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Seit 07:56 Uhr Sport
02.12.2016

Diabetes Ein Malariamedikament kann Alpha-Zellen in Insulin produzierende Zellen umwandeln

Dies könnte ein Schritt hin zur Behandlung des Typ-1-Diabetes sein, bei dem die sogenannten Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr herstellen können - der Blutzuckerspiegel gerät aus dem Gleichgewicht. Ein internationales Forscherteam hat sich mit Hilfe eines vollautomatischen Testverfahrens auf die Suche nach einem Wirkstoff gemacht, der Alpha-Zellen so verändern kann, dass diese Insulin produzieren. Die Forscher wurden fündig bei der Gruppe der Artemisinine, die eigentlich gegen Malaria eingesetzt werden.

Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Cell berichten, seien diese Substanzen in der Lage, Alpha-Zellen in der Bauchspeicheldrüse so umzuwandeln, dass sie Insulin herstellen.  Dies habe bei Zelllinien sowie bei Mäusen und Ratten, die an Typ-1-Diabetes litten, funktioniert. Bei ihnen habe sich der Blutzuckerspiegel nach einer Artemisinin-Gabe normalisiert. Die Forscher hoffen nun auf einen ähnlichen Effekt beim Menschen.

Weitere Infos auf idw-online.de

Quelle: idw

Raumfahrt Ein Frachter mit Nachschub für die ISS ist kurz nach dem Start abgestürzt

Der russische Transporter vom Typ Progress sei in etwa 190 Kilometer Höhe über einem wenig besiedelten Gebiet in Sibirien niedergegangen, wobei die meisten Teile wohl in der Atmosphäre verbrannt seien, wie ein Sprecher der Raumfahrtbehörde Roskosmos am Donnerstagabend mitteilte.

Möglicherweise habe sich die dritte Stufe der Trägerrakete zu früh getrennt. Der Frachter sollte Nachschub für die Besatzung der Internationalen Raumstation liefern, darunter Nahrungsmittel, einen neuen Raumanzug und private Post.

Weitere Infos auf BBC.com

Quelle: Agenturen, BBC

Amputation Ein virtueller Arm kann Phantomschmerzen abmildern

Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Schweden und Slowenien im Fachmagazin The Lancet. Sie hatten 14 Patienten, die nach einer Armamputation an Phantomschmerzen litten, mit einer neuen Therapie behandelt. Es waren Probanden, bei denen die gängigen Behandlungsmethoden kaum oder keine Wirkung zeigten. Die Wissenschaftler klebten Elektroden auf den Armstumpf der Probanden. Mit Hilfe von speziellen Algorithmen und einem vorherigen Training konnten sie dann einen virtuellen Arm bewegen. Mit ihm sollten sie verschiedene Aufgaben bewältigen.

Die Teilnehmer sahen sich und den virtuellen Arm auf einem Monitor. Der virtuelle Arm ersetzte dort den amputierten. Das Ergebnis nach 12 Sitzungen dieser Methode: Das Schmerzempfinden sank um durchschnittlich 50 Prozent. In einer Folgestudie sollen nun mehr Patienten und auch solche, denen ein Bein amputiert wurde, behandelt werden.

Weitere Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Menschenaffen Schimpansen erkennen sich am Hinterteil

Dies läuft im Gehirn der Menschenaffen in etwa so ab, wie das Erkennen von Gesichtern beim Menschen, schlussfolgern Wissenschaftler aus den Niederlanden und Japan im Online-Journal PLOS One. Die Forscher zeigten fünf Schimpansen, die in einer Forschungseinrichtung in Kyoto leben, Fotos von Schimpansen-Hinterteilen auf einem Monitor. Die Menschenaffen sollten bei den präsentierten Po-Bilderpaaren das jeweils richtige antippen. Dies dauerte länger, wenn die Hinterteile auf dem Kopf zu sehen waren.

