Montag, 18.12.2017
05.07.2011

Anthropologie Die ersten Bananenbauern pflanzten wahrscheinlich auf Neuguinea

Davon ist ein Forscherteam aus Europa und Australien überzeugt. Die Wissenschaftler stützen sich auf eine Analyse des Erbguts der Bananen, auf Archäologische Spuren und begriffsgeschichtliche Untersuchungen. Die Analyse des Erbguts zeige, dass in Süd-Ost-Asien eine Bananenpflanze entstand, die nur durch Zucht erklärbar sei. Archäologische Spuren und Sprachliche Untersuchungen zeigten dann, dass sich der Anbau dieser Pflanzen von Neuguinea aus ausbreitete. Die Forscher hoffen, dass ihre Untersuchungen zur Zucht von neuen, widerstandsfähigen Pflanzen führe. //[gä]//

Quelle: PNAS: Xavier Perrier et al.,Mulitdisciplinary perspectives on banana (Musa spp.)

Gesundheit Feinstaub macht dumm und ängstlich

Davon zeigen sich Forscher aus den USA im Fachblatt "Molecular Psychiatry" überzeugt. Die Wissenschaftler hatten vermutet, dass Feinstaub nicht nur Herz und Lunge angreift, sondern auch das Hirn. Sie ließen daher Versuchsmäuse monatelang Partikel geschwängerte Luft atmen. Danach mussten die Tiere Lernaufgaben lösen und Angstsituationen bestehen – wobei sie fast immer schlechter abschnitten als Tiere, die saubere Luft atmen konnten. Eine Untersuchung der Hippocampi jener Tiere zeigte, dass die Nervenzellen weniger Dornfortsätze hatten. An den Dornfortsätzen sitzen die Synapsen und übertragen Signale. Die Forscher führen das auf Feinstaub-Partikel zurück und ziehen den Schluss, dass diese Partikel auch das Hirn schädigen. Seit 2005 gilt für die Städte Europas ein EU-weit einheitlicher Grenzwert für Feinstaub von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser darf nicht öfter als 35 mal pro Jahr überschritten werden. Seit dem 11. Juni 2011 müssen die Städte mit Strafgeldern rechnen, wenn diese Grenze überschritten wird. //[gä]//

Quelle: In:Molecular Psychiatry, 5.7.2011, DOI 10.1038/mp.2011.76

Medizin Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs

Rund ein viertel der weltweit auftretenden Lungenkrebserkrankungen treten bei Menschen auf, die nie geraucht haben. Mediziner vermuteten zwar, dass die Ursachen und der Verlauf unterschiedlich sind, hatten bis jetzt aber wenig Belege. Forscher aus Kanada berichten nun auf der Welt.-Lungenkrebs-Konferenz in Amsterdam, dass sich das Erbgut von Nichtraucher-Lungentumoren erheblich unterscheidet vom Genom der Raucher-Lungenkrebszellen. Es sei deutlich instabiler und weise mehr Veränderungen auf. Die Forscher vermuten daher, dass andere molekulare Prozesse bei Nichtrauchern zu Lungenkrebs führen als bei Rauchern, und dass deshalb die Krankheit unter Umständen unterschiedlich behandelt werden müsste. //[gä]//

Technologie Im Atomkraftwerk Fukushima soll ein Roboter die Radioaktivität im Reaktorblock drei messen

Das meldet der japanische Fernsehsender NHK. Die Messung ist Teil der Vorbereitung für die Einleitung von Stickstoff. Der Betreiber des Atomkraftwerks, TEPCO, plant, ab dem 17. Juli Stickstoff in den Block zu leiten, um eine weitere Wasserstoff-Explosion zu verhindern. Am Montag hatten Arbeiter den Boden des Kraftwerks mit Stahlplatten abgedeckt. Sie hoffen damit, die Strahlung von herum liegenden Schutt reduzieren zu können. Den Erfolg dieser Maßnahme soll der Roboter messen. Die "Süddeutsche Zeitung" meldet unterdessen, dass die Stromkonzerne Eon und RWE von ihrem Vorhaben, in Großbritannien neue Atomkraftwerke zu bauen, abrücken. Als Grund gab das Blatt an, Manager der Konzerne hielten den Neubau der fünf bis sechs Reaktoren für zu teuer. RWE und Eon teilten mit, über das Projekt im Herbst entscheiden zu wollen. //[gä]//

