Dienstag, 12.12.2017
18.06.2002

 Bakterien dezimierten die karibischen Korallen.

Seit Mitte der 90er Jahre grassieren die sogenannten "weißen Pocken" in den Korallenriffs der Karibik. Ursache für das massive Korallensterben, haben Biologen der Universität Georgia jetzt entdeckt, sind Bakterien mit Namen "Serratia marcescens". Die an sich harmlosen Bakterien sind im menschlichen Darm zu finden - aber auch in Gewässern und Böden. Die Bakterien schädigen insbesondere Elchhorn-Korallen - ehemals die häufigste Korallen-Art in der Karibik. Auf den Korallen-Riffen hinterlassen sie weiße Flecken von totem Kalk-Gerüst. Unklar sei noch wie die Bakterien auf die Korallen-Riffe gelangt sein, schreiben die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". [Quelle: mawi]

 Eiweiß im Stuhl deutet auf einen Dickdarmkrebs hin.

Einen neuen - noch experimentellen Früherkennungstest auf Dick-Darm-Krebs haben britische Mediziner getestet. Der Test weist ein spezielles Eiweiß im Stuhl nach - mit Namen MCM2. Bei 37 von 40 untersuchten Darmkrebspatienten konnten die Forscher Spuren des Eiweiß nachweisen, darunter auch neun Patienten, bei denen sich die Tumorkrankheit noch im frühesten Stadium befand. Bei gesunden Testpersonen konnten die Forscher das MCM2-Eiweiß nicht nachweisen. Mit einer Trefferquote von über 90 Prozent scheint der Test sehr zuverlässig zu sein. Der neue Test sei damit besser als der herkömmliche Test auf verstecktes Blut im Stuhl, schreiben die Forscher im Fachblatt "Lancet". Der Nachteil des neuen Tests: die Stuhlproben dürfen nicht älter als acht Stunden sein. Und je weiter der Tumor vom Darmausgang entfernt ist, um so unzuverlässiger das Test-Ergebnis. [Quelle: mawi]

 Immer mehr Amerikaner sind viel zu dick.

Die Zahl der fettleibigen Menschen in den USA hat sich seit den 60er Jahren mehr als verdoppelt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität von North Carolina in Chapel Hill. Waren um 1960 rund 13 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten fettleibig, so waren es 1999 bereits 27 Prozent. Zudem seien immer mehr jüngere Menschen deutlich übergewichtig, schreiben die Forscher in den US-Annalen für Innere Medizin. Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie die medizinischen Akten von mehr als 9000 Menschen untersucht, die zwischen 1957 und 1964 geboren wurden. [Quelle: mawi]

 Die erste Französin im All landet sanft im Pariser Kabinett.

Die parteilose Claudie Haigneré ist zur beigeordneten Ministerin ernannt worden. Im neuen rechts-bürgerlichen Kabinett in Paris wird sie künftig für Forschung und Neue Technologien verantwortlich sein. Bekannt wurde Haigneré 1996 als erste Französin im All. Im vergangenen Herbst flog sie als erste Europäerin zur internationalen Weltraumstation ISS. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA äußerte sich erfreut über den Wechsel Haignerés in die Politik. Es sei gut, auf diese Weise eine Astronautin zu verlieren, sagte ein Sprecher der ESA. Haigneré werde sicher auch weiterhin Raumfahrt und Weltraumforschung fördern. [Quelle: mawi]

 Lange blieb es unerkannt: Das Alpenlangohr.

Eine neue europäische Fledermausart haben Mainzer Biologen jetzt beschrieben. Das sogenannte Alpenlangohr könne zweifelsfrei von anderen verwandten Langohr-Fledermäusen unterschieden werden, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Myotis". Die neue Fledermausart teile einige Merkmale mit dem Braunen und andere mit dem Grauen Langohr. Die Kombination von Eigenschaften bekannter Arten sei wahrscheinlich der Grund, warum das Alpenlangohr so lange unentdeckt geblieben sei. [Quelle: mawi]

 Kava-Kava-Produkte müssen vom Markt genommen werden.