Daraus leiten die Wissenschaftler ab, dass die Schimpansen beim Erkennen von Hinterteilen normalerweise auf eine Art "neuronale Abkürzung" im Gehirn zurückgreifen, um für sie bedeutsame Körperteile besonders schnell erkennen zu können. Bei Schimpansen-Weibchen schwillt der Po an und färbt sich besonders rosa, wenn sie ihre fruchtbare Phase haben. Können die Männchen einzelne Hinterteile schnell bestimmten Weibchen zuordnen, wird dadurch unter Umständen Inzucht vermieden.

Quelle: Agenturen, PLOSOne

Chemie Bornitrid taugt als Katalysator

 

Wissenschaftlern aus den USA ist es gelungen, Bornitrid als Katalysator einzusetzen, und zwar bei der Umwandlung von Propan zu Propen. Propen ist ein brennbares Gas, das weltweit im großen Stil in der chemischen Industrie verwendet wird.

Wie die Forscher im Fachblatt Science schreiben, konnten sie mit Hilfe des Bornitrids als Katalysator dem Propan Wasserstoff entziehen, um daraus Propen zu machen. Bisherige Katalysatoren verbrauchen viel Energie für diesen Vorgang. Weil das Bornitrid bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen wirksam ist, komme das neue Verfahren mit 45 Prozent weniger Energie aus.

Quelle: Chemical and Engineering News

Forschung Die Zahl der Versuchstiere in Deutschland bleibt konstant

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind 2015 in Deutschland fast 2,8 Millionen Tiere bei Versuchen verwendet worden. Dies sind genauso viele wie 2014. Bei etwa 80 Prozent der eingesetzten Versuchstiere handelt es sich um Nagetiere, vor allem Mäuse und Ratten. Langfristig strebt das Ministerium an, Tierversuche komplett zu ersetzen.

Quelle: Agenturen, BMEL

Unwetter Schwere Tornado-Ausbrüche in den USA haben in den letzten 50 Jahren zugenommen

Das berichten US-Forscher im Fachmagazin Science. Während 1965 im Laufe eines Tornado-Zyklus etwa 40 Wirbelstürme verzeichnet wurden, waren es 2015 mit fast 80 Tornados doppelt so viele. Solche schweren Ausbrüche würden in immer kürzeren Zeitintervallen auftreten, so die Wissenschaftler.

Über die Gründe dafür gibt es noch keine Klarheit: Einen direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel haben die Forscher nicht gefunden. Es könne aber sein, dass der Klimawandel doch damit zu tun habe, der Zusammenhang allerdings noch nicht verstanden sei, so die Forscher.

Quelle: ScienceNews, Eurekalert

01.12.2016

Carbonbeton Der Deutsche Zukunftspreis geht nach Sachsen

Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden werden für eine langlebige Alternative zu Stahlbeton mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Ihr Carbonbeton enthält statt Stahl biegsame Kunststofffasern. Dadurch wird der Beton leichter, flexibler und weniger anfällig für Korrosion, was auch die Lebensdauer der damit errichteten Häuser oder Brücken erhöht. Durch die Verwendung von Carbon ist der Baustoff allerdings auch teurer als herkömmlicher Stahlbeton.

Der Deutsche Zukunftspreis wird jährlich vom Bundespräsidenten für besondere Innovationen verliehen und ist mit 250.000 Euro Preisgeld verbunden.

Quelle: dpa

Halluzinogen Zauberpilze könnten zu Medikamenten werden

Eine einzelne Dosis von Psilocybin, der aktiven Substanz in halluzinogenen Pilzen, die auch als Zauberpilze bezeichnet werden, kann Angstzustände und Depressionen bei Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium lindern. Und das bis zu sechs Monate lang.

Das ist das Ergebnis von zwei amerikanischen Studien mit insgesamt 80 Krebspatienten, die neben der Gabe des Halluzinogens auch psychotherapeutisch begleitet wurden. Den Probanden gelang es anschließend besser, mit der Wahrscheinlichkeit ihres bevorstehenden Todes umzugehen, berichten die Forscher. Beide Studien sind im Journal of Psychopharmacology erschienen.

Wie genau der Effekt entsteht, ist unklar. Die Forscher konnten jedoch beobachten, dass diejenigen Patienten, die nach der Einnahme von Psilocybin von einer mystischen Erfahrung berichteten, stärker profitierten.

