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Seit 01:30 Uhr Tag für Tag
01.10.2016

Internet Neue Verkaufsgerüchte um Twitter

Der Unterhaltungsriese Disney prüft Medienberichten zufolge ein Gebot für den Kurznachrichtendienst. Die jüngsten Experimente von Twitter mit Liveübertragungen von Sportereignissen hätten die Aufmerksamkeit von Disney auf sich gezogen, schrieb das "Wall Street Journal". Zu Disney gehören neben Kinderkanälen auch der Sender ABC und der Sportkanal ESPN.

Gleichstellung Wenige Chefinnen bei Regionalzeitungen

Nur fünf Prozent der deutschen Regionalzeitungen mit Vollredaktion werden von einer Chefredakteurin geführt. Das geht aus Recherchen der Initiative "ProQuote Medien" hervor. Die meisten der Chefredakteure hätten in den meisten Fällen auch noch einen männlichen Stellvertreter, nämlich 82 Prozent. Dass es bei Regionalzeitungen nur wenige Frauen in Führungspositionen gibt, erklärt sich Isabell Funk, die Chefredakteurin vom "Trierischen Volksfreund", so:

"Ich glaube gar nicht, dass das so eine bewusste Entscheidung ist von Verlagen gegen Frauen, sondern dass man sich in Verlagen einfach keinen Kopf macht, ob Mann oder Frau. Da werden in der ersten und zweiten Führungsebene Kandidaten oder Kandidatinnen gesucht, und da stößt man eben auf Männer. Das wird dann zum Selbstläufer. Also eigentlich ist das volkswirtschaftlicher Irrsinn, das Potenzial von qualifizierten Frauen einfach auf der Straße liegen zu lassen."

Pressefreiheit Deutsche Welle verklagt türkische Regierung

Der deutsche Auslandssender hat nach eigenen Angaben Klage bei einem Gericht in Ankara eingereicht. Die Deutsche Welle verlangt die Herausgabe von Videoaufnahmen eines Interviews zwischen dem Moderator Michel Friedman und dem türkischen Sportminister Akif Cagatay Kilic. Das Videomaterial war laut der Deutschen Welle unmittelbar nach dem Interview Anfang September beschlagnahmt worden. Das türkische Ministerium bestreitet eine Beschlagnahmung.

Unterdessen sind die türkischen Behörden in dieser Woche weiter gegen kritische Sender vorgegangen. Zwölf Fernseh- und elf Radiosender würden "wegen Beihilfe zum Terrorismus" geschlossen, sagte ein Sprecher des Rundfunk- und Fernsehrates. Ein Redakteur des kurdischsprachigen Nachrichtenkanals Azadi TV sagte, der Sender sei über die Schließung nicht offiziell informiert worden. Nun gebe es keine Programme mehr, die in der Türkei kritische oder auch nur objektive Berichterstattung liefern könnten.

Fernsehen ZDF bekommt Geld von Hilfsorganisationen

Für die Ausrichtung von Spendengalas beteiligt das Zweite Deutsche Fernsehen Organisationen wie Misereor, Brot für die Welt oder die Deutsche Krebshilfe an Produktionskosten. Das berichtet der "Spiegel". Für die heute Abend stattfindende Livesendung "Willkommen bei Carmen Nebel" zahle die Deutsche Krebshilfe dem ZDF 600.000 Euro. Das sind laut dem "Spiegel" mehr als ein Drittel der Produktionskosten. Dafür wird in der Sendung zu Spenden für die Hilfsorganisation aufgerufen.

Laut der Krebshilfe liegen die Spendenerlöse ein Vielfaches über den Kosten. Vom ZDF hieß es, die Kostenteilung sei vom Rundfunkstaatsvertrag gedeckt. Die Kostenbeteiligung stehe für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitteln des Rundfunkbeitrags.

24.09.2016

Digitalgeschäft Springer Verlag übernimmt französischen Internetportalbetreiber Car&Boat

Der  Medienkonzern erwirbt die restlichen 39 Prozent des französischen Unternehmens, die bislang noch dem Konzern Stir Communications gehörten. Car&Boat Media betreibt das große Gebrauchtwagenportal "La Centrale" sowie andere Portale im Auto- und Bootsegment.

Springer ist inzwischen vor allem bei Internetportalen und nicht mehr nur bei Zeitungen und Zeitschriften aktiv. Rund zwei Drittel seines Umsatzes stammten im ersten Halbjahr aus dem Digitalgeschäft.