Biologie Archae:en könnten helfen, Biotreibstoffe zu erzeugen

Archae:en sind bakterienähnliche Einzeller, die sich früh entwickelt haben und heute meist in sehr extremen Umgebungen leben. Eine besondere Art stellen jetzt Forscher der Universität von Kalifornien in "Nature Communications" vor: Der einfache Einzeller lebt in fast kochendem Wasser und labt sich vor allem an Pflanzenresten, an Zellulose. Die Wissenschaftler hoffen, das dafür zuständige Enzym oder die Mikrobe selbst in Bioreaktoren einsetzen zu können, um selbst aus besonders widerstandsfähigen Pflanzenresten zum Beispiel Treibstoffe herzustellen. //[gä]//

Quelle: Nature Communications , DOI 10.1038/ncomms1373

Archäologie Der tiefste Steinzeit-Brunnen Europas öffnet sich im Rheinland

Der Brunnen ist rund 7100 Jahre alt und reicht über 15 Meter in die Tiefe. Er ist mit Eichenbohlen ausgekleidet und wurde bei Vorbereitungen für den Braunkohle-Tagebau in der Region entdeckt. Archäologen hoffen, in dem komplett geborgenen Bodenstück auf weitere Steinzeit-Funde. Im Rheinland wurden insgesamt drei Brunnen aus dieser Zeit entdeckt. //[gä]//

Botanik Bockshornkleesamen aus Ägypten soll europaweit aus dem Handel genommen werden

Der Samen hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die EHEC-Ausbrüche in Frankreich und Deutschland verursacht. Das teilten das Bundesamt für Risikobewertung, das Robert-Koch-Institut und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gemeinsam in Berlin mit. Auch Experten der Lebensmittelbehörde der EU sind zu einem ähnlichen Schluss gekommen. Damit hat sich der Verdacht gegen die Samen aus Ägypten erhärtet. Unklar sei jedoch noch, ob die Samen wirklich aus Ägypten stammen, oder nur über das Land am Nil vertrieben wurden. //[gä]//
04.07.2011

Medizin Das AIDS-Virus schädigt die Blut-Hirn-Schranke

Das HI-Virus schwächt das Immunsystem, schädigt aber auch das Gehirn. Mediziner vom Albert-Einstein-College in New York haben jetzt das Rätsel gelöst, warum es bei vier bis sechs von zehn Infizierten zu leichten Gedächtnisstörungen und anderen neurologischen Beeinträchtigungen kommt – bei fünf von 100 Patienten sogar zu einer ausgeprägten Demenz. Das AIDS-Virus befällt im Gehirn nur bestimmte Zellen. Diese sogenannten Astrozyten machen nur etwa fünf Prozent der Hirnzellen aus, sind aber unter anderem Teil der Blut-Hirn-Schranke. Infizierte Astrozyten bilden giftige Signalstoffe, die benachbarte nicht infizierte Zellen abtöten, schreiben die Forscher im "Journal of Neuroscience". Dadurch werde die Blut-Hirn-Schranke geschwächt. Schädliche Substanzen, die sonst nicht die Blut-Hirn-Schranke passieren könnten, gelangten so plötzlich in das Gehirn. Die Forscher wollen jetzt nach Wegen suchen, die Signalkaskaden zu stoppen, die von infizierten Astrozyten abgegeben werden, um so Hirnschäden frühzeitig vorzubeugen. //[mawi]// Link zum Quellen-Artikel

Quelle: Journal of Neuroscience

Medizin Magenbakterien schützen Mäuse vor Asthma

Mediziner aus Mainz und Zürich haben im Tierversuch an Mäusen beobachtet, dass eine frühzeitige Ansteckung mit dem Magenbakterium //Helicobacter pylori// vor allergischem Asthma schützt. Wurden die Mäuse bereits kurz nach der Geburt mit dem Bakterium infiziert, reagierten sie selbst auf stark Asthma auslösende Substanzen kaum, berichten die Forscher im "Journal of Clinical Investigation". Die Forscher erklären den Asthma-Schutz damit, dass durch die Infektion mit dem Magenbakterium insbesondere der zelluläre Arm des Immunsystems aktiviert wird. Es komme zu einer Anreicherung insbesondere von regulatorischen T-Zellen – auch in der Lunge. Mediziner vermuten schon länger, dass Bakterien-Infektionen im frühen Kindesalter das Immunsystem so prägen, dass das Asthmarisiko eher sinkt. In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Menschen mit Asthma deutlich zugenommen. Das Magenbakterium //Helicobacter pylori// kann Magengeschwüre und auch Magenkrebs auslösen. Aus diesem Grund wird einen Infektion oft mit Antibiotika bekämpft, selbst wenn keine Beschwerden vorliegen.//[mawi]//

Quelle: Journal of Clinical Investigation, DOI: 10.1172/YCI45041

Medizin Oxytocin ist mehr als nur ein Kuschel-Hormon

Eigentlich spielt Oxytocin eine wichtige Rolle bei der Geburt und bei sozialem Verhalten. Forscher aus der Schweiz berichten nun jedoch, dass dieses Hormon auch die Reaktionen auf Angst beeinflussen kann, insbesondere, ob ein Tier die Flucht ergreift oder vor Schreck erstarrt. Im Tierversuch an Ratten haben sie entdeckt, dass Oxytocin in den Hirnen die Neigung unterdrückt zu erstarren. Gleichzeitig wird das Herz nicht vom Hormon beeinflusst. Wie viele Rezeptoren für den Botenstoff im Hirn vorhanden sind, ist dabei von Tier zu Tier unterschiedlich, wie auch generell die Hirnregion, die Angstreaktionen steuert, individuell verschieden ist. //[mawi]//

Quelle: Danielle Vivani et al.,Oxytocin Selectivity Gates Fear Responses Through Distinc

Medizin Kupfer könnte Karriere machen….

… beim Kampf gegen Krankenhausinfektionen. Mit Kupfer beschichtete Oberflächen könnten das Risiko, eine Krankenhausinfektion zu erwerben, um mehr als 40 Prozent reduzieren. Das berichteten Mediziner der Universität Southampton auf der ersten Internationalen Tagung zur Infektions-Vorbeugung und –Kontrolle, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerichtet wurde. In Räumen, deren Oberflächen mit Kupfer beschichtet waren, stellten die Mediziner eine 97prozentige Keimreduktion fest. Da Bakterien auf Kupfer nicht lange überleben könnten, würde so auch die Entwicklung von resistenten Bakterienstämmen gebremst. Forscher in den USA hatten bereits zeigen können, dass sich allein schon durch die Verwendung kupferbeschichteter Bettgriffe, Krankentische, Klingelknöpfe und Injektionsbestecke die Zahl von Krankenhausinfektionen auf Intensivstationen deutlich senken lässt. //[mawi]//

Quelle: University of Southampton

01.07.2011

Planetologie Neue Bilder vom Mond helfen, Asteroideneinschläge zu verstehen.