Quelle: Journal of Psychopharmacology

Detektor Eine künstliche Nase lernt schnüffeln

Ingenieure aus Maryland haben einen Detektor entwickelt, der ähnlich wie ein Hund schnüffelt. Statt die Luft in einem kontinuierlichen Strom einzusaugen, imitiert das Gerät eine aerodynamische Besonderheit der Hundenase.

Beim Ausatmen erzeugt der Hund nach hinten unten gerichtete Luftströme und saugt so automatisch neue Luft aus der Umgebung an. Diese Technik macht ihn zu einem besonders effizienten Riecher.

Durch einen speziellen Aufsatz, der diese Aerodynamik imitiert, gelang es den Forschern, die Leistung eines handelsüblichen Chemikaliendetektors um das sechzehnfache zu verbessern. Damit könnten zum Beispiel Sprengstoffe wie TNT in der Luft leichter nachgewiesen werden. Ihre Methode stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Scientific Reports vor.

Quelle: Scientific Reports

Zoologie Die Katzenzunge funktioniert wie ein Klettverschluss

Die Zunge ist mit kleinen Stacheln aus Keratin bedeckt, die sich beim Lecken aufrichten. Fährt die Katze mit diesen Stacheln durch ihr Fell, umgreifen die Stacheln Knötchen oder kleine Schmutzteile und lösen sie durch leichte Drehungen heraus.

Das haben Forscher vom Georgia Institute of Technology mit Hilfe eines 3D-Modells herausgefunden, das eine Katzenzunge in 400facher Vergrößerung darstellt. Ihre Ergebnisse stellten die Forscher auf einer Jahrestagung der American Physical Society vor.

Mit Hochgeschwindigkeitskameras konnten die Wissenschaftler darüber hinaus zeigen, dass sich die Zunge beim Lecken in vier Richtungen bewegt und dabei wie ein flexibler Kamm durch die Haare fährt.

Ist das Lecken beendet, legen sich die Stacheln wieder flach. Die Katze kann die entfernten Haare dann herunterschlucken.

Auf die Idee, die Zunge genauer zu untersuchen, kamen die Forscher, weil einer von ihnen beobachtet hatte, wie eine Katze beim Lecken mit ihrer Zunge an einer Wolldecke hängengeblieben war.

Quelle: dpa/Washington Post

Menschgemachtes Material Die Technosphäre wiegt 30 Billionen Tonnen

Das ist eine 30 mit 12 Nullen. Als Technosphäre werden alle physischen Dinge auf der Erde bezeichnet, die der Mensch geschaffen hat, von der CD über Häuser bis hin zu Mülldeponien.

Geologen der Universität Leicester haben jetzt erstmals geschätzt, welche Masse sich dadurch insgesamt ergibt. Laut ihrer Schätzung kommen auf jeden Quadratmeter Erdoberfläche 50 Kilogramm menschgemachtes Material.

Dabei übersteige die Zahl der technischen "Arten" bereits die Zahl von biotischen Arten auf dem Planeten, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt The Anthropocene Review.

Quelle: The Anthropocene Review

Archäologie Lucy konnte auf Bäume klettern

Zu diesem Schluss kommen amerikanische Anthropologen in der Fachzeitschrift PLOS One.  Die Forscher haben Oberschenkel- und Oberarmknochen der 3,2 Millionen Jahren alten Homonidin mit dem Computertomographen untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die Oberarmknochen, wie bei Schimpansen, besonders stabil sind, was darauf schließen lässt, dass Lucy sie zum Klettern benutzt hat.

Im Gegensatz zur Länge der Knochen, die Lucy auch schlicht geerbt haben könnte, sei die Knochenstruktur eine direkte Folge ihrer Lebensweise, schreiben die Forscher.

Lucy, deren Teilskelett 1974 in Äthiopien entdeckt wurde, gehört zu der Art Australopithecus afarensis und ist einer der ältesten aufrecht laufenden Vorfahren des modernen Menschen.