Beruhigungsmittel, die als Wirkstoff Extrakte des Rauschpfeffers enthalten - des so genannten Kava-Kava - dürfen wegen drohender Leberschäden nicht länger vertrieben werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM) widerrief die Zulassung für insgesamt 86 Arzneimittel. Den Risiken von Kava-Kava stehe kein ausreichender Nutzen gegenüber, teilte die Bundesbehörde heute in Bonn zur Begründung mit. Nach Angaben des BfArM liegen mehr als 40 Einzelfallberichte aus Deutschland über zumeist schwerwiegende Leberschäden vor. Drei Patienten seien an den Folgen des Leberschadens gestorben. Für die Behandlung von Angst- und Spannungszuständen stünden andere, weit risikoärmere Wirkstoffe zur Verfügung. [Quelle: mawi]

 Die Endeavour dreht Ehrenrunden.

Auch bei ihrem dritten Landeversuch stehen die Aussichten nicht gut für die Raumfähre "Endeavour". Meteorologen rechnen erneut mit Wolken und Regenschauern in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Gestern bereits waren zwei Landemöglichkeiten abgesagt worden. Sollten auch heute die beiden Zeitfenster nicht genutzt werden können, müsste die "Endeavour" auf der Luftwaffenbasis Edwards in Kalifornien landen. Dort aber bereitet heftiger Wind den Ingenieuren Probleme. Die Endeavour verfügt über genügend Treibstoff, um notfalls bis Donnerstag im All zu bleiben. [Quelle: mawi]

 Deutsche Raucher sind uneinsichtig.

Ungeachtet der Gesundheitsgefahren will die Mehrheit der Raucher nicht auf Tabak-Konsum verzichten. Nur etwa 43 Prozent der Raucher fassten einen Stopp zur Entwöhnung ins Auge. So ein Ergebnis einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die heute in Bonn vorstellt wurde. In Schweden wollten mehr als 80 Prozent, in den Niederlanden über 70 Prozent der Raucher aufhören. Das durchschnittliche Einstiegsalter liege in Deutschland bei 13,5 Jahren. Rund 70 Prozent der Jugendlichen rauchten regelmäßig oder gelegentlich. Den volkswirtschaftlichen Schaden durch das Rauchen in Deutschland beziffern die WHO-Experten auf rund 17,5 Milliarden Euro im Jahr. [Quelle: mawi]
17.06.2002

 Ein Filter im Kopf trennt die Spreu vom Weizen.

Dank dieses Filters ist das Gehirn in der Lage, wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden. Die unwichtigen Reize gelangen gar nicht erst in unser Bewusstsein. Dafür sorgen unsere Erfahrungen und Erkenntnisse. Die Universitäten Yale und Bonn wollen diesen Filter nun identifizieren. Mit Hilfe von Elektroden, die Schizophrenie-Patienten direkt ins Gehirn eingepflanzt wurden, soll die Funktionsweise erforscht werden. Bei schizophrenen Menschen ist dieser Prozess nämlich gestört. Der Filter funktioniert nicht. Der Grund dafür könnte eine Störung in der Region von Chromosom 15 sein. [Quelle: kar]

 Mikrowellen könnten uns alle zu wahren Fußball-Experten machen.

Die winzigen Sender ließen sich in die Schienbeinschoner der Spieler und den Ball einbauen. Die Sender können dann per Funk ihre genaue Position angeben. Wie die Zeitschrift "Business Geomatics" berichtet, arbeitet das Karlsruher Unternehmen Cairos AG seit zwei Jahren an diesem Ortungssystem. Es könnte in strittigen Abseits- oder Ball-Aus-Fällen dem Schiedsrichter helfen, es könnte uns daheim vor dem Fernseher aber auch zu brillanten Analysten machen. Indem wir nachrechnen, wie viel Strecke jeder einzelne Stürmer auf dem Platz zurückgelegt hat - und wie oft denn der Verteidiger sein Bein ins Aus gegrätscht hat. [Quelle: kar]

 Nano-Röhrchen müssen nicht nur aus gerolltem Graphit sein.

Die winzigen Röhren lassen sich auch aus anderen Materialien produzieren. Das ist jedenfalls Chemikern und Physikern vom Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle gelungen. Wie die Zeitschrift "Science" berichtet, nutzten die Forscher kleine Plättchen aus Silizium- oder Aluminium-Oxid als Ausgangsmaterial. Die Plättchen waren mit winzigen Poren übersät. Wenn auf diese Poren nun Riesenmoleküle treffen, bildet sich an den Wänden der Öffnungen ein hauchdünner Film. Der erstarrt durch Kühlen oder Verdampfen. Die Porenstruktur arbeitet wie eine Schablone. Wenn sie entfernt wird, bleiben Nano-Röhrchen übrig, in allen gewünschten Formen und Längen. Nano-Röhrchen sind winzige elektronische Bauteile. Interessant ist für die Forscher, dass sie diese Bauteile nun aus verschiedenen Materialien produzieren können - je nach Verwendungszweck. So ließen sich zum Beispiel Röhrchen herstellen, die die Blut-Hirn-Schranke analysieren. [Quelle: kar]

 Eine DNA-Analyse klärt den mysteriösen Mord an König Karl XII..

Karl XII., Schwedens berühmtester König, inspizierte am 30. November 1718 einen Schützengraben im Feindesland Norwegen - als ihn plötzlich eine Kugel in den Kopf traf. Wissenschaftler der Universität Uppsala haben fast 300 Jahre später die Ablagerungen auf der Kugel genetisch analysiert. Bei ihr handelte es sich um einen ehemaligen Knopf aus Blei, den Karl XII. an seiner Uniform getragen hatte. Die Forscher verglichen das genetische Profil der Kugel mit dem der königlichen Handschuhe - und stellten fest, dass beide identisch sind. Diese Erkenntnisse sind vor allem für Historiker interessant. Denn die sehen sich in ihrem Verdacht bestätigt, dass der Attentäter einer der königlichen Offiziere gewesen sein muss, der Zugang zu den Privatgemächern hatte. Karl XII. war ein gefürchteter Kriegsherr. Er galt als unverwundbar, weil er mehrere Attentate überlebte. Einem weitverbreiteten Aberglauben zufolge war ihm nur durch etwas Eigenes beizukommen - wie zum Beispiel den Knopf seiner persönlichen Uniform. [Quelle: kar]

 Scotty war ein Visionär.

Im Sciene-Fiction-Film "Star Trek" beamt der Chef-Ingenieur von Raumschiff Enterprise seine Kameraden von einem Ort zum anderen Teleporter-Technologie heißt das im Fachjargon. An ihr haben sich Physiker der Australian National University in Canberra versucht - mit Erfolg. Die Wissenschaftler zerlegten einen Laserstrahl und erzeugten einige Meter davon entfernt eine exakte Kopie. Sie haben die Photonen des Lasterstrahls - das sind Elementarteilchen ohne Masse - teleportiert. Mit dieser Technik wollen die Wissenschaftler später einmal Quanten-Computer bauen, die bis zu eine Milliarde mal schneller sind als herkömmliche Rechner. Ob es dann eines Tages gelingt, auch Materie zu beamen, steht allerdings in den Sternen. [Quelle: kar]
14.06.2002

 Ein klassisches Rätsel der Mathematik ist gelöst.

Bei diesem Rätsel handelt es sich um „Catalans Vermutung“. Eugene Charles Catalan war ein französischer Mathematiker. 1844 hatte er behauptet, dass die beiden Potenzen 2 hoch 3 - also 2 mal 2 mal 2 gleich 8 - und 3 hoch 2 - also 3 mal 3 gleich 9 - dass sich nun also diese Potenzen 8 und 9 um genau 1 unterscheiden - und dass es keine anderen Zahlen gibt, die diese Eigenschaft haben. Für Laien klingt das nach einer Binsenweisheit, aber der Mathematiker steht vor dem Problem, dies beweisen zu müssen. Und genau das ist nun einem Mathematiker der Universität Paderborn gelungen. Der Forscher beschäftigt sich seit Jahren mit komplizierten zahlentheoretischen Problemen. Zur Zeit arbeitet er an mathematischen Systemen, die Datenübertragungen sicherer machen. [Quelle: kar]

 Biochemiker haben die Betriebsanleitung fürs Riechen entschlüsselt.

