2010 entwichen war.

Das zeige, dass die Vögel das Öl in ihre Gewebe aufgenommen haben, schreiben die Forscher. Damit sei die Grenze zwischen den Nahrungsketten im Wasser und an Land übersprungen und ein weiteres Ökosystem von der giftigen Wirkung des Öls betroffen.

Quelle: Environmental Research Letters

Astronomie Der Pluto liegt auf der Seite

Zu diesem Schluss kommen amerikanische Astronomen in zwei Studien, die zeitgleich im Fachmagazin Nature erschienen sind. Die Forscher waren der Frage nachgegangen, warum die Tombaugh-Region, ein großer herzförmiger Klecks auf der Oberfläche des Zwergplaneten, genau abgewandt von Plutos größtem Mond Charon liegt.

Ihre Theorie: die Region ist ein riesiger Krater, der sich nach seiner Entstehung mit gefrorenem Stickstoff und Eis gefüllt haben könnte. Das zusätzliche Gewicht sowie die Anziehungskraft von Charon und die Fliehkraft drehten die Oberfläche des Pluto dann um etwa 60 Grad, bis die größere Masse am Äquator zu liegen kam.

Uneinig sind die Forscher darüber, wie lange Pluto für die Drehung gebraucht hat. Während die Autoren der einen Studie von einer schnellen Bewegung in wenigen tausend Jahre ausgehen, vermuten ihre Kollegen, dass Pluto mindestens eine Millionen Jahre gebraucht hat, um seine heutige Orientierung zu erreichen.

Quelle: Nature

16.11.2016

Medizin Vitamin D schützt Senioren vor Atemwegserkrankungen

Das legt eine Studie von US-Medizinern nahe, die im "Journal of the American Geriatrics Society" erschienen ist. Die Forscher haben über Einhundert Patienten in Altersheimen untersucht.

Etwa die Hälfte von ihnen bekamen hohe Dosen Vitamin D verabreicht. Nach einem Jahr zeigte sich: Diese Patienten steckten sich 40 Prozent seltener mit Atemwegserkrankungen an.

Die Entdeckung könnte Leben retten, denn bei den Atemwegserkrankungen handelt es sich oft um Virusinfektionen, die schwer zu behandeln sind, heißt es von den Forschern. Doch zunächst müsse diese positive Wirkung von Vitamin D in weiteren Studien bestätig werden.

Quelle: EUREKALERT

Ornithologie Kakadus sind geschickte Werkzeugbauer

Forscher aus Österreich und dem Vereinigen Königreich haben Goffinkakadus Futter in einer durchsichtigen Box mit einem kleinen Loch vorgesetzt. Die Tiere kamen nicht direkt an das Futter, jedoch bekamen sie Holz, Zweige, Pappe und Bienenwachs.

Mit dem Wachs konnten sie nichts anfangen, aber sie schafften es, sich Werkzeuge aus den anderen Materialen zu bauen, um an das Futter zu kommen. Aus dem Holz bissen sie etwa passende Splitter heraus. Aus der Pappe schnitten sie aufwendig Streifen mit dem Schnabel, schreiben die Forscher in den "Biology Letters".

In freier Wildbahn nutzen diese Kakadus keine Werkzeuge. Das Experiment zeigt, dass die Tiere keinen erlernten oder vererbten Mustern folgten, sondern spielerisch dazulernen und so neue Probleme lösen.

Quelle: Biology Letters

Naturschutz Lichttherapie könnte Bienenvölker schützen

Und zwar vor Neonicotinoiden. Diese Insektizide werden in der Landwirtschaft genutzt und stehen im Verdacht, den Energiehaushalt der Bienen empfindlich zu stören.

Britische Forscher haben für ihr Experiment zwei Bienenstöcke diesen Insektiziden ausgesetzt. In einem der Stöcke haben sie zusätzlich eine Infrarot-Lampe angebracht, die jeden Tag 30 Minuten lang leuchtete. Die Bienen ohne dieses Licht starben schneller und bewegten sich weniger als üblich. Die Bienen aus dem Stock mit Infrarot-Lampe hingegen waren genau so gesund wie Tiere, die nicht mit Insektiziden vergiftet worden waren.

Das Verhalten der Tiere wurde durch das Licht nicht verändert, notieren die Wissenschaftler im Online-Magazin "Plos One". Die Methode könnte also irgendwann dazu dienen, Bienen zu schützen.