Quelle: PLOS One

30.11.2016

Zeitmesser US-Forscher konstruieren eine neue genaueste Atomuhr

Wissenschaftler vom National Institute of Standards and Technology (NIST) in Boulder haben die bislang genaueste Atomuhr konstruiert. Der Zeitmesser vereint zwei ultrakalte Atomwolken in sich – eine mit 5.000 und eine mit 10.000 Ytterbium-Atomen. Beide werden von einem Messlaser bestrahlt. Dadurch werden winzige Abweichungen in der Laserfrequenz und damit im Ticken dieser Uhr direkt bei der Messung erkannt, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Photonics.

Demnach reicht bereits eine tausendstel Sekunde Messzeit, um eine verlässliche Zeitangabe zu erhalten.

Bisheriger Rekordhalter war eine 2015 vorgestellte Strontium-Atomuhr, die selbst in 15 Milliarden Jahren nicht eine Sekunde vor- oder nachgehen würde.

Quelle: NATURE Photonics (10.1038/nphoton.2016.231)

Periodensystem Vier neue Elemente haben ihre endgültigen Namen erhalten

Nachdem die vier superschweren Elemente mit den Nummern 113, 115, 117 und 118 im Periodensystem Anfang 2016 offiziell von der zuständigen International Union of Pure and Applied Chemistry  kurz Iupac – anerkannt wurden, erhielten sie im Juni ihre vorläufigen Namen. Diese gelten nun nach Ablauf der Einspruchsfrist endgültig.

Drei Elemente sind nach ihrem Entdeckungsort benannt: Nihonium (Nh) für Japan, Moscovium (Mc) für Moskau und Tennessin (Ts) für Tennessee. Mit Oganesson (Og) wird der russische Kernforscher Yuri Oganessian geehrt.

Alle vier Elemente wurden durch den Zusammenprall von Atomkernen künstlich hergestellt und zerfallen schnell.

Sie vervollständigen die siebte Reihe des Periodensystems, in der auch Radium und das nach Darmstadt benannte Darmstadtium stehen.

Quelle: Iupac

Fressen Riesenmantas sind Tiefseejäger

Bislang gingen Biologen davon aus, dass die bis zu sieben Meter großen Rochen der Art Manta birostris harmlose Planktonfresser sind. Forscher der Universität von Queensland in Australien haben Gewebeproben der Riensenmantas entnommen und das Verhältnis von Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopen untersucht. Dieses ermöglicht Einblicke in den Speiseplan eines Tieres.

Wie die Forscher im Fachblatt Open Science der Royal Society berichten, finden die Rochen ihre Nahrung nicht nur an der Meeresoberfläche, sondern tauchen auch zum Fressen in tiefere Meereszonen ab, wo sie offenbar Fische und Krebse jagen.

Das Oberflächenplankton macht demnach nur gut ein Viertel des Speiseplans aus, rund 73 Prozent stammen jedoch aus Zonen in 1.400 bis 2.000 Metern Tiefe.

Quelle: R Soc Open sci (10.1098/rsos.16071)

Erinnerungen Schwermütige Gedanken vor dem Einschlafen belasten das Gedächtnis

Wer eine negative Erinnerung loswerden möchte, sollte dies vor dem Zubettgehen in Angriff nehmen. Denn nach einer durchgeschlafenen Nacht lassen sich negative Erinnerungen schwieriger verdrängen, selbst wenn die Nachtruhe erholsam war. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachblatt NATURE Communications vorgestellt wird.

Bei ihrer Studie hatten Hirnforscher aus Peking mehr als 70 Probanden Bilderpaare gezeigt. Danach sollten die Teilnehmer die unschönen Inhalte des jeweils zweiten Fotos verdrängen. Dies gelang meist gut, wenn sie nicht über das Erlernte geschlafen hatten.

Offensichtlich werden Erinnerungen während des Schlafs in ein Netzwerk verschiedener kortikaler Hirnareale eingebettet. Dadurch sind sie später schwerer zu vergessen.

Quelle: NATURE Communications

Körperliche Aktivität Nur bestimmte Sportarten sind gut fürs Herz

Ein internationales Forscherteam hat in einer Metastudie untersucht, welche körperliche Aktivität sich am stärksten positiv auf das Sterberisiko auswirkt. Dazu analysierten die Sportwissenschaftler die Langzeitdaten von mehr als 80.000 erwachsenen Briten.

