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20.12.2014

Reporter ohne Grenzen  Die Gefahren für Journalisten in Krisengebieten haben sich verstärkt

Die Zahl der Entführungen ist stark gestiegen. Außerdem sind die Angriffe auf Journalisten weltweit brutaler geworden. Das ist das Ergebnis im Jahresbericht 2014 der Organisation "Reporter ohne Grenzen". Vorstandssprecher Michael Rediske sagte im Deutschlandfunk, dass besonders eine Gruppe besonders betroffen sei:

"Noch gefährdeter sind - das sehen wir immer - die Journalisten, die ja gar nicht mit einem Visum und dem nächsten Flugzeug, wenn es gefährlich wird, weggehen können: die einheimischen Journalisten, die mutigen Journalisten, die vor Ort sich bemühen, Korruption aufzudecken, Misswirtschaft aufzudecken, und die natürlich immer im Visier sei es einer Staatssicherheit, oder sei es dieser gewalttätigen Gruppen stehen."

Laut Jahresbericht wurden weltweit 66 Journalisten getötet. Die Zahl der Entführungen stieg um fast 40 Prozent auf 119 Fälle.
Neben Syrien waren der Gaza-Streifen, die Ukraine, der Irak und Libyen die gefährlichsten Gebiete für Journalisten.

Film  Studio Babelsberg rechnet mit Verlust

Das Filmstudio in Potsdam wird 2014 rote Zahlen schreiben. Im "Handelsblatt" rechnete der Vorstandsvorsitzende Carl Woebcken mit einem Verlust von 2,5 Millionen Euro. Woebcken wörtlich:

"Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr überleben."

Zwei wichtige Produktionen seien nicht zustande gekommen. Eines der geplanten Projekte sei nach Großbritannien abgewandert. Dort sei die Filmförderung großzügiger als in Deutschland. Für 2016 hat das Filmstudio angekündigt, sich von der Börse zurückzuziehen.

Rundfunk Parlament stellt sich hinter strategische Neuausrichtung der Deutschen Welle

Der Sender kann sein englischsprachiges Angebot damit wie geplant ausweiten. Der Bundestag hat der Deutschen Welle für das kommende Jahr zusätzlich 10,5 Millionen Euro zugesprochen. Der Intendant Peter Limbourg verwies allerdings erneut darauf, dass dem Sender ab 2016 eine Deckungslücke drohe. Daran ändere sich auch durch die gewährten Projektmittel nichts. Zwar hat der Bundestag mehrheitlich der Aufgabenplanung der Welle bis 2017 zugestimmt. Die Abgeordneten vermieden aber konkrete Zusagen für die kommenden Jahre. Deswegen droht Limbourg mit Kürzungen an anderer Stelle, etwa beim Programm in deutscher Sprache. Das werde zwar auch in Zukunft erhalten bleiben - bei zu wenig Geld aber nur im Internet.

Fernsehen ProSiebenSat.1 darf regionale Werbung zeigen

Die Sendergruppe darf künftig in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Werbespots zeigen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. ProSiebenSat.1 will über Kabel Spots verbreiten, die auf fünf Regionen zugeschnitten sind. Damit will das Unternehmen neue Werbekunden gewinnen. Vor allem Mittelständler und regionale Firmen. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger sieht durch das Urteil die Pressevielfalt bedroht. Ein Sprecher sagte, damit werde den Regionalmedien ein Teil ihrer finanziellen Grundlage entzogen. ProSiebenSat.1 leiste aber keinen Beitrag zur Meinungsvielfalt vor Ort.

Telekommunikation Die Telekom will angeblich ihre Tochter T-Online verkaufen

Käufer könnte nach Medienangaben der Axel Springer-Verlag sein. Beide Unternehmen verhandelten bereits darüber. Das schreiben "Wirtschaftswoche" und  der "Spiegel". Die Gespräche seien aber noch in einem sehr frühen Stadium. T-Online ist laut "Arbeitsgemeinschaft Online Forschung" das reichweiten stärkste Online-Medium in Deutschland. Auch die Springer-Nachrichtenseite bild.de ist eine der meist genutzten Seiten. Deswegen müsste der Kauf laut "Wirtschaftswoche" vom Bundeskartellamt geprüft werden.

Fernsehen TV-Aus für Jugendsender Joiz

 

Der Jugendsender hat nach eigenen Angaben einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. In den nächsten Monaten will sich joiz außerdem in einen reinen Internetsender umwandeln. Grund für das TV-Aus sind laut Sender hohe Verbreitungs- und Personalkosten. Gleichzeitig waren die Werbeeinnahmen zu gering. Joiz-Chef Alexander Mazzara macht dafür vor allem die Art der Quotenmessung verantwortlich. Unterstützung bekommt er von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Auch Direktor Hans Hege kritisiert gegenüber Markt und Medien die Bedingungen für kleine Sender:

"Joiz wird bei der Quotenmessung dadurch benachteiligt, dass die an der Interessen der großen Veranstalter orientiert ist und Jugendliche ja eher unterdurchschnittlich erfasst und die heute wichtigere Form gerade für Joiz, Inhalte über das Internet zu sehen, noch nicht hinreichend abbildet."

Die AGF, die für die Quotenmessung zuständig ist, hat diese Kritik gegenüber dem Medienmagazin DWDL zurückgewiesen. In dem System würden alle Zielgruppen repräsentativ abgebildet. Doch Hans Hege sieht auch Handlungsbedarf in Bezug auf die Verbreitungswege. Den kleinen Sendern fehle die Verhandlungsmacht:

"Also das Problem für Joiz und andere kleine private Veranstalter ist, dass sie für die Verbreitung in Kabel und Satellit zahlen müssen. Und zwar ganz erhebliche Beträge in Millionenhöhe während die öffentlich-rechtlichen Anstalten zum Beispiel ja nichts mehr bezahlen. Keine Verträge mehr geschlossen haben – allerdings noch mit gerichtlichen Auseinandersetzungen befasst sind. Und die großen privaten Veranstalter, RTL, Pro Sieben, Sat.1 bekommen sogar von den Kabelnetzbetreibern und Satellitenplattformen Geld zurück, weil sie ihre HD-Programme auch dort verbreiten für die die Verbraucher inzwischen bezahlen müssen."

Joiz ist ein Schweizer Sender. Nur der deutsche Ableger ist von der Insolvenz betroffen.

13.12.2014

Lux-Leaks-Affäre  Lux-Leaks-Berichte in eigener Sache

Sowohl der britische Guardian als auch die dänische Zeitung Politiken haben eingeräumt, dass die von ihnen gemeinsam mit der SZ und dem International Consortium for Investigative Journalists recherierte Lux-Leaks-Affäre auch die eigenen Zeitungen betrifft. Sowohl die Guardian Media Group als auch der E-Book-Händler Saxo, an dem Politiken zu 30 Prozent beteiligt ist, nutzen Steuervorteile in Luxemburg.

Bundestag Offener Brief gegen Sparpläne der Deutschen Welle

Mehr als 130 Künstler, Autoren und Wissenschaftler haben einen offenen Brief der Mitarbeiter des Auslandssenders unterzeichnet, der sich dagegen ausspricht, das deutsche, spanische und arabische Programm zur Disposition zu stellen - unter ihnen sind Herta Müller, Alfred Brendel, Martin Walser und Volker Schlöndorff. Intendant Peter Limbourg möchte vor allem das englisch-sprachige Programm ausbauen.

In der kommenden Woche wird sich der Bundestag mit der Deutschen Welle befassen. Für den Montag sind Mitarbeiterproteste angekündigt.

Europarat Freilassung von Aserbaidschanischer Journalistin gefordert

Sowohl der Europarat als auch die Organisation Reporter ohne Grenzen zeigen sich besorgt über die Inhaftierung von Khadija Ismaijilowa. Die prominente Reporterin ist bekannt für ihre Recherchen über Korruption und Vetternwirtschaft. Seit zwei Monaten sitzt sie in Untersuchungshaft. Ein anderer Journalist bezichtigt sie, ihn in einen Selbstmordversuch getrieben zu haben, weil sie seine Weiterbeschäftigung bei Radio Free Europa verhindert habe.

Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, hält diese Anschuldigung für vorgeschoben:

Seit Juli beobachten wir wirklich eine massive Repressionswelle gegen unabhängige und kritische Journalisten, auch gegen andere Menschenrechtsaktivisten und fast alle unabhängigen Journalisten, die es gibt in Aserbaidschan, sind entweder gerade im Gefängnis oder sind davon bedroht, das Land zu verlassen oder arbeiten zum Teil auch im Untergrund.

Im jüngsten Ranking von Reporter ohne Grenzen zu Pressefreiheit nimmt Aserbaidschan unter 180 Ländern des 160. Platz ein.

Mediengruppe NZZ Stühle-Rücken in Zürich und Frankfurt

Markus Spillmann, seit 2006 Chefredakteur der Neuen Züricher Zeitung, ist von seinem Amt zurückgetreten. Wie die Mediengruppe der NZZ mitteilte, habe es unterschiedliche Ansichten darüber gegeben, wie die publizistische Leitung des Printproduktes, der dazu gehörenden Sonntagszeitung und des Online-Portals künftig organisiert werden sollte. Spillmann hatte die Expansion des Digital-Ablegers der NZZ nach Österreich vorangetrieben.

In Frankfurt wurde in dieser Woche der Nachfolger von Frank Schirrmacher bekannt gegeben. Jürgen Kaube wird neuer Feuilletonchef der FAZ und Mitherausgeber der Zeitung, die rote Zahlen schreibt und bis 2017 jährlich mehr als 20 Millionen Euro einsparen will.

ZDF-Fernsehrat Kritik am Beschluss zum neuen ZDF-Staatsvertrag

Die Ministerpräsidenten der Länder haben am Donnerstag einstimmig vereinbart, den Fernsehrat des ZDF auf 60 Mitglieder zu reduzieren. 20 Plätze sollen staatlichen Vertretern vorbehalten bleiben. 16 davon sollen von den Bundesländern und jeweils zwei vom Bund und den Kommunen bestimmt werden.

Die Grünen kritisieren diese Änderungs-Pläne. Für Tabea Rößner, die medienpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, offenbart sich darin eine "Selbstbedienungsmentalität der Ministerpräsidenten". Kleinere Parteien, deren Mitarbeit in den ZDF-Gremien ausdrücklich vom Bundesverfassungsgericht gewünscht worden sei, hätten nun kaum noch eine Chance, sich dort wiederzufinden.

"Per se ist mit einer Reduzierung der Sitze die Vielfalt eingeschränkt. Und wenn jetzt ein Drittel maximal Staatsvertreter in diesem Gremium sitzen dürfen, so wie das Bundesverfassungsgericht das ja geurteilt hat, dann sind das zwanzig Sitze. Wenn aber 16 davon alleine von den Landesregierungen, also von den Ländern, besetzt werden – und wir wissen ja, wie das in der Vergangenheit immer gehandhabt wurde – da sitzen in der Regel Regierungsvertreter. Und in den meisten Fällen sind das die der größeren Parteien, die diese Regierungen bilden, dann werden wahrscheinlich überwiegend Vertreter von CDU und SPD drin sitzen und damit die Vielfalt nicht mehr abbilden."

Die geplante Änderung ist die Folge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes. Die Staatsquoten im Fernseh- und Verwaltungsrat des Senders müssen demnach auf maximal ein Drittel begrenzt werden.

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