Das berichten die Nasa und Wissenschaftler der Arizona State University. Die Forscher hatten Bilder des Lunar Reconaissance Orbiter vom Krater Tycho ausgewertet und rekonstruiert, wie er entstanden ist. Der Einschlag muss demnach sehr heftig und schnell geschehen sein, vermuten die Wissenschafter: Beim Einschlag explodierte der Asteroid. Sekundenlang öffnete sich im Mondboden ein bis zu zehn Kilometer tiefes Loch. Dann schnellte das Gestein zurück nach oben und bildete einen zentralen Berg. Der Vorgang ist vergleichbar mit Wasser, in das ein Stein geworfen wird. Gleichzeitig rissen die Gase der Explosion Gestein und Staub empor. Diese Wolke teilte sich dann: Die Gase verflüchtigten sich ins All, die teilweise verglasten Felsbrocken stürzten zurück zum Mond – und landeten auf dem bereits emporgeschossenen Zentralberg. Der Krater Tycho öffnet sich auf der Südhalbkugel des Mondes. Er ist von der Erde aus als heller Fleck zu sehen, von dem aus sich Strahlen über weite Strecken des Mondes ausbreiten. //[gät]//

Quelle: DOI: 101126/science.1203618

Biologie Rüsselkäfer führen ihre Beine in Schraubgelenk-Hüften.

Bei den meisten Insekten ähneln die Hüftgelenke einfachen Scharnieren. Nicht so jedoch bei den Rüsselkäfern: Bei ihnen ist das Gelenk geformt wie eine Archimedische Schraube mit etwa anderthalb Windungen. Dieses Gewinde dreht sich in einer Pfanne, die einer Schraubenmutter ähnlich ist. Das notieren Wissenschaftler der Universität Karlsruhe und der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf in "Science". Sie vermuten, dass diese ungewöhnliche Gelenkform den Käfern mehr Halt auf Zweigen und Blättern verleiht. Die Wissenschaftler hatten die einen halben Millimeter großen Gelenke mit Hilfe des Synchrotrons in Karlsruhe untersucht. //[gät]//

Quelle: Science, Band 333, Seite 52f

Paläontologie Das Gefieder von Ur-Vögeln könnte am Körper dunkel, an den Flügelspitzen hell gewesen sein.

Darauf deutet die Untersuchung von Wissenschaftlern aus Großbritannien und China hin. Die Forscher hatten die versteinerten Reste zweier Urvogelarten mit Hilfe eines starken Röntgengeräts durchleuchtet. Sie suchten dabei nach Spuren von Kupfer. Kupfer ist eines der Bestandteile des Pigments Eu-Melanin. Dieses Pigment färbt Haare oder Federn dunkelbraun bis schwarz. Zerfällt es nach dem Tod des Tieres, bleiben Spuren von Kupfer in den Fossilien zurück. Die Verteilung dieser Spuren deuten darauf hin, dass der Urvogel //Confuciusornis sanctus// an Bauch, Brust und Kopf dunkel gefärbt war, während seine Flügel zu den Spitzen hin immer heller wurden. //[gät]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1205748

Energie In Tokio und Nord-Japan müssen Unternehmen ihren Stromverbrauch um 15 Prozent drosseln.

Das hat die japanische Regierung in ihrer Stromspar-Verordnung festgehalten, die am 1. Juli in Kraft getreten ist. Mit dieser Verordnung will die Regierung die Stromnetze im Norden vor einem Zusammenbruch schützen. Nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März stehen immer noch vier Atomkraftwerke in der Region Tohoku still. Im Sommer jedoch steigt der Stromverbrauch in Japan in der Regel steil an, weil viele Unternehmen und Privatleute starken Gebrauch von ihren Klimaanlagen machen. Im Atomkraftwerk Fukushima sind unterdessen Arbeiter zum ersten Mal seit der Explosion in den Reaktorblock 4 vorgedrungen. Ihre Bilder zeigen, dass die Decke der fünften Etage weitgehend eingestürzt ist. Allerdings läßt die gemessene Radioaktivität nach Angaben von Tepco Reparaturarbeiten zu. Das Betreiberunternehmen hofft, das Abklingbecken im Block 4 mit Hilfe einer externen Anlage kühlen zu können. //[gät]//

Quelle: NHK

Neurologie Babys erfassen Emotionen schon ab einem Alter von drei Monaten.