Wie die Forscher im British Journal of Sports Medicine darlegen, haben vor allem Sportarten wie Tennis, Squash oder Badminton, zudem Schwimmen, Fahrradfahren und Aerobic einen lebensverlängernden Effekt. Außerdem beugen diese Ertüchtigungen auch am besten Herz-Kreislauferkrankungen vor.

Keinen Zusammenhang mit einem geringeren Sterberisiko konnten die Wissenschaftler bei Laufsportarten, sowie bei Football und Rugby nachweisen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht nur die Häufigkeit und Intensität körperlicher Anstrengung eine Auswirkung auf das Sterberisiko hat, sondern auch die Sportart selbst, so die Studienautoren.

Quelle: BJSM

29.11.2016

H5N8 Zwei Zoos müssen wegen der Vogelgrippe schließen

Drei Gänse aus Hagenbecks Tierpark in Hamburg wurden positiv auf die aktuell kursierende H5N8-Variante getestet. Die Tiere waren gestern tot in ihren Stallungen gefunden worden. Wie lange der Tierpark geschlossen bleibt, ist noch nicht klar.

Außerdem gab das hessische Umweltministerium heute bekannt, dass letzte Woche ein toter Rosapelikan im Opel-Zoo in Kronberg gefunden worden war. Inzwischen ist auch bei diesem Tier das Virus festgestellt worden. Der Zoo bleibt bis auf weiteres für Besucher geschlossen.

Die Variante der Vogelgrippe grassiert derzeit europaweit und ist bisher in 13 Bundesländern nachgewiesen worden. Es handele sich um eine Epidemie bei Wildvögeln mit gelegentlichem Eintrag in Nutzgeflügelbestände. Das sagte der Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts heute in Berlin.

Man könne nicht davon ausgehen, dass sich die Epidemie in sehr kurzer Zeit erledigen werde.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt betonte, dass Wachsamkeit bei der Eindämmung der Vogelgrippe wichtig sei. Das Krisenmanagement, zu dem etwa die Stallpflicht gehört, habe seine Wirkung bisher nicht verfehlt.

Quelle: DPA, Mitteilung Opel-Zoo, Mitteilung Hessisches Umweltministerium

Jagdwissenschaft Wann betätigt ein Jäger den Abzug?

Dieser Frage sind Forscher aus Deutschland, Norwegen und den Niederlanden nachgegangen. Sie haben Daten zur Rothirsch-Jagd in Norwegen ausgewertet. Die verknüpften sie mit Informationen zu Tierbeständen und dem Wetter und konnten so ermitteln, wie äußere Umstände das Verhalten von Jägern prägen.

Demnach gibt es einige Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Jäger schießt. Dazu gehören das nahende Ende der Jagdsaison, wenige Tier-Sichtungen und starke Konkurrenz unter Jägern. Auch die Mondphasen, die wiederum mit der Sicht bei Nacht zusammenhängen, beeinflussen das Schussverhalten.

Die Erkenntnisse könnten etwa beim Wildtiermanagement eine Rolle spielen, notieren die Forscher im Magazin "PNAS".

Quelle: PNAS

Seismologie Helium im Grundwasser könnte anstehende Erdbeben verraten

Darauf deutet eine Studie japanischer Forscher hin. Als vor dem Beben von Kumamoto in diesem Jahr die Spannungen in der Erdkruste anstiegen, stieg auch die Konzentration eines bestimmten Helium-Isotops im Grundwasser.

Das hätten Wasserproben aus über einem Kilometer Tiefe ergeben, berichten die Wissenschaftler in den "Scientific Reports". Bevor auf dieser Grundlage jedoch eine Art Frühwarnsystem für Erdbeben entwickelt werden kann, müssten weitere Studien den Zusammenhang zwischen Spannungen im Erdreich und chemischer Zusammensetzung des Grundwassers bestätigen.

Quelle: Scientific Reports

Umweltschutz Forscher stellen Strategien vor, um Bestäuber zu schützen

Bienen, Schmetterlinge, andere Insekten und manche Fledermäuse bestäuben Blüten. Das sorgt für gute Ernten und sichert das Überleben fast aller wildlebenden Blütenpflanzen.