Die Wissenschaftler der Universität Bochum haben Taufliege genetisch so verändert, dass sie in fast allen Sinneszellen ihrer Antennen nur einen einzigen Geruchsempfänger hatten. Die Tiere konnten aber verschiedene Düfte unterscheiden, indem sie ihre Sinneszellen gezielt miteinander verknüpfen. Das heißt: hinter jedem Duft steckt ein bestimmtes Muster, welche Zellen aktiviert werden. Die Forscher vermuten, dass rund 60 Gene die Betriebsanleitung für das Riechen liefern. Die Entschlüsselung solcher Geruchsmuster sind für den Menschen hilfreich. Künstliche Nasen können in der Parfum- und Lebensmittel-Industrie hilfreich sein, sie können auch vor Schadstoffen warnen. Auch die Medizin hätte ihren Nutzen. Wenn es zum Beispiel gelänge, die Geruchswahrnehmung einer bestimmten Mückenart zu blockieren, die Malaria überträge. Die Mücke erkennt ihren Wirt nämlich am Geruch. [Quelle: kar]

 Die Gletscher am Südpol schmelzen schneller als befürchtet.

Das haben amerikanische Forscher vom California Institute of Technology in Pasadena und der Columbia University in New York herausgefunden. Die Wissenschaftler werteten Satellitenaufnahmen aus. Demnach schmelzen die Gletscher in der Antarktis besonders schnell an ihrer Unterseite, also dort, wo wie mit Meerwasser in Berührung kommen. Wie die Zeitschrift „Science“ berichtet, schwankt die Schmelzrate zwischen vier Metern und 40 Metern pro Jahr. Wenn sich das Meerwasser um 0,1 Grad Celsius erhöhe, steige die Schmelzrate um einen Meter, hießt es. [Quelle: kar]

 Ein Gen macht Hautärzten das Leben schwer.

Das Gen mit der Bezeichnung MITF sorgt dafür, dass die Pigmentzellen in der Haut Sonnenstrahlen überleben. Das Gen bewahrt die Zellen vor der sogenannten Apoptose. Das ist der programmierte Tod bei Zellen, die der Körper nicht mehr braucht. Das Gen bewahrt allerdings auch Tumorzellen vor der Apoptose. Die Zellen reagieren damit nicht mehr auf eine medizinische Behandlung. Das haben Wissenschaftler vom Dana Farber Cancer Institute herausgefunden. Wie die Zeitschrift „Cell“ berichtet, haben die Forscher ein Virus so verändert, dass das Gen blockiert wurde. Dabei starben die Pigmentzellen, es starben aber auch die Tumorzellen. Die Forscher hoffen, dass sie daraus einen Ansatz zur Behandlung von Hautkrebs entwickeln können. [Quelle: kar]

 Ein Blick durchs Fernrohr weckt Heimatgefühle.

Amerikanische Astronomen haben im Sternbild Krebs ein Planetensystem entdeckt, das mit unserem vergleichbar ist. In 41 Lichtjahren Entfernung kreist ein großer Gasplanet um einen Stern mit der Bezeichnung 55 Cancri. Das Szenario erinnert an unser Planetensystem, wo Jupiter in knapp zwölf Jahren einmal um die Sonne kreist. Der fremde Planet braucht für seine Umrundung 13 Jahre. Die Forscher der Universität von Kalifornien in Berkeley und vom Carnegie-Institut in Washington haben berechnet, dass - theoretisch - auch ein erdähnlicher Planet um 55 Cancri kreisen kann. Die Weltraumforscher haben insgesamt 13 neue Planeten entdeckt. Darunter ist auch der kleinste, der jemals gesichtet wurde, aber vierzig mal mehr Masse als die Erde hat. [Quelle: drö]

 Ein neuartiges Gewehr reagiert nur auf Zielscheiben.

Das Gewehr hat ein Frankfurter Informatiker entwickelt und zum Patent angemeldet. Das melden die „Nürnberger Nachrichten“. Demnach funktioniert die Mechanik der Waffe nur dann, wenn man mit ihr eine Zielscheibe anvisiert, die einen Infrarotstrahl aussendet. Sobald der Schütze die Waffe sinken lässt, wird sie automatisch gesichert. Gewehren dieser Art ließen sich außerhalb des Schützenvereins nicht für kriminelle Zwecke missbrauchen. [Quelle: kar]
13.06.2002

 Die Etrusker bauten Brücken für die Ewigkeit ...