Quelle: Plos One

Ammoniak Kot von Seevögeln kühlt die Arktis

Diesen - wenn auch sehr schwachen - Zusammenhang haben Forscher aus Kanada, Schweden und den USA aufgezeigt. Grund ist das Ammoniak, das in den Exkrementen der Seevögel enthalten ist.

Das Ammoniak führt dazu, dass sich mehr Partikel in der Luft bilden. Die wiederum sorgen dafür, dass mehr Wolken entstehen, die die Arktis kühlen.

Wenn die Zugvögel im Sommer in die Arktis kommen, fördern sie mit ihrem Kot somit die Wolkenbildung. Das haben Beobachtungen und Computersimulationen ergeben, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Communications".

Quelle: Nature

Ornithologie Gecko-Füße sind jetzt hitzebeständig

Zumindest haben Forscher aus den USA ein haftendes Material nach dem Vorbild der Gecko-Füße entwickelt, das extrem hohen und auch niedrigen Temperaturen wiedersteht.

Es ist aus vertikal ausgerichteten Karbon-Nanoröhrchen aufgebaut. Die Spitzen der Röhrchen sind gebündelt und ahmen die winzigen Haar-Strukturen nach, die den Gecko-Füßen ihre Haftkraft verleihen. Im Fachblatt "Nature Communications" schreiben die Forscher, dass ihr Material bei Temperaturen von knapp minus 200 bis plus 1000 Grad Celsius haftet.

Somit könnte man es etwa in der Raumfahrt verwenden. Bauteile im All müssen tiefen Temperaturen im Schatten genauso wie hohen Temperaturen bei direkter Sonneneinstrahlung trotzen.

Außerdem leitet das haftende Material Strom. Somit könnte es dazu verwendet werden, elektrische Bauteile zu verbinden.

Was die Haftkraft anbelangt, ist das Material in etwa so gut wie kommerzielles Klebeband.

Quelle: Nature

15.11.2016

Untersee-Eruptionen Geologen betrachten ein "Henne-Ei-Problem"

Bislang war unklar, wie genau Magmaausbrüche am mittelozeanischen Rücken verlaufen. Jetzt berichten Forscher der Columbia Universität in New York, dass die treibende Kraft am Meeresgrund nicht nur das aufsteigende Magma ist, wie sich bei einer Untersee-Eruption zeigte.

Stattdessen könnte auch die Tektonik einen großen Anteil an diesem Prozess haben, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE.

Die auseinanderweichenden Platten reißen demnach zuerst den Meeresgrund auf und erst danach quillt die Lava hervor, die alsbald abkühlt und die langgezogenen Krusten formt.

Quelle: NATURE

Jungsteinzeit Wachsmodelle gab es schon vor 6.000 Jahren

Merhgarh im heutigen Pakistan gehört zu den wichtigsten Plätzen der Jungsteinzeit. Bekannt für die Gegend ist ein 6.000 Jahre altes Kupfer-Artefakt. Das Amulett gilt als einer der ersten Belege früher Metallverarbeitung.

Wissenschaftler vom französischen CNRS haben das Amulett mithilfe der so genannten Photolumineszenz-Spektroskopie untersucht. Dabei konnten sie seine Herstellung rekonstruieren, schreiben sie im Fachblatt NATURE Communications.

Demnach wurde zur Herstellung des zwei Zentimeter großen Rings, durch den sechs kupferne Speichen laufen, zunächst ein Wachsmodell geformt. Um dieses wurde danach die tönerne Gussform gefertigt. Anschließend wurde der Ton erhitzt, so dass das Wachs ablaufen konnte und die Form für den Metallguss vorbereitet war.

Quelle: Nature Communications

Spurensuche Chemische Rückstände auf Handy-Oberflächen geben persönliche Dinge preis

Um zu testen, welche Rückstände, die sich an Hautoberflächen nachweisen lassen, auch an Alltagsgegenständen wie Smartphones haften, hat ein internationales Chemikerteam knapp 40 Probanden zum Experiment gebeten. Dabei nahmen sie Abstriche von den Händen sowie von vier Stellen des Mobilfunkgeräts.

Wie die Forscher im Fachblatt PNAS schreiben, konnten sie nur mithilfe der Rückstände an den Handys Spuren von Haarwuchs-Medikamenten, Kosmetika, Antidepressiva, Sonnenmilch oder Alkoholkonsum finden.

Durch die Kombination dieser Rückstände ließe sich somit eine Art persönliches Profil der Handybesitzer erstellen.