In vielen Teilen der Welt sind die Bestäuber jedoch bedroht. Im Fachblatt "Nature" listen Forscher aus fünf Ländern nun die Ursachen dafür auf. Zu den schwerwiegendsten zählen Veränderungen in der Landnutzung, der Klimawandel, Pestizide, Krankheiten und eingeschleppte Arten.

Um die Bestäuber zu schützen, könnten Bauern Landstriche mit quasi-natürlichen Lebensräumen schaffen, in denen sich etwa Bienen erholen. Außerdem könnte man den Handel mit Bestäubern besser regulieren, um die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen.

Quelle: Nature

Sehkraft Radiologen finden einen Grund für schlechte Sicht bei Astronauten

Zwei Drittel aller Astronauten berichten nach einem längeren Aufenthalt in der Schwerelosigkeit davon, dass sich ihre Sehkraft verschlechtert. Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass die Rückseiten der Augäpfel der Raumfahrer flacher werden. Der Grund dafür ist bisher nicht klar.

US-Forscher haben nun auf der Tagung der Radiological Society of North America eine mögliche Erklärung präsentiert. Demnach ist die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit schuld. Sie ist eigentlich dafür gedacht, Druckänderungen auszugleichen, die durch Bewegungen verursacht werden.

In der Schwerelosigkeit versagt dieses System anscheinend. Hirnscans haben gezeigt, dass das Volumen der Flüssigkeit bei Langzeit-Astronauten deutlich erhöht war. Die Erkenntnisse könnten bei der Entwicklung von Schutzmaßnahmen für Raumfahrer helfen.

Quelle: EUREKALERT

28.11.2016

Störung Eine Sicherheitslücke sorgt für Netzausfälle bei der Telekom

Die Ursache für die großflächige Telekom-Störung seit Sonntagnachmittag ist mittlerweile weiter eingegrenzt. Zeitweise konnten sich bis zu 900.000 Router von Telekom-Kunden nicht im Netz anmelden. Indizien deuten darauf hin, dass eine Sicherheitslücke in der Anmeldeprozedur der Router bei der DSL-Synchronisierung zu den Problemen führte. Das hat ein Telekom-Sprecher gegenüber dem Deutschlandfunk bestätigt. Der Fehler habe auch zu einem Ausfall der Domain Name Server Dienste der Deutschen Telekom zur Zuordnung von Internet-Adressen geführt.

Ob Hacker die Sicherheitslücke für einen Angriff ausgenutzt haben, bleibt unklar. Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten zeigt der Vorfall, dass es bei der Umstellung des Telefoniedienstes vom ISDN-Netz auf das Internet-Protokoll bisher noch an ausreichenden systematischen Tests zum Aufspüren von Sicherheitslücken mangelt.

Quelle: Peter Welchering

Urmenschen Was Neandertaler aßen, steckt noch in den Zähnen

Verschiedene Neandertalergruppen haben sich – trotz vergleichbarer Umweltbedingungen – unterschiedlich ernährt. Das haben Forscher der Uni Tübingen durch Analysen von Karbonat aus fossilen Zähnen von vier Neandertaler-Kindern aus der Fundstelle Payre in Frankreich herausgefunden. Analysen der Kohlenstoffisotope in Zahnmineralien erlauben Rückschlüsse auf die Nahrungsgewohnheiten von Organismen.

Im Fall der Neandertaler zeigte sich, dass eine Gruppe offenbar überwiegend Nashörner und Pferde jagte, während die andere sich viel von Rotwild ernährte. Die Neandertaler setzten also ohne erkennbaren äußeren Zwang auf unterschiedliche Überlebensstrategien. Dieses Verhalten zeige, dass die Neandertaler in ihrer Entwicklung moderner waren als bisher gedacht, so die Forscher. Die Studie ist im Fachjournal "Quaternary Science Reviews" erschienen.

