Freitag, 24.11.2017
18.06.2008

Biologie In Afrika leben so viele Nashörner, wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Nach Zählungen der Internationalen Naturschutzunion IUCN gibt es auf dem schwarzen Kontinent derzeit mehr als 21.000 Nashörner. Durch die Eindämmung der Wilderei hätten sich die Bestände der Breitmaul- und Spitzmaulnashörner erholt. Eine Unterart des Breitmaulnashorns, das Nördliche Weiße Nashorn, ist allerdings wahrscheinlich in den vergangenen zwei Jahren ausgestorben. Im August 2006 wurden im letzten Verbreitungsgebiet in der Demokratischen Republik Kongo noch vier Tiere gezählt, im Mai dieses Jahres kein einziges mehr. //[seyn]//

Umwelt Auch die EU will auf Energiesparlampen umsteigen.

Nachdem zuerst Australien und gestern auch Neuseeland ein Verbot herkömmlicher Glühbirnen angekündigt hat, plant nun auch die Europäische Union einen solchen Schritt. Die EU-Kommission will bis zum Jahresende strengere Energieeffizienzstandards für Lampen vorlegen. Es gebe aber noch keinen genauen Zeitplan dafür, wann die neuen Standards greifen und herkömmliche Glühbirnen vom Markt genommen werden müssten, erklärte ein Sprecher der Kommission. In der Diskussion sei eine schrittweise Umstellung auf Energiesparlampen innerhalb von entweder fünf oder neun Jahren. Wenn alle europäischen Haushalte mit Energiesparlampen ausgestattet würden, könnte dies nach Kommissionsangaben jährlich 45 Milliarden Kilowattstunden Strom sparen. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund 10 Millionen Haushalten. //[seyn]//

Biologie Weibliche Vorlieben beeinflussen die männliche Körpergröße.

Das gilt nach Ansicht amerikanischer Forscher zumindest für Atlantik-Kärpflinge. Die meisten Weibchen dieser Höhlenfische paaren sich gern mit großen Männchen, obwohl diese erst später geschlechtsreif werden und eine leichtere Beute für Räuber sind als kleine Männchen. Wie die Forscher im Fachmagazin "Royal Society Journal Biology Letters" schreiben, hält diese weibliche Vorliebe die evolutionär ungünstigeren großen Männchen in der Population. In den Höhlen, in denen die weiblichen Fische kleine Männchen bevorzugen, verschwinden große Männchen nach und nach aus der Population. //[seyn]//

Biologie Pilze sollen Geigen besser klingen lassen.

Schweizer und deutsche Forscher haben Holz mit Pilzen geimpft und es zwanzig Wochen lang verrotten lassen. Dadurch habe sich die Dichte des Holzes um zehn Prozent verringert und der Schall könne sich besser im Material ausbreiten, schreiben die Wissenschaftler in der Zeitschrift "New Phytologist". Aus dem behandelten Holz wollen sie nun Geigen bauen, die ähnlich klingen sollen wie echte Stradivari-Geigen. Wissenschaftler vermuten, dass der Wohlklang dieser legendären Geigen auf die kleine Eiszeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert zurückzuführen ist. Durch die kühleren Temperaturen während dieser Zeit legten die Bäume engere Jahresringe an. Dadurch verringerte sich die Dichte des Holzes und damit verbesserten die klanglichen Eigenschaften der Geigen. //[seyn]//

Umwelt Der Energieverbrauch in Deutschland ist stark gesunken.

Nach einer Statistik des Ölkonzerns BP haben die Deutschen im vergangenen Jahr 5,6 Prozent weniger Primärenergie verbraucht als 2006. Damit sank der Energieverbrauch hierzulande stärker als in jedem anderen Land der Welt. Im weltweiten Durchschnitt stieg der Verbrauch sogar an - um 2,4 Prozent. Dafür ist nach Angaben von BP zur Hälfte China verantwortlich, dessen Energieverbrauch im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent zulegte. //[seyn]//
17.06.2008

Biologie In einem Meteoriten steckt außerirdisches Erbgut.

Das entdeckten britische Forscher als sie den vor etwa 40 Jahren in Australien eingeschlagenen Murchison-Meteoriten untersuchten. Sie fanden die Nukleinbasen Uracil und Xanthin, die direkt an chemischen Reaktionen im Erbgut beteiligt sind. Die Mengenverhältnisse der enthaltenen Kohlenstoffisotope deuten nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass diese Nukleinbasen nicht auf der Erde entstanden sind. Wie sie in der Fachzeitschrift "Earth And Planetary Science Letters" schreiben, halten sie es aufgrund ihrer Ergebnisse für wahrscheinlich, dass Meteoriten an der Entstehung von Leben auf der Erde beteiligt waren. //[seyn]//

Biologie Walgesänge sollen Weibchen becircen.

Männliche Buckelwale singen, um mögliche Partnerinnen zu verführen und nicht, um Rivalen abzuschrecken oder herauszufordern. Das berichten australische Wissenschaftler, die 114 singende Buckelwale vor der Ostküste Australiens beobachteten. In der Zeitschrift "Animal Behaviour" schreiben sie, dass die Tiere ihren Gesang hauptsächlich dann erklingen ließen, wenn sie in der Nähe eines einsamen Mutter-Kind-Paares waren. Stieß ein weiteres Männchen zu der Gruppe, hörten sie sofort auf zu singen. //[seyn]//

Quelle: Animal Behaviour, wissenschaft.de

Astronomie Auf dem Mars klebt die Erde.

Die Nasa-Landefähre "Phoenix" hat begonnen, erste Bodenproben vom Mars zu analysieren. Unter dem Mikroskop seien kleinere Partikel rötlichen Gesteins, Körnchen aus schwarzem vulkanischen Glas sowie Staubteilchen aus der Atmosphäre zu erkennen, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität von Arizona. Überrascht waren die Wissenschaftler von der Klebrigkeit der Proben. Diese hatte im Vorfeld zu Problemen geführt, weil die Bodenprobe immer wieder am Sieb hängen blieb, das die Öffnung zum Analyse-Ofen der Landefähre bedeckt. Warum der Marsboden so klebrig ist, wissen die Forscher noch nicht. Bislang gelang es ihnen nicht, aus verschiedenen Mischungen irdischer Böden und Mineralien ein Material mit ähnlich klebrigen Eigenschaften herzustellen. //[seyn]//

Medizin Ein gesunder Lebensstil beeinflusst Krebsgene.

Drei Monate Sport und gesunde Ernährung führen dazu, dass Abwehrgene gegen eine wenig gefährliche Prostatakrebs-Variante aktiviert und Tumorgene gebremst wurden. Das berichten US-amerikanische Forscher im Fachmagazin "Proceedings Of The National Academy Of Sciences" – PNAS. Sie hatten 30 krebskranken Männern, die sich keiner konventionellen Therapie unterziehen wollten, ein Fitness- und Ernährungsprogramm verordnet. Durch den gesünderen Lebensstil änderte sich die Aktivität von mehr als 500 Genen im Prostatagewebe: bei 48 Genen stieg die Aktivität, bei 453 Genen sank sie. //[seyn]//

Medizin Kaffee schützt die Leber.

Bei Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung führt regelmäßiger Kaffeegenuss zu einem vergleichsweise milden Krankheitsverlauf. Das haben zahlreiche Studien in der Vergangenheit gezeigt, ohne dass sie die Ursachen hätten erklären können. Jetzt haben Mediziner des Universitätsklinikums Aachen an Leberzellen von Ratten entdeckt, dass Koffein den Anteil des Botenstoffs Cyclo-AMP in den Leberzellen erhöht. Dieser Botenstoff wiederum hemmt einen Bindegewebs-Wachstumsfaktor, der den Umbau gesunder Leberzellen in funktionsloses Bindegewebe verantwortet. In einer Pressemitteilung der Universität Aachen betonen die Forscher, dass sich eine chronische Lebererkrankung durch das Trinken von Kaffee nicht heilen lasse, aber der Krankheitsverlauf mit zwei Tassen Kaffee täglich zumindest verzögern werden könnte. //[seyn]//

Medizin Die Gehirne Homosexueller ähneln dem jeweils anderen Geschlecht.

Schwedische Forscher haben die Gehirne von 90 Probanden mit Hilfe der Magnetresonanztomographie untersucht. Sie stellten fest, dass die Gehirne von schwulen Männern genauso so symmetrisch sind wie die von heterosexuellen Frauen, während bei lesbischen Frauen und heterosexuellen Männern die rechte Gehirnhälfte etwas größer ist als die linke, die Gehirne also asymmetrisch sind. Auch die Verschaltung der beiden Mandelkerne, einer Gehirnregion die an der Entstehung von Angst beteiligt ist, sei bei Homosexuellen ähnlich aufgebaut wie beim jeweils anderen Geschlecht, schreiben die Forscher im Fachmagazin PNAS. //[seyn]//
16.06.2008

Medizin Das "Hunger"-Signal hellt auch die Stimmung auf.

Das Hunger-Gefühl wird unter anderem von einem Hormon mit Namen Ghrelin ausgelöst. Ghrelin wird vom leeren Magen in den Blutstrom abgegeben und gelangt so ins Gehirn. Seit Jahren testen Forscher, ob sich die Reaktion des Körpers auf das Hormon medikamentös unterdrücken lässt – als Therapie gegen Übergewicht. Im Fachblatt "Nature Neuroscience" berichten Forscher der Universitätsklinik in Dallas, dass Ghrelin unerwartete Wirkungen auf die Stimmung hat. So zeigten Versuchs-Mäuse mit einem hohen Ghrelin-Spiegel im Blut weniger Zeichen von Angst und Depression. Möglicherweise lasse sich Ghrelin als Stimmungsaufheller nutzen, so die Forscher. Als Nebenwirkung wäre allerdings mit Heißhunger zu rechnen – und langfristig mit einer deutlichen Gewichtszunahme. //[mawi]//

Medizin In Südafrika sind Tuberkulose-Patienten aus der Klinik geflohen.

Insgesamt 19 Patienten, die mit gefährlichen Tuberkulose-Erregern infiziert sind, seien aus einer geschlossenen Krankenhausabteilung in Port Elizabeth geflohen, teilten die Behörden in Südafrika mit. Über Ostern bereits hatten 33 Tuberkulose-Patienten die Wächter eingeschüchtert und das Hospital verlassen. An den gegen die meisten Medikamente resistenten Bakterien, den so genannten XDR-TB-Bakterien, sind mehr als 300 Menschen in Südafrika gestorben. In Südafrika wurde XDR-Tuberkulose erstmals 2006 nachgewiesen, damals starben 52 von 53 Infizierten. Die Zahl der Infizierten in der besonders betroffene Ostkap-Provinz wird auf über 200 geschätzt. Mediziner der Weltgesundheitsorganisation WHO haben bereits mehrfach vor den Folgen einer unkontrollierten Ausbreitung resistenter Stämme gewarnt. //[mawi]//

Psychologie Angst öffnet Augen und Nase.

Wenn wir unser Gesicht verziehen – aus Angst oder aus Ekel, drücken wir damit nicht allein Gefühle aus. Wir verändern auch unsere Sinneswahrnehmungen. Das berichten Forscher der kanadischen Universität Toronto im Fachblatt "Nature Neuroscience". Die Wissenschaftler haben in Wahrnehmungstests mit Probanden herausgefunden, dass ein angstvoll verzerrtes Gesicht das Gesichtsfeld vergrößert. Außerdem beschleunige es die Augenbewegung und erweitere die Nase. Das mache auch Sinn, so die Forscher. Bei Angst sei es hilfreich, möglichst viele Informationen über ein potentiell bedrohliches Umfeld zu erfassen. Eine Ekel-Grimasse hingegen sorge für kleine Nasenöffnungen und zusammen gekniffene Augen. Auch das mache Sinn, denn Ekel entstehe als Reaktion auf ein potenziell krank machendes Objekt. Je weniger von dessen Ausdünstungen eingeatmet werde, um so besser. //[mawi]//

Medizin Listerien-Bakterien tummeln sich gerne in Bauernhof-Betten.

Listerien sind krank machende Bakterien, die in Rohmilchkäse, Tartar oder Räucherlachs vorkommen können. Forscher der Technischen Universität München haben Staubproben aus Ställen und Kinderzimmern von Bauernhöfen in Südbayern untersucht. In knapp 30 Prozent der Tierstall-Proben und in 60 Prozent der Proben aus Matratzenstaub fanden die Forscher Listerien. Offenbar seien die Kinder den Keimen dauerhaft ausgesetzt, so die Forscher. Kinder vom Bauernhof, hatten frühere Studien gezeigt, erkranken seltener an Asthma und Allergien als ihre Altersgenossen aus der Stadt. Dass beide Befunde zusammenhängen - eine frühe und lang anhaltende Auseinandersetzung des Immunsystems mit Listerien also vor Allergien schützt - ist denkbar, aber noch nicht erwiesen. //[mawi]//

Astronomie Neil Amstrongs Spuren im Mond-Sand sind bedroht…

...das jedenfalls befürchten Astro-Historiker angesichts einer Renaissance der Mondforschung und angekündigter Projekte der USA, Chinas sowie privater Unternehmen. Es gebe nur eine einzige Chance, historische Orte auf dem Mond - wie etwa die Tranquility Base, wo Amstrong landete, zu schützen, so Dirk Spennemann von der australischen Charles Sturt University. Die Tranquility Base stehe für eine Errungenschaft der Menschheit, die bedeutender sei als die Pyramiden von Gizeh, wichtiger als die erste Überquerung des Atlantiks. Da der Mond keine Atmosphäre besitze und dort auch keine Bakterien lebten, seien Spuren und historische Relikte im Prinzip für alle Ewigkeiten sicher. Sicher aber seien sie nicht vor Rover-Fahrern kommender Mond-Expeditionen. Das müsse sich ändern. Spennemann forderte, historische Relikte unter Mond-Denkmal-Schutz zu stellen. //[mawi]//
13.06.2008

Biologie Forscher aus Israel ziehen eine Dattelpalme aus einem 2000 Jahre alten Kern.

Der Samen wurde in den 60er Jahren in der Festung Masada gefunden; 2005 pflanzten ihn Forscher des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem. Gut zwei Jahre später ist aus dem Kern eine Pflanze von 1,20 Meter entsprossen. Untersuchungen der Samenhüllen sowie von zwei weiteren, aus dem selben Fund stammenden Samen ergaben, dass die Mutterpflanze die Kerne vor rund 2000 Jahren gebildet hat. Damit ist der Methusalem getaufte Kern der älteste Samen der Welt, der gekeimt hat. Die aus ihm gewachsene Pflanze ist nach Angaben der Forscher im Fachblatt "Science" gesund. Der bisherige Rekordhalter war ein Lotussamen, der nach 1300 Jahren aufging. //[gät]//

Umwelt China ist jetzt CO2 Erzeuger Nummer eins.

Die Kohlendioxid-Emissionen des Landes übertreffen die der USA um rund 14 Prozent. Das hat die Niederländische Umweltagentur berechnet. Sie spricht dabei von einer vorläufigen Abschätzung und stützt sich auf Daten zum Energieverbrauch, die der Konzern BP kürzlich veröffentlicht hat. Der weltweite CO2-Ausstoß nahm demnach im vergangenen Jahr um etwas mehr als drei Prozent zu. Zwei Drittel davon gingen auf das Konto Chinas. Das Land habe acht Prozent mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen; vor allem durch eine Ausweitung der sehr energieintensiven Zementproduktion. Die Niederländer rechnen damit, dass dieser Industriezweig das Klima in Zukunft noch stärker belastet wird. Nach dem jüngsten Erdbeben in der zentralchinesischen Provinz Sichuan werde der Zementbedarf steigen, da viele Häuser neugebaut werden müssten. //[mra]//

Astronomie Die erste Weltraumannonce wirbt für Tortilla Chips.

Sechs Stunden lang haben die Radarsender der Europäischen Forschungsorganisation EISCAT auf Spitzbergen eine Funkwerbung ins All abgestrahlt. Die kommerzielle Botschaft richteten die Mitarbeiter der Station auf ein System im Sternbild Großer Bär; sie wird dort in 42 Jahren eintreffen. Da das Sternsystem eine Zone hat, in dem Leben existieren kann, hoffen die Forscher, auf Empfang zu stoßen. Für die Sendung erhalten sie von dem Hersteller der Chips eine ungenannte Zuwendung. Die Wissenschaftler hoffen, auf diese Weise zusätzliches Geld für den Betrieb der Anlagen einnehmen zu können. EISCAT betreibt Forschungsradars zur Untersuchung der Lufthülle. Ob extraterrestrisches Leben die kommerzielle Note der Botschaft allerdings entschlüsseln wird, ist ungewiss: Die Wissenschaftler haben sie als Folge von Nullen und Einsen gesendet. //[gät]//

Astronomie Pluto wird zum Archetyp der Kleinplaneten jenseits des Neptun.

Vor zwei Jahren haben die Astronomen Pluto den Status eines Planeten entzogen. Jetzt hat die Internationale Astronomische Union auf ihrer Tagung in Oslo beschlossen, die Kleinplaneten, die jenseits des Neptun kreisen, künftig als Plutoiden zu bezeichnen: Himmelskörper, die zwar genug Masse und damit Anziehungskraft haben, um annähernd rund zu sein, die aber dennoch zu klein sind, um als Planeten zu gelten. Nach der neuen Definition hat das Sonnensystem jetzt acht Planeten und zwei Plutoiden: Pluto und den Kleinplaneten Eris. //[gät]//

Physik Der Fusionsreaktor Iter wird teurer als geplant.

Statt der geplanten fünf Milliarden Euro dürften die Kosten für das Experiment bei 6,2 bis 6,6 Milliarden liegen. Das berichtet das Fachblatt "Nature" unter Berufung auf einen wissenschaftlichen Arbeitskreis des Projekts. Die Forscher führen die höheren Kosten demnach auf Konstruktionsänderungen zurück - so müsse der Forschungsreaktor an dem jetzt geplanten Standort Cadarache gegen Erdbeben gesichert werden. Ferner wollten Ingenieure nach Untersuchungen mehr Magnete zur Steuerung des Plasmas einsetzen als ursprünglich geplant. Über die Mehrkosten und die Verzögerung des Baus zwischen einem bis drei Jahren sollen die Mitglieder des Iter-Projekts in der kommenden Woche unterrichtet werden. //[gät]//

Raumfahrt Die nächsten Taikonauten starten im Herbst.

Das berichten die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua sowie weitere Zeitungen in Peking unter Berufung auf einen Sprecher der Mission. An Bord der Shenzhou VII werden den Berichten zufolge drei Taikonauten ins All starten. Einer davon soll während der Mission aussteigen und nicht näher bezeichnete wissenschaftliche Experimente durchführen. Einen genauen Starttermin nannten die Medien nicht. Derzeit trainieren Chinas Raumpiloten noch dem Umgang mit ihren Schutzanzügen; die Kapsel selbst ist den Angaben zufolge bereits fertig gestellt und geprüft. //[gät]//
12.06.2008

Informationstechnologie Los Alamos knackt die Billiarden-Marke.

Im amerikanischen Los Alamos National Laboratory hat IBM einen Superrechner in Betrieb genommen, der erstmals die Petaflop-Grenze überschreitet. Der als Roadrunner bezeichnete Rechner kann eine Billiarde Rechenoperationen in einer Sekunde ausführen. Mit seinen 13.000 Cell-Chips und 7000 Opteron-Prozessoren ist er doppelt so schnell ist wie das Vorgängermodell Blue Gene. Als Betriebssystem wurde eine modifizierte Version von Linux verwendet. Dadurch ist es jetzt möglich, dass eine derart hohe Zahl an Prozessoren zusammenarbeitet. Die verwendeten Cell-Chips sind zum Teil in Deutschland entwickelt worden und stecken unter anderem in der Playstation-Spielekonsole. Die Nutzung des neuen Superrechner Roadrunner ist zunächst den amerikanischen Militärs vorbehalten. Dies wird unter Computerwissenschaftler kontrovers diskutiert, denn das Pentagon will mit den Rechnern die genauen chemischen und physikalischen Prozesse nach Explosionen simulieren. Dies könnte der Entwicklung neuer Atomwaffen dienen. //[wel]//

Biologie Wildvögel übertragen selten die Vogelgrippe.

Bisher standen Wildvögel, vor allem Wasservögel im Verdacht, das Vogelgrippe-Virus in die Geflügelhaltung einzuschleppen. Dies ist jedoch eher selten der Fall. Zu diesem Schluss kommt das grenzüberschreitende Forschungsprogramm „Constanze“. Wissenschaftler der Vogelwarte Radolfzell am Max-Planck-Institut für Ornithologie hatten von Oktober 2007 bis Januar 2008 insgesamt zwölf Geflügelbetriebe beobachtet. Sie stellten fest, dass es zwischen wildlebenden Enten und gehaltenen Hühnern, Enten oder anderem Hausgeflügel kaum direkte Kontakte gebe. Auch das Schweizer Tropeninstitut fand bei Befragungen von 4000 Haltern von Freilandgeflügel heraus, dass nun in jeden sechsten Betrieb Wasservögel eingeflogen waren. //[tj]//

Planetologie Die Marssonde „Phoenix“ erhitzt die ersten Bodenproben.

Nach tagelangen vergeblichen Bemühungen hat es jetzt endlich geklappt: die ersten Bodenproben des Mars sind in den Analyseofen der Marssonde gerutscht und werden dort langsam erhitzt – letztlich bis auf 1000 Grad Celsius. Dies soll Aufschluss geben über ihren Wassergehalt und die in der Probe enthaltenen Minerale. Seit vergangenem Samstag hatte der Roboterarm von Phoenix aufgeschaufelte Proben auf den Einlassfilter des Analyseofens gelegt. Sie waren jedoch zu verklumpt, um den Weg in den Ofen zu schaffen. //[tj]//

Biologie Robben orientieren sich an den Sternen.

Experimente von dänischen und deutschen Wissenschaftlern zeigen: Der Orientierungssinn bei Robben ist besser ausgebildet als der von Vögeln. Die Forscher beobachteten die Tiere in einem eigens angelegten Planetarium mit Schwimmbecken. Die Robben waren in der Lage, sich auf einem künstlichen und sich immer wieder verändernden Firmament zurechtzufinden. Von nachts navigierenden Vögeln ist diese Fähigkeit auch bekannt. Allerdings erkennen Vögel nicht einzelne Sterne, sondern ermitteln anhand der Rotation der Himmelskörper um den Polarstern lediglich die Nordrichtung. Die Robben aber fanden sogar einen einzelnen, sich bewegenden Stern immer wieder. Diese Fähigkeit, aus der Lage einzelner, sich bewegender Sterne auf die Richtung zu schließen, ist bei Tieren bisher nicht bekannt. //[tj]//

Medizin Ein neuer Wirkstoff soll gegen Alzheimer-Plaques vorgehen.

Bei Alzheimer-Patienten bilden sich im Gehirn Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid. Lange Beta-Amyloid-Stücke ballen sich zusammen und beeinträchtigen die Gehirnfunktion. Ein neuer Wirkstoff greift dieses Protein direkt an. Das berichtet das Fachmagazin „Nature“. Der Wirkstoff namens Tarenflurbil stammt aus der Gruppe der Gamma-Secretase-Modulatoren und wird derzeit in der dritten und letzten Phase von klinischen Studien getestet. Wie sich zeigt, sorgt der Wirkstoff nicht nur dafür, dass die Produktion von langen Beta-Amyloid-Stücken sinkt. Er begünstigt gleichzeitig, dass kurze Beta-Amyloid-Stücke gebildet werden. Dadurch würden die langen Varianten daran gehindert sich zusammenzuballen und Ablagerungen zu bilden, berichten Forscher von der Mayo Clinic in Jacksonville, die das neue Mittel testen. //[tj]//
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