 

Madsack Mediengruppe Protest gegen Stellenabbau bei Lübecker Nachrichten und Ostsee-Zeitung in Rostock

Bei beiden Standorten der Madsack Mediengruppe sollen mehr als 30 Arbeitsplätze gestrichen und 35 in Tochterfirmen ausgelagert werden, kündigte der Verlag am Wochenanfang an. Ein Verdi-Sprecher kritisierte, dass man mit Entlassungen und Tarifflucht die Zeitungen nicht besser mache. Bereits im vergangenen Jahr waren die Redaktionen der beiden Zeitungen erheblich reduziert worden. Die geplanten Einschnitte seien nun umso härter, weil die beiden Zeitungen zusammen zuletzt ein sehr gutes Ergebnis erwirtschaftet hätten, so Verdi.

Die Madsack Mediengruppe hat ihren Hauptsitz in Hannover.  An ihr ist die SPD eigene Druck- und Verlagsgesellschaft dd_vg zu 23 Prozent beteiligt.

Internationale Proteste Türkischer Journalist Ahmet Altan wieder in Haft

Nur wenige Stunden nach seiner Freilassung ist der renommierte türkische Journalist wieder festgenommen worden. Die türkische Regierung wirft ihm vor, Mitglied einer terroristischen Organisation zu sein, weil er in einer Talkshow vor dem Putschversuch Anspielungen darauf gemacht habe. Der inzwischen geschlossene Sender soll dem im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen nahe stehen. 

Nach heftigen internationalen Protesten war Ahmet Altan für kurze Zeit aus der Haft entlassen worden. Seit dem Putschversuch geht die türkische Regierung massiv gegen regierungskritische Journalisten vor.

Studie Neue Drama-Serien werden vom Publikum gut angenommen

Eine repräsentative Befragung von 4.000 Zuschauern zeigte, dass fast jeder zweite Deutsche mit Internetzugang Serien wie "Game of Thrones" oder "Breaking bad" kennt. Die Studie zum Phänomen der neuen Drama-Serien wurde am Institut für Marketing und Medien der Universität Münster durchgeführt. Eine der beiden Autorinnen ist Nora Pähler von der Holte. Sie erläutert die Faszination der neuen Serien.

"Die Konsumenten verfolgen die Serien auch aus anderen Motiven als die konventionellen Serien. Sie wollen Teil einer faszinierenden Erfahrung werden und sich auch mit anderen darüber austauschen. Und sie fordern auch ein ganz anderes Level an Konzentration, so dass die Zuschauer nach dem Konsum der Medien regelrecht erschöpft sind."

 

Bundesbehörden Journalistenverbände unterstützen Gesetzesinitiative der Grünen zum Presseauskunftsrecht

Der Entwurf wurde in dieser Woche in den Bundestag eingebracht und geht jetzt in die Fachausschüsse. Darin heißt es unter anderem: "Vertreterinnen und Vertreter der Medien haben gegenüber den Behörden des Bundes im Rahmen von deren jeweiliger Zuständigkeit ein Recht auf Auskunft". Hintergrund für diesen erneuten Vorstoß der Grünen im Bundestag sind die zahlreichen Verfahren gegen Journalisten, die mittlerweile vor Gericht liegen. DJU Sprecherin Cornelia Haß begrüßt die Initiative und sagt gegenüber Markt und Medien:

"Bundesbehörden ist eben auch ein Bundesnachrichtendienst, der nicht dafür bekannt ist, besonders gerne über seine Arbeit zu sprechen oder Teile davon transparent und öffentlich zu machen. Genau deswegen brauchen wir dieses Gesetz, weil die freiwillig keine Informationen raus geben und die Rechtssprechung sich an diesem Bundesverwaltungsgerichtsurteil orientiert. Und den Kolleginnen und Kollegen da den Weg zu den Informationen verbaut.

Im Prinzip gilt es ja nur, verwaltungsrechtliche Hürden aus dem Weg zu räumen. Wir haben funktionierende Auskunftsrechte im Prinzip in allen Landespressegesetzen und man könnte sich die Sache relativ einfach machen, indem man darauf Bezug nimmt und sagt, dass für die Bundesbehörden das Landespressegesetz gilt, was die Frage der Auskunftsrechte angeht, in dem die Behörde ihren Sitz hat zum Beispiel."

 

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