Quelle: Quaternary Science Reviews

Natur Forscher hören das Gras wachsen

Amerikanische Wissenschaftler haben eine Technik entwickelt, mit der sie das Wachstum von Maispflanzen hörbar machen können. Dafür befestigen sie sogenannte piezoelektrische Kontaktmikrofone auf den Stängeln. Die Mikrofone erfassen feinste Schallwellen, die entstehen, wenn sich Maiszellen strecken. Nach den Erkenntnissen klingt das Wachsen der Stängel ganz ähnlich, wie wenn ein Stängel bricht.

Die Forscher leiten daraus ab, dass das Pflanzenwachstum mit Millionen winziger Brüche einhergeht. Wenn die Pflanze die kleinen Zellschäden dann repariert und auffüllt, wird sie größer und größer. Die Forscher hoffen darauf, neue Wege zu finden, bruchfestere Maissorten zu züchten. Sie präsentierten ihre Studie auf einer Konferenz der Acoustical Society of America (ASA) in Honolulu.

Quelle: Agenturen / ASA

Neurodegenerative Erkrankung Eisen zeigt Parkinson

Eisen kommt im menschlichen Körper von Natur aus vor – auch im Gehirn. Doch bei Menschen mit Parkinson ist es dort auf ungewöhnliche Weise verteilt. Das berichten Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen im Fachjournal "Brain".

Die Wissenschaftler nutzten eine spezielle Form der Magnetresonanztomographie (MRT), um die Eisenverteilung im gesamten Gehirn darzustellen. Sie untersuchten die Gehirne von 25 Menschen mit Parkinson und 50 gesunden Probanden. Die Hirnscans der Parkinson-Patienten zeigten im Vergleich einen deutlich erhöhten Eisengehalt in der Substantia nigra, das ist eine wichtige Hirnregion für die Bewegungskontrolle.

Nach Ansicht der Forscher könnte das neue Verfahren helfen, die Diagnostik von Parkinson zu verbessern. Wodurch Parkinson ausgelöst wird, ist noch immer unbekannt. Oxidativer Stress, der durch Eisen verursacht wird, gilt als ein möglicher Krankheitsmechanismus.

Quelle: Brain

Australien Ein Pollensturm sorgt für Tote

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne hat ein heftiges Gewitter bei vielen Menschen für starke Atemwegsproblemen gesorgt. In mindestens sechs Fällen führte das sogenannte Gewitter-Asthma sogar zum Tod, Hunderte Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Das teilten die Gesundheitsbehörden der Stadt mit. Offenbar hat der Sturm mit starken Auf- und Abwinden viele Gräserpollen aufgewirbelt und so die Pollenbelastung in der Luft stark erhöht.

Wann und warum manche Gewitter solche Pollenstürme entfachen können, andere aber nicht, ist bisher noch ein Rätsel. Einer noch unbewiesenen Theorie zufolge soll die extrem hohe Feuchtigkeit der Gewitterluft die Pollen aufquellen und bersten lassen. So könnten sehr feine Partikel entstehen, die besonders tief in die Lungen eindringen.

Quelle: Agenturen

Schädling Ein Parasit befällt Floridas Hirsche

Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege ist ein gefährlicher Parasit. Die Fliege legt ihre Eier in Wunden von Säugetieren ab, was tödliche Folgen haben kann. In den USA galt der Schädling seit den 1970er Jahren als ausgerottet. Doch in den vergangenen Monaten sind in Florida Dutzende Hirsche gestorben, in deren Fleisch Schraubenwürmer gefunden wurden, also die Larven dieser Fliegen. Laut einem Bericht der New York Times wird befürchtet, dass die Parasiten auch auf Rinderherden in der Region übergreifen und dort große Schäden anrichten könnten.

Um die weitere Verbreitung zu verhindern, werden jetzt in Florida jede Woche Millionen von Fliegenlarven ausgebracht, die zuvor durch radioaktive Strahlung sterilisiert wurden. Da Neuwelt-Schraubenwurmfliegen sich nur einmal im Leben paaren, soll so die weitere Vermehrung gestoppt werden. Die erste Ausrottung der Fliege in den USA war vor 40 Jahren mit der gleichen Methode gelungen.

Quelle: New York Times

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