... und zwar - Zahnbrücken. Die waren so gut gearbeitet, dass man sie noch heute, rund 3000 Jahre später, benutzen könnte. Zu diesem Urteil kommen jetzt italienische Archäologen und Zahnärzte. Am Molekular-Archäologischen Forschungszentrum in Erice auf Sizilien nahmen sie just 21 Zahnbrücken aus der Etrusker-Zeit unter die Lupe. Das waren alle jemals in Italien entdeckten. Wie sich zeigte, wurden die Brücken durchweg aus einer relativ harten und beständigen Gold-Legierung gefertigt. Die Etrusker lebten tausend bis 500 vor Christus im Gebiet der heutigen Toskana. Offenbar waren sie nicht nur gefürchtete Seeräuber und gewiefte Händler, sondern auch glänzende Zahnärzte. [Quelle: mig]

 Mehr Deutsche als bisher angenommen leiden gleichzeitig an Bluthochdruck und Diabetes.

Betroffen ist jeder 10. Mann und jede 12. Frau. Das ergibt sich aus der bisher größten Studie zu den beiden Erkrankungen. Ihre Ergebnisse wurden heute in München vorgestellt. Für die Erhebung hatten Allgemein-Ärzte aus dem ganzen Bundesgebiet insgesamt über 45.000 ihrer Patienten befragt und untersucht. Studienleiter Hans-Ulrich Wittchen von der Universität Dresden nannte die Daten „alarmierend“. Ärzte sollten stärker auf Herz- und Nieren-Erkrankungen achten, die als Folge von Bluthochdruck und Diabetes bei Patienten auftreten könnten. [Quelle: vm]

 US-Ärzte beruhigen HIV-infizierte Schwangere.

Bei der Einnahme von AIDS-Medikamenten nähmen sie kein erhöhtes Risiko für ihr ungeborenes Kind in Kauf. Zu diesem Schluß kommen die Mediziner nach der Auswertung von insgesamt sieben US-Studien. Sie widersprechen damit einer früheren Schweizer Untersuchung, wonach bestimmte AIDS-Medikamente, sogenannte Protease-Hemmer, das Risiko für Frühgeburten erhöhen. Die neue Arbeit erscheint im Fachmagazin „New England Journal of Medicine“. Darin heißt es, es gebe keine Alternative zu dem gebräuchlichen Medikamenten-Cocktail, um der Übertragung des HI-Virus auf das ungeborene Kind vorzubeugen. [Quelle: vm]

 Die Abgase der Industrieländer haben eine fatale Fernwirkung.

Sie sollen die verheerenden Dürren in der afrikanischen Sahel-Zone in den vergangenen Jahrzehnten ausgelöst haben. Das behauptet jedenfalls ein US-amerikanisch-australisches Forscher-Team. Verantwortlich sei der inzwischen wieder rückläufige Ausstoß großer Mengen Schwefel in Nordamerika und Europa. Das ergebe sich aus einer Computer-Simulation der Forscher, berichtet die Wissenschaftszeitschrift „New Scientist“ Das Blatt zitiert zugleich andere Klimaforscher mit der Aussage, die These sei zwar interessant, aber doch spekulativ. Aus dem Schwefel entsteht in der Atmosphäre Sulfat-Schwebstaub. Er wirft die einfallende Sonnenstrahlung zurück und kühlt so die darunterliegende Luft ab. Nach dem neuen Klimamodell ist der industrialisierte Norden deshalb in den 80er Jahren im Vergleich zum Süden kälter geworden und hat den tropischen Regen-Gürtel nach Süden verschoben - über die Sahel-Zone hinaus. [Quelle: vm]
12.06.2002

 Forscher finden ein seltenes Molekül im All.

Einem Team von Astronomen des Max Planck Instituts für Radioastronomie und des California Institute of Technology ist es gelungen, ein Molekül mit der Bezeichnung ND3 im Weltraum nachzuweisen. ND3 ist ein Ammoniak-Isotop, bei dem alle drei Wasserstoff-Atome durch Deuterium - Atome ersetzt sind. Bei Deuterium handelt es sich um Wasserstoffato-me mit einem zusätzlichen Neutron. Der Nachweis gelang mit Hilfe eines Linien-Spektrums in der Wolke NGC 1333 im Sternbild Perseus. Nach Angaben der Forscher deutet das Vorhandensein dieses Moleküls darauf hin, daß es in dieser Wolke eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Deuterium geben muss. Bislang habe kein Forscher mit der Existenz von ND-3 Molekülen im All gerechnet. [Quelle: gät]

 Die Karten des menschlichen Genoms sind fehlerhaft.

Das berichten Forscher der Isländischen Firma Decode Genetic in einer Vorab-Veröffentlichung der britischen Fachzeitschrift ?Nature Genetics?. Demnach enthalten die aktuellen Karten des menschlichen Genoms, die von dem Human Genome Project veröffentlicht wurden, derzeit noch 104 schwere Fehler. Zum Teil seien ganze Abschnitte der DNA in falscher Reihenfolge oder verdreht dargestellt worden. Wie die ?New York Times? berichtet, halten Fachleute diese Fehler zwar für nicht ungewöhnlich; sie sind über die Größenordnung aber doch erstaunt. Für die Erforschung der Funktion einzelner Gene ist deren Lage in der DNA relativ unwichtig. Forscher und Unternehmen wie Decode Genetics, die die exakte Stelle eines krankheitsverursachenden Gens in dem Erbgut einkreisen wollen, sind aber auf genaue Gen-Karten angewiesen. [Quelle: gät]

 Leuchten statt schneiden.

Forscher aus Lübeck haben ein bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von Hautveränderungen entwickelt. Der sogenannte optische Kohärenz-Tomograph, kurz OCT, funktioniert ähnlich wie eine Ultraschallgerät. Statt akustischer Wellen schickt der OCT allerdings ein infraroten Laser in das Gewebe. Aus dem reflektierten Licht, das mit einem Referenzstrahl abgeglichen wird, errechnet der Computer dann ein zweidimensionales Bild. Mit dieser optischen Untersuchung kann die Haut rund 1,7 Millimeter tief durchleuchtet werden; die Aufnahmen sind nach Auskunft der Lübecker Ärzte deutlich besser als die von Ultraschall-Geräten. Bei dem optischen Verfahren könne auf Gewebeproben verzichtet werden, so die Ärzte. Ferner könnten sie das Ausmaß von Hautveränderungen gut feststellen, ebenso den Erfolg von Therapien. [Quelle: gät]

 Der Weiße Hai soll ins Aquarium.

Zumindest ein junges Exemplar. Dann könnten dort nach Auskunft von US-Meeresbiologen wichtige Informationen über die Verhaltensweisen der bedrohten Tiere gesammelt werden. Die Forscher wollen daher mit einem riesigen Unterwasserkäfig vor der südkalifornischen Küste auf Haifang gehen. Das Tier soll in einen 19 Millionen Liter fassenden Käfig gelockt werden und sich dort zunächst daran gewöhnen, von Menschen gefüttert zu werden. Anschließend wollen die Biologen den Hai in ein vorbereitetes Becken an die Küste transportieren. Bislang waren alle Versuche, einen Weißen Hai in Gefangenschaft zu halten und seine Lebensgewohnheiten zu studieren, erfolglos, weil die Tiere die Nahrung von Menschen verweigerten. [Quelle: gät]

 Die Lochkarte könnte als Computer-Speicher zurückkehren...

...allerdings in völlig neuer Form im Nanometer-Bereich. Schweizer IBM-Forscher haben einen Speicherchip entwickelt, der ähnlich wie ein Rasterkraft-Mirkroskop funktioniert. Dabei fahren eine Anzahl winziger Spitzen in kleinem Abstand über eine Kunststofffläche. Jede Spitze ist an einer wenige Mikrometer langen Silizium-Federzunge befestigt. Geschrieben werden Daten mit Nano-Spitzen, die rund 400 Grad heiss sind. Durch einen Stromstoß können diese auf den Kunststoff abgesenkt werden und schmelzen dann ein kleines Loch. Zum Lesen fahren andere Spitzen über die Oberfläche und registrieren diese Löcher. Auf dem Testchip von der Größe einer Briefmarke ließ sich eine Datendichte erreichen, die 20 Mal höher liegt als mit konventionellen Magnetspeichern. Problem ist derzeit allerdings die relativ niedrige Lese- und Schreibgeschwindigkeit. [Quelle: gät]
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