Das berichten Forscher aus Großbritannien im Fachblatt "Current Biology". Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe der funktionalen Magnetresonanz-Tomographie untersucht, wie schlafende Babies auf Geräusche und Stimmen reagieren. Dabei stellten sie fest, dass bereits bei drei Monate alten Säuglingen bestimmte Regionen auf traurige oder wütende Stimmen reagieren. Neutrale oder freundliche Geräusche dagegen riefen keine Reaktionen hervor. Die Wissenschaftler hoffen, anhand ihres Ergebnisses erkennen zu können, welche Entwicklung bei autistischen Kindern anders verläuft. //[gät]//

Quelle: DOI 10.1016/j.cub.2011.06.009

30.06.2011

Psychologie Mit SMS läßt sich das Rauchen leichter aufhören.

Die Erfolgschancen sind sogar doppelt so hoch, wenn Raucher per SMS motiviert werden, auf Nikotin zu verzichten. Das hat eine britische Studie ergeben, die im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurde. 5800 Raucher waren in zwei Gruppen aufgeteilt worden. Diejenigen, die in den ersten Wochen täglich fünf aufmunternde persönliche SMS-Botschaften erhielten und danach immerhin noch drei pro Woche, hatten es wesentlich leichter auf Zigaretten zu verzichten. Über zehn Prozent waren nach sieben Monaten nikotinfrei. Die anderen Studienteilnehmer bekamen nur alle zwei Wochen eine langweilige und unpersönliche SMS. Noch nicht einmal fünf Prozent motivierte das zum Nichtrauchen. //[tj]//

Quelle: The Lancet

Epidemiologie Eine EHEC-Spur führt nach Ägypten.

Bockshornkleesamen aus Ägypten könnten der Auslöser für die EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich sein. Zu diesem Schluss kommen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in Parma und das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten in Stockholm. Ihrer Analyse zufolge gibt es sowohl eine Verbindung zwischen einer ägyptischen Samenlieferung von 2009 und dem EHEC Ausbruch in Frankreich als auch zwischen der Einfuhr von Bockshornkleesamen nach Deutschland im Jahr 2010 und dem hiesigen Ausbruch. Ob die Samen allerdings die gemeinsame Ursache aller EHEC-Erkrankungen ist, bleibt noch unklar. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Ein europäisches Astronomenteam hat ein kosmisches Leuchtfeuer aus der Frühzeit des Alls entdeckt.

Es strahlt in einer Distanz von 12,9 Milliarden Lichtjahren und ist damit nur 800 Millionen Jahre jünger als das Universum selber. Das Fachmagazin "Nature" berichtet über den Fund dieses sogenannten Quasars. Als Quasar wird eine extrem helle Galaxie bezeichnet, deren Leuchtkraft vermutlich von supermassereichen Schwarzen Löchern in ihrem Zentrum erzeugt wird. In diesem speziellen Fall wird der Quasar von einem Schwarzen Loch mit zwei Milliarden Sonnenmassen angetrieben. Die europäischen Forscher erhoffen sich von diesem Objekt Aufschluss darüber, wie supermassereiche Schwarze Löcher einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall an Masse zugenommen haben. Nach gängigen Theorien sollten Schwarze Löcher nämlich nicht so schnell wachsen können. //[tj]//

Quelle: Nature

Klima 2010 war das zweitwärmste Jahr der Aufzeichnungen...

... und im globalen Durchschnitt nur ein klein wenig kühler als der Rekordhalter 2005. Das geht aus einem aktuellen Klima-Statusbericht hervor, der jetzt in den USA veröffentlicht wurde. Herausgeber sind die Nationale Fachbehörde für Ozean und Atmosphäre sowie die Amerikanische Meteorologische Gesellschaft. Die Autoren machen steigende Treibhausgas-Emissionen und eine natürliche Wärmephase im Pazifik bis Mitte 2010 für das hohe Temperaturniveau verantwortlich. Die Gletscher auf Grönland verloren im vergangenen Jahr so viel Masse wie noch nie. Auf der Nordhalbkugel ging die Schneebedeckung im Frühjahr 2010 stärker zurück als in den vorausgegangenen 40 Jahren. Andererseits erlebte Großbritannien den kältesten Winter in neuerer Zeit, und das Meereis in der Antarktis erreichte eine Rekordausdehnung. Der Report erklärt das mit bestimmten Zirkulationsmustern der Atmosphäre, die regionale Kältephasen in diesen Fällen begünstigten. //[vm]//

Quelle: NOAA

Robotik Roboter bekommen bald eine Haut, mit der sie fühlen.