Die Spuren haften monatelang, wie etwa der Nachweis einer Fußpilzsalbe zeigte, die ein Studienteilnehmer bereits einige Wochen vor dem Test nicht mehr benutzt hatte.

Quelle: PNAS

Artenschutz Kröten-Wurst soll die australische Tierwelt beschützen

Aga-Kröten gehören zu den größten Froschlurchen der Welt und sind vor allem in Australien als invasive Art gefürchtet. Dort lebende Raubtiere wie Schlangen, Vögel und Säugetiere sterben häufig nach dem Verzehr der Kröten, da diese Giftdrüsen auf der Haut besitzen.

Um die heimische Fauna zu schützen, haben Wildhüter die Einwohner von Kununurra in Westaustralien aufgerufen, Kröten zu sammeln. Aus den Tieren sollen Würste hergestellt werden, die stark nach Aga-Kröten riechen, für Raubtiere jedoch ungiftig sind.

Die Würste werden anschließend ausgelegt. Da sie mit einem Salz versehen sind, das Übelkeit hervorruft, sollen die australischen Raubtiere dadurch lernen, die Aga-Kröten zu meiden.

Erste Tests zeigten, dass bis zu 70 Prozent der Tiere nach dem Verzehr der salzigen-Aga-Kröten-Wurst einen Bogen um die giftigen Invasoren gemacht hätten.

Quelle: DPAW

Sicherheitslücken IT-Experten hacken Babymonitorsysteme

Wissenschaftler der Fachhochschule Aachen haben große Sicherheitslücken bei einem Baby-Monitoringsystem eines großen Herstellers für Kinderartikel aufgedeckt. Wie die Forscher auf der Webseite der FH schreiben, gelang es ihnen mit wenigen Klicks, potentiellen Zugriff auf bis zu 3 600 Geräte zu erhalten.

Da Baby-Monitoringsysteme im Gegensatz zu Babyphones mit einer Kamera für eine Liveübertragung des Kindes ausgerüstet und mit dem Internet verbunden sind, hätten die Wissenschaftler Einblicke in fremde Kinderzimmer erhalten können.

Das Sicherheitsniveau dieses Gerätes sei ungefähr auf dem gleichen Stand wie unsere PCs vor 25 Jahren, so die Studienautoren.

Den Hersteller des Gerätes haben die Experten mehrfach mit ihren Ergebnissen konfrontiert und Angaben zu den Schwachstellen geliefert. Reagiert habe dieser bislang nicht.

Quelle: FH Aachen

Tierseuche Der Ursprung der Vogelgrippe liegt in Asien

Genauer gesagt dürfte der Vogelgrippe-Erreger H5N8 aus Zentralrussland und der Mongolei kommen. Das teilte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter, mit. Demnach ist das Virus bereits im Sommer 2016 bei Wildvögeln in Zentralrussland, in Sibirien und der Mongolei nachgewiesen worden.

Da der aktuell in Mitteleuropa auftretende Erreger dem im Sommer gefundenen "sehr ähnele", könne man davon ausgehen, dass er von dort über Zugvögel nach Westen gelangt sei.

Mittlerweile hat die Schweiz landesweit eine Stallpflicht für Geflügel verhängt.

In Deutschland wurden Fälle mit H5N8 bereits in sieben Bundesländern offiziell bestätigt.

Quelle: TSIS/Agenturen

14.11.2016

Glucose Das Immunsystem beeinflusst den Zucker-Stoffwechsel mit Hilfe von Darmbakterien

Dieses Zusammenspiel beschreiben Mediziner im Fachmagazin "Nature Communications". Es war bekannt, dass ein spezielles Protein des Immunsystems auf die Glucose-Toleranz des Körpers wirkt. Die Forscher konnten nun zeigen, dass diese Wirkung durch die Darmflora vermittelt wird – insbesondere ein Bakterium namens Akkermansia muciniphila.

Besonders viele dieser Bakterien wiesen im Experiment Mäuse auf, bei denen das Vorkommen des Immun-Proteins durch Zucht verringert war. Gleichzeitig zeigten die Tiere eine erhöhte Glucose-Toleranz, konnten also mehr Kohlenhydrate ohne krankhafte Blut- und Harnzuckerwerte abbauen. Ohne die Bakterien bestand dieser Effekt nicht. Funktioniere das Zusammenspiel zwischen Immunsystem, Darmflora und Zucker-Stoffwechsel nicht richtig, drohe zum Beispiel Diabetes, schlussfolgern die Wissenschaftler.

Quelle: Nature Communications

Aids Die Zahl der Neuinfektionen mit HIV in Deutschland bleibt konstant

Schätzungen zufolge infizierten sich 2015 rund 3200 Menschen neu mit dem Virus. Das teilte das Robert-Koch-Institut heute in Berlin mit. Insgesamt leben knapp 85.000 Menschen in Deutschland, die mit dem HI-Virus infiziert sind. Etwa 460 Menschen starben im vergangenen Jahr an Aids.

Dass die Neuinfektionen nicht zurückgehen, sei ein Beleg dafür, dass die Präventionsstrategien weiterhin konsequent umgesetzt werden müssten. Die Angaben des RKI beruhen auf Modellrechnungen: Eine HIV-Infektion wird oft erst Jahre später diagnostiziert, da zunächst keine auffälligen Beschwerden bestehen.

Quelle: DPA, AFPD

Schmerz Nervenzellen reagieren nur auf bestimmte Schmerzreize

Bislang herrschte die Annahme, dass die meisten schmerzempfindlichen Nervenzellen unspezifisch auf alle Reize reagieren. Dagegen spricht nun eine mit Mäusen durchgeführte Studie britischer und US-amerikanischer Mediziner im Fachmagazin "Science Advances". Demnach reagiert der Großteil schmerzempfindlicher Nervenzellen im Körper spezifisch auf Reize wie Kälte, Hitze oder mechanische Belastung.

Die Forscher machten Experimente mit Mäusen, deren Nervenzellen bei Aktivierung fluoreszieren. Die Nager erhielten kurze Schmerz-Impulse an der Pfote durch heißes und kaltes Wasser oder kurzes Kneifen. Das Ergebnis: Mehr als 85 Prozent der Zellen reagierten nur bei einer Art von Schmerz. Die spezialisierten Nervenzellen könnten allerdings zu allgemeinen Schmerz-Sensoren werden, sobald das Gewebe verletzt ist, so die Forscher. Die neuen Erkenntnisse könnten dabei helfen, spezifische Medikamente für unterschiedliche Arten von Schmerz zu entwickeln.

Quelle: Science Advances

Virus H5N8 Wegen der Vogelgrippe wurden 30.000 Hühner getötet

Das teilte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums in Kiel mit. Die Tiere stammen aus einer Massentierhaltung in Grumby bei Schleswig. Sie wurden nach offiziellen Angaben per Stromschlag in einem Wasserbecken getötet. In dem Bestand war das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 nachgewiesen worden. Es kursiert seit einiger Zeit in Europa unter Wildvögeln. Wie sich die Hühner angesteckt haben, ist derzeit noch unklar und wird von Wissenschaftlern des Friedrich-Loeffler-Instituts untersucht.

Bundesagrarminister Christian Schmidt kündigte heute eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel an, sollte sich das Virus weiter ausbreiten. Um den betroffenen Hof in Schleswig-Holstein wurde eine Sperrzone von drei Kilometern eingerichtet. Der Subtyp H5N8 gilt für Menschen als ungefährlich. Für Geflügel stellt er dagegen eine große Gefahr dar.

Quelle: DPA, AFPD, RTR

Evolution Starke und auffällige Männchen haben gute und schlechte Seiten

Bei vielen Tierarten bilden Männchen auffällige Ornamente aus, um Weibchen zu beeindrucken. Ein Beispiel ist das Gefieder eines Pfaus. Oder die Männchen setzen auf Größe und Kraft, um Konkurrenten im Kampf auszuschalten. Wissenschaftler sprechen dabei von sexueller Selektion. Studien haben gezeigt, dass auf diese Weise erfolgreiche Tiere oft Gene tragen, durch die sie besonders gut an ihre Umwelt angepasst sind.

Anhand komplexer mathematischer Modelle zeigen nun Forscher aus London im "Journal of Animal Ecology", dass sich Arten mit sexueller Selektion in vielen Fällen schneller an veränderte Umweltbedingungen anpassen können. Dadurch sinke deren Aussterbe-Risiko. Der Effekt gelte allerdings nur für große Populationen. Denn auffällige Ornamente locken auch Fressfeinde an. Und beim Kampf mit Konkurrenten können Männchen sterben. Bei kleinen Populationen können diese negativen Begleiterscheinungen der sexuellen Selektion überwiegen und das Aussterbe-Risiko erhöhen, schreiben die Forscher.

Quelle: Journal of Animal Ecology

MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 1 2 3 4

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk