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06.12.2014

Meinungsfreiheit Studie stellt Zensur im Internet fest

Immer mehr Regierungen wollen den Fluss der Informationen im Internet regulieren oder einschränken. Das ist das Ergebnis einer Studie der US-Nichtregierungsorganisation Freedom House.

Besonders in Russland, der Türkei, der Ukraine und in Angola beobachtete die Organisation stärkere Einschränkungen als in den Jahren zuvor. Mehr als die Hälfte der 65 untersuchten Länder verschärften ihre Zensur im Internet.

In einem Ländervergleich kam Island als das Land mit den geringsten Einschränkungen bei der Internet-Nutzung auf Platz eins. Platz zwei und drei gingen an Estland und Kanada. Deutschland landete auf Platz fünf.

Grimme-Institut Kooperation mit Kölner Universität

Das Grimme-Institut hat zusammen mit der Universität zu Köln ein neues Medien-Forschungskolleg gegründet. Es soll sich mit der digitalen Kommunikation und der Rolle der Medien in der Gesellschaft beschäftigen. Zum Beispiel bei der Meinungsbildung. Konkrete Projekte wurden nicht genannt.

Die Geschäftsführung stellt das Grimme-Institut, das jedes Jahr auch den Grimme-Preis verleiht. Der wissenschaftliche Direktor kommt von der Kölner Universität. Das NRW-Medienministerium zahlt jährlich 200.000 Euro für die Kooperation an das Grimme-Institut.

Zeitungen Sozialplan beim Darmstädter Echo steht

Bei der Zeitung nimmt der Stellenabbau Form an. Der Verlag streicht mehr als die Hälfte der 300 Stellen - und das schon bald. Wirksam werden sollen die Kündigungen zum Sommer nächsten Jahres. Die ersten von insgesamt 160 Kündigungen sollen noch vor Weihnachten verschickt werden, so der Betriebsrat. Bis dahin müssen sich die Mitarbeiter entscheiden, ob sie ab nächstem Jahr in eine Transfergesellschaft wechseln wollen.

Grund für den Sanierungsplan waren sinkende Auflagen und schrumpfende Werbeeinnahmen.

Datenschutz Deutsche Medienhäuser handeln mit ihren Kundendaten

Datenschutz ist eines der Medien-Themen in diesem Jahr. Doch auch Zeitungen und Zeitschriften, die besonders häufig darüber berichtet haben, handeln mit den Daten ihrer Abonnenten.
Das schreibt das Onlineportal Krautreporter und verweist auf eine Studie des Wiener Netzforschers Wolfie Christl.


Der hat im Auftrag der österreichischen Arbeiterkammer untersucht, wo mit Daten Geld gemacht wird. Dabei ist er auf die deutsche Verlagsbranche gestoßen, wie er gegenüber Markt und Medien erläutert: "Es gibt viele Unternehmen im deutschen Sprachraum, die mit Adressen und Persönlichkeitsprofilen über viele Millionen Menschen handeln. Und wenn man sich die Marktführer ansieht, unter anderem Bertelsmann, Otto und die Deutsche Post: Eine Tochterfirma von Bertelsmann, AZ Direct, die verkauft viele viele Adresslisten. Und da sind auch viele Listen von deutschen Medien dabei. Unter anderem von der Wochenzeitung Die Zeit und von anderen. Und ich bin nicht sicher, ob allen Leserinnen und Lesern der Zeit bewusst ist, dass ihre Adressen dann sozusagen weitervermietet oder verkauft werden."

Im Katalog von AZ Direct werden außerdem die Kundendaten von Zeitschriften des Gruner+Jahr Verlags wie "Stern", "Geo" oder "Brigitte" angeboten. Sowohl Gruner+Jahr als auch die Zeit wollten sich dazu gegenüber Markt und Medien nicht äußern.Rein rechtlich sind diese Geschäfte erlaubt. Das so genannte Listenprivileg gestattet in Deutschland unter bestimmten Umständen die Nutzung von personenbezogenen Daten und den Weiterverkauf an Dritte.

Reporter ohne Grenzen Deutsche-Welle-Intendant verlässt Kuratorium

Der Ausstieg von Peter Limbourg aus dem Kuratorium der Journalistenorganisation ist allerdings nicht ganz freiwillig. Hintergrund ist ein Streit um den China-Kurs der Deutschen Welle. Limbourg ist erst der zweiten Aufforderung der "Reporter ohne Grenzen" gefolgt, das Gremium zu verlassen. Er ist damit einem Ausschluss ganz bewusst zuvor gekommen, sagte er Markt und Medien:
"Wenn man irgendwo nicht gelitten ist, dann sollte man sich auch nicht aufdrängen, denke ich."

Reporter ohne Grenzen kritisiert schon seit längerem die geplante Zusammenarbeit mit dem chinesischen Staatsfernsehen in den Bereichen Musik und Wirtschaft. Limbourg kann diese Kritik nur eingeschränkt nachvollziehen: "Also ich finde, darüber kann man immer diskutieren. Das ist völlig richtig. Dass man auch den Dialog sucht mit Regimen, die nicht unsere Werte vertreten, gehört für mich aber auch zu unserer Aufgabe. Und insofern hätte ich das gerne auch besprochen mit dem Kuratorium und meine Meinung und unsere Haltung dargelegt."

Eine von "Reporter ohne Grenzen" vorgeschlagene Podiumsdiskussion, in der sich Limbourg der Kritik stellen sollte, lehnte er ab. "Da haben wir nur gesagt, dass nicht automatisch eine Podiumsdiskussion erstmal der richtige Ort ist dafür, sondern dass wir erst mal gerne mit den Kollegen aus dem Kuratorium gesprochen hätten, bevor wir dann weitergehen."

Unterdessen wird die interne Diskussion bei der Deutschen Welle über die Folgen der Sparmaßnahmen fortgesetzt. Der Personalrat fürchtet nach Informationen der FAZ die Reduzierung des Programmangebots. Intendant Limbourg hatte dies auf einer Mitarbeiterversammlung angekündigt, für den Fall, dass der Sender nicht dauerhaft mehr Finanzmittel bekäme.

Media-Analyse Befragungen bald auch per Handy-Anruf

Welcher Radiosender wird wie lange gehört – das ermittelt die so genannte "ma Radio" der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, kurz agma. Die Telefonbefragung berücksichtigt bisher nur Festnetzkunden. Ab Mitte des kommenden Jahres will die agma zusätzlich auch Handynummern anrufen, sagt deren Chef Olaf Lassalle gegenüber Markt und Medien.

"Das Wichtigste sicherlich ist, dass wir mit den Handynummern andere Zielgruppen erreichen, als die, die wir nur über die Festnetznummer erreichen. Das betrifft natürlich, wie man sich sicherlich denken kann, hauptsächlich die jüngeren Zielgruppen zwischen 20 und 29, die wir sehr sehr gut über die Außer-Haus-Nutzung erreichen können."

Zusätzlich zu den mehr als 60.000 Festnetz-Nutzern sollen dann auch 4.000 Menschen per Handy befragt werden. Kritiker fordern das schon seit langem. Problem sei bisher die Technik gewesen, sagt Lassalle.

"Wir forschen an der Validität von Mobilfunknummern schon seit zwei Jahren ungefähr und haben uns jetzt entschieden, nach zwei Jahren, dass der Test erfolgreich ist und dass wir die beiden Stichproben also aus Festnetz und Mobilfunk extrem gut zusammenfügen können."

29.11.2014

Informationsfreiheitsgesetz Keine Auskunft an Medien über Montblanc-Füller von Abgeordneten

Medien haben keinen Anspruch auf Auskunft, welche Sachleistungen einzelne Bundestagsabgeordnete für ihren Bürobedarf einfordern. Bei diesen Informationen handele es sich um personenbezogene Daten, die im Zusammenhang mit dem Mandat stehen und deshalb "besonders geschützt" seien, urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Parlamentarier können bis zu einem Höchstbetrag von 12.000 Euro jährlich Gegenstände für ihren Büro- und Geschäftsbedarf kaufen und über die Verwaltung des Bundestages abrechnen. Nachdem ein Journalist erfahren hatte, dass Volksvertreter hochwertige Montblanc-Füller, Digitalkameras und iPods gekauft und über die Bundestagsverwaltung abgerechnet haben sollen, verlangte er Zugang zu diesen Unterlagen und berief sich auf das Informationsfreiheitsgesetz. Laut Urteil besteht nur Anspruch auf eine pauschale Auskunft und nicht auf Details.

Suchmaschinen-Konzerne  Europapolitikerin der Piraten stärkt Google den Rücken

Die Abgeordnete Julia Reda hat die Resolution des Europäischen Parlaments abgelehnt, in der empfohlen wird, Suchmaschinen-Konzerne wie Google wegen ihrer großen Marktmacht aufzuspalten. Für die Piratin ist das eine Kampagne, die den digitalen Fortschritt bremsen und eine Subventionierung von Presseverlegern bedeuten könnte.

Sie warnt davor, Google zu zwingen, Inhalte aufzulisten, für deren Anzeige die Verlage dann per Leistungsschutzrecht Geld verlangen können. Julia Reda gegenüber dem Deutschlandfunk:

"Meiner Meinung nach ist der Sinn dieser Resolution, dass CDU und SPD versuchen, ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf europäischer Ebene vorzubereiten. Wir erinnern uns: Das Leistungsschutzrecht in Deutschland wurde zwar verabschiedet. Aber die eigentliche Intention, dass man Google zur Kasse bitten wollte, um deutsche Verlage zu finanzieren, ist gescheitert. Weil Google eben einfach gesagt hat: Dann zeigen wir die Artikel eben nicht mehr im Volltext an. Und mit dieser Resolution versucht man jetzt eben über den Umweg der Suchneutralität Google dazu zu zwingen, auch kostenpflichtige Inhalte von Verlagen anzuzeigen."

Die Europaabgeordnete der Piraten, Julia Reda. Der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger, BDZV, äußerte sich zu einem Google-Aufspaltungs-Szenario zurückhaltend. Eine Sprecherin sagte, die Verleger wollten lediglich, dass die Regulierung greife und Google sich nach europäischen Regeln richte.

ÖR-Rundfunk Der Deutschlandfunk schaltet sich auf der Langwelle ab

Auf den beiden Langwellenfrequenzen 153 kHz und 207 kHz können Sie uns nur noch bis zum 31. Dezember hören. Mit der Abschaltung folgt Deutschlandradio den Vorgaben der KEF, der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs. Die befand in ihren Berichten, dass die Verbreitung auf Langwelle zu kostenintensiv und zu ineffizient sei. Die Einsparungen, die durch die Abschaltung der Langwelle entstehen, investiert Deutschlandradio in den weiteren Ausbau des DAB+-Sendernetzes.

Die Mittelwellenfrequenzen des Deutschlandfunks sollen nach derzeitiger Planung ein Jahr später, zum 31.12.2015, abgeschaltet werden.

Printmedien Wachstum an der Wupper

Die seit Sommer erscheinende Wochenzeitung Talwaerts baut aus. Ihr Konzept: 16 gedruckte Seiten mit lokalen Themen für 1,90 Euro. Wenn weitere 60.000 Euro von Investoren geflossen sind, will der Herausgeber Jan Philipzik auch nach Remscheid und Solingen expandieren. Der Verkauf der Talwaerts-Wochenzeitung läuft nach seinen Angaben in Wuppertal besonders gut an den Kiosken, an denen auch "Die Zeit" gerne gekauft wird.

Printmedien Die Kieler Nachrichten werden ein knappes Drittel der Redaktion abbauen

Rund 30 von derzeit einhundertdrei Vollzeitstellen sollen aus Kostengründen wegfallen. Das hat Geschäftsführer Sven Fricke auf einer Betriebsversammlung angekündigt. Die Geschäftsführung reagiere damit auf schrumpfende Erlöse im Anzeigengeschäft, auf die sinkende Printauflage und auf steigende Kosten in Logistik und Zustellung. Die Auflage der Kieler Nachrichten liegt zurzeit bei knapp einhunderttausend Zeitungen pro Werktag - das sind rund 40 Prozent weniger als vor 15 Jahren. Der Landesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands in Schleswig-Holstein, Günther Jesumann, kündigt gegenüber Markt und Medien Widerstand an - insbesondere gegen drohende betriebsbedingte Kündigungen - er sieht keine Notwendigkeit dafür:

"Günther Jesumann, Landesvorsitzender DJF Schleswig-Holstein: "Vor anderthalb Wochen haben die einhundertfünfzigjähriges Jubiläum gefeiert und ihre Zeitung als solide und gut dastehend dargestellt. Das ist eine Farce, sich innerhalb von ein paar Wochen auf eine solche Situation herunter zu fahren und dann zu sagen, man müsste die Redaktion abbauen. Gerade auch in einer Beziehung, wo man ankündigt, möglicherweise von dem Leser, dem Abonnenten demnächst mehr Geld zu verlangen für sein Abo und dann die Redaktion zu kürzen - ich halte das gelinde Gesagt für nahe am Betrug."

Günther Jesumann vom DJV. Lokalreporter sollen nach seinen Angaben ihren Job nicht verlieren.

Soziale Netzwerke Jugendliche sagen Facebook adé

Laut der neuen JIM-Studie nutzt nur noch ein Drittel der 12 bis 13jährigen regelmäßig Facebook oder andere Online-Netzwerke. Vor einem Jahr war das noch mehr als die Hälfte der Altersgruppe. Die Heranwachsenden steigen nach der Untersuchung des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest stattdessen direkt beim Chat-Dienst WhatsApp ein. Und das, obwohl die Nutzungsbedingungen von WhatsApp derzeit ein Mindestalter von 16 Jahren vorsehen. Im Schnitt würden Jugendliche am Tag 26 Mal auf die App schauen.

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