Wissenschaftler der Technischen Universität München haben eine Kunsthaut entwickelt, mit der Roboter taktile Informationen aufnehmen. Ähnlich wie bei der menschlichen Haut könnte zum Beispiel die Art, wie die Kunsthaut berührt wird, zu einem spontanen Zurückweichen führen oder dazu, dass die Maschine erst einmal mit ihren Kameraaugen forscht, wer oder was die Berührung verursacht hat. Die neue Roboterhaut setzt sich aus gut fünf Quadratzentimeter großen, sechseckiges Plättchen zusammen. Aneinander gesteckt ergeben sie ein bienenwabenartiges Gebilde, mit dem sich ein Roboter komplett überziehen läßt. Dabei stecken in jeder kleinen Platine vier Infrarot-Sensoren, die alles registrieren, was einen Abstand von einem Zentimeter unterschreitet. Hinzu kommen sechs Temperatursensoren sowie ein Beschleunigungssensor. Außerdem sollen die Platinen noch um weitere Sensoren für zum Beispiel Druck erweitert werden. //[tj]//

Quelle: TU München

Medizin Die Therapie von Eierstockkrebs läßt sich verbessern.

Und zwar mit Hilfe einer genauen Zuordnung. US-Forscher haben genetisches Material von knapp 500 Eierstocktumoren analysiert. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass sich diese Krebsart in vier Gruppen einteilen läßt. Der jetzt vorliegende "Krebs-Genom-Atlas" für diese Tumorart soll individualisierte und auf den jeweiligen Krebstyp zugeschnittene Therapien ermöglichen, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". //[tj]//

Quelle: Nature

29.06.2011

Biologie Auch Fische benutzen Werkzeuge.

Australische Forscher haben einen Fisch beobachtet, der offenbar Steine als Amboss verwendet. Knackgeräusche hatten sie während eines Tauchgangs im Great Barrier Reef auf einen Schwarzfleck-Zahnlippfisch aufmerksam gemacht. Dieser trug eine Herzmuschel im Maul und schlug sie rhythmisch gegen einen Stein, bis die Schale zerbrach. Wie die Forscher im Fachblatt "Coral Reefs" vermuten, handelt es sich dabei um den ersten dokumentierten Fall von Werkzeuggebrauch bei Fischen. Weil das Tier den Stein als funktionale Erweiterung seines Kiefers verwendet, erfülle sein Verhalten die Kriterien, welche die Schimpansenforscherin Jane Goodall in den 1970er-Jahren für den Werkzeuggebrauch definiert hatte. [nehr]

Quelle: Coral Reefs

Chemie Plutonium geht den Weg des Eisen.

Das giftige und radioaktive Schwermetall Plutonium wird von Körperzellen ähnlich aufgenommen wie Eisen. Eine Eiweißverbindung, das Transportprotein Transferrin, schleust die Metallteilchen in die Zelle ein. Das berichten Forscher aus den USA im Fachblatt "Nature Chemical Biology". Ganz ohne Eisen funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht: Nur wenn das Molekül genau ein Eisen- und ein Plutoniumteilchen transportiert, kann es die Hülle um die Zelle durchdringen. Zwei Plutoniumteilchen würden das Molekül zu stark verformen. Die Forscher schlagen einige Substanzen vor, welche die Aufnahme des giftigen Stoffes auf diesem Wege blockieren können. [ar]

Quelle: Nature Chemical Biology

Raumfahrt Das Ende der US-Shuttleflotte wird am 8. Juli eingeleitet.

Diesen Termin hat die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA für den Start der letzten Raumfähre festgelegt. Dann soll die Atlantis zu ihrem finalen Flug zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Die 135. und letzte Shuttle-Mission mit vier Astronauten an Bord soll zwölf Tage dauern. Mit der Rückkehr der Raumfähre am 20. Juli endet nach 30 Jahren das Shuttle-Programm der Vereinigten Staaten. US-Astronauten sind dann vorerst auf russische Sojus-Raketen angewiesen, um zur ISS zu gelangen. [mst]

Quelle: NASA

Geologie Geologen bestimmen das Alter des Brockens.

Forscher der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden haben das Gestein des höchsten Bergs Norddeutschlands neu datiert. Demzufolge ist der 1.141 Meter hohe Brocken 293 Millionen Jahre alt und damit rund 40 Millionen Jahre älter als bislang angenommen. Damit ist der Brockengranit mit der Entstehung und dem beginnenden Zerfall des Superkontinents Pangäa in Zusammenhang zu bringen, so die Forscher. [mst]

Quelle: idw-online.de

Biologie Invasive Arten sind besonders stressresistent.

Frachtschiffe transportieren nicht nur Container, sondern auch unzählige Meeresorganismen als blinde Passagiere. Dadurch gelangen viele Arten in fremde Ökosysteme. Damit sich eine Spezies in einer neuen Umgebung etablieren kann, muss sie besonders tolerant gegenüber Umweltstress sein. Das berichten Kieler Meeresbiologen im Fachblatt "Environmental Research". Die Forscher des IFM-Geomar hatten die Toleranzen verschiedener Muscheln, Seescheiden und Flohkrebse miteinander verglichen. Dabei sahen sie, dass Arten, die bereits fremde Ökosysteme erobert hatten, deutlich besser mit Schwankungen der Wassertemperatur oder des Salzgehalts umgehen konnten als ihre nicht-invasiven Verwandten. Mithilfe der Ergebnisse könnte zukünftig das Ausbreitungspotenzial einer Art schon vor der Invasion abgeschätzt werden, hoffen die Forscher. [nehr]

Quelle: IFM-Geomar

Raumfahrt Der Iran will einen Affen ins Weltall schießen.

In vier bis sieben Wochen soll eine Rakete vom Typ Kavoshgar-5 starten und eine Kapsel mit einem Affen an Bord auf eine 120 Kilometer hohe Umlaufbahn bringen. Agenturangaben zufolge betrachtet die iranische Raumfahrtbehörde diesen Flug als Vorstufe vor dem Flug des ersten Iraners ins Weltall. Seit 2008 verfolgt der Iran sein eigenes Weltraumprogramm. [mst]

Paläontologie Dickschädel sind hart im Nehmen.

Diese Gleichung galt zumindest für die Pachycephalosaurier, die auch umgangssprachlich als Dickkopfdinosaurier bezeichnet werden. Paläontologen aus Kanada hatten die kuppelförmig aufgewölbten Schädel von zwei Spezies dieser ausgestorbenen Tiere untersucht. Wie sie im Fachblatt "PLoS ONE" schreiben, haben sie deren Schädelanatomie mit der heute lebender Tiere verglichen, bei denen Kämpfe unter Rivalen üblich sind. Demnach waren die Dinosaurier hervorragend an heftige Kopfstöße angepasst. Sie konnten sogar stärkere Kopfstöße wegstecken als Moschusochsen. Der Grund für die robusten Schädel liegt den Forscher zufolge im Aufbau. Dieser ist ähnlich einem Motorradhelm in Schichten unterteilt: Unter der festen äußeren Lage befindet sich ein schwammartiges Material, das die Energie des Stoßes abdämpfen konnte. Gleich darunter befand sich eine steife, dichte Schicht direkt über dem Gehirn, die dieses effektiv schützte. [mst]

Quelle: PLoS ONE

MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk