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Seit 21:05 Uhr Musik-Panorama
29.10.2016

Fernsehen Das deutsche Fernsehen braucht mehr Barrierefreiheit

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von den Landesmedienanstalten und der Aktion Mensch in Auftrag gegeben wurde. Darin wurden bundesweit insgesamt 610 Menschen mit Seh-, Hör- und körperlich motorischen Beeinträchtigen und Lernschwierigkeiten befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass  das Fernsehen das meistgenutzte Medium ist. Allerdings können 86 Prozent der Gehörlosen und die Hälfte der Blinden dem Programm nicht immer folgen. Insgesamt werden die öffentlich-rechtlichen Angebote deutlich besser bewertet als die privaten Programme. Cornelia Holsten, Koordinatorin des Fachausschusses Regulierung der Landesmedienanstalten:

"Die Studie hat ergeben, dass das Hauptbedürfnis auch Formate der leichteren Unterhaltung untertitelt zu sehen, also wir haben einen hohen Anteil an Barrierefreiheit in öffentlich-rechtlichen Informationsprogrammen beispielsweise, aber die Befragten, das wurde sehr deutlich, haben mal wieder gesagt, uns interessiert besonders das, worüber am nächsten Tag gesprochen wird. Wir möchten gerne mitreden und dazu möchten wir auch gerne Unterhaltungsshows bei den Privaten untertitelt wissen und mitverfolgen können, was da gerade passiert."

Türkei Auch die EU hat die bedenkliche Lage in der Türkei für die Pressefreiheit im Visier

Das Europaparlament fordert die Türkei auf, inhaftierte Journalisten frei zu lassen, wenn es keine eindeutigen Beweise für kriminelle Aktivitäten gibt. Die Parlamentarier werfen der türkischen Regierung vor, seit dem gescheiterten Putschversuch mit unverhältnismäßigen Maßnahmen gegen Journalisten vorzugehen und damit die Medienfreiheit einzuschränken. In den vergangenen Monaten sind mindestens 30 Medienvertreter inhaftiert und mehr als hundert Medien eingestellt worden.

Medienvielfalt in der Türkei Ein großer Teil der auflagenstarken Zeitungen und Fernsehsender sind regierungsnah

Das belegt eine Studie von Reporter ohne Grenzen, die den türkischen Medienmarkt untersucht hat. In einem sogenannten Media Ownership Monitor wurden die 40 wichtigsten Medien im Land unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich auch, dass Zeitungen und Fernsehsender sich häufig stark selbst zensieren, weil die Eigentümer der meisten großen Konzerne sehr eng mit den wirtschaftlichen und politischen Interessen der Regierungspartei AKP verbunden sind. Die Eigentümer der Medien sind oft von Politik und Wirtschaft so stark abhängig, dass sie sich selbst zensieren, erklärte Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen:

"Zum Beispiel die Albayrak Yayin Holding, die zwei Fernsehsender, eine Zeitung und sieben Zeitschriften betreibt und die gleichzeitig ein Rüstungsunternehmen ist und abhängig ist von staatlichen Rüstungsaufträgen und die im vergangenen Jahr einen großen Rüstungsauftrag für Panzer bekommen hat. Und wenn das alles in einem Konzern gemacht wird, führt das natürlich dazu, dass am Ende Medieneigentümer Einfluss ausüben auf Redaktionen und das ist etwas, was wir mit dem Media Ownership Monitor transparent machen den Einfluss, aber was man auch hört, wenn man mit den Journalisten in den Redaktionen redet, dass sie eben über bestimmte Themen nicht schreiben können."

Das Projekt Media Ownership Monitor  von Reporter ohne Grenzen untersucht in verschiedenen Ländern die Besitzverhältnisse der Massenmedien und stellt sie in Online-Datenbanken für Recherchen zur Verfügung. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 

22.10.2016

Ungarn Obdachlosenzeitung zeigt sich solidarisch mit Oppositionsblatt

Wenige Tage nach der Einstellung der größten ungarischen Oppositionszeitung "Népszabadság" hat eine Obdachlosenzeitung eine Sonderausgabe herausgebracht, die von der geschassten Redaktion erstellt wurde. Das Blatt war am 8. Oktober ohne Vorwarnung eingestellt worden. Ihr Eigentümer, der österreichische Unternehmer Heinrich Pecina, erklärte dazu in einem Interview, niemand wolle die Zeitung mehr haben. In Budapest gingen mehrere Tausend Menschen für die Pressefreiheit auf die Straße.

Magazine Zeitschrift "Filmdienst" vor dem Aus

Die Katholische Filmkommission und der Verlag dreipunktdrei möchten die Printausgabe aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. Der Verband deutscher Filmkritik veröffentlichte deswegen einen offenen Brief an Kardinal Reinhard Marx. Die Katholische Kirche wird darin aufgerufen, "ihre verantwortungsvolle Rolle als Impulsgeber für den gesellschaftlichen Diskurs mit relevanten Texten zu Film und Kino" auch in Zukunft ernst zu nehmen.

Bundesverwaltungsgericht Begrenzung der Gebührenerhebung beim Informationsfreiheitsgesetz

Das Leipziger Gericht gab zwei Journalisten Recht, die sich gegen eine Gebührenerhebung des Bundesinnenministeriums über rund 15.000 Euro gewehrt hatten. Daniel Drepper vom Recherchebüro Correctiv und der freie Autor Niklas Schenck hatten vor Olympia 2012 eine Anfrage zur Sportförderung gestellt. Konkret ging es um die Verteilung von ungefähr einer Milliarde Euro innerhalb der vier Jahre eines Olympiazyklus.

Daniel Drepper gegenüber "Markt und Medien":

"Wir haben einen recht umfangreichen Antrag gestellt, um einen guten Überblick zu bekommen über die deutsche Sportförderung. Und das Bundesinnenministerium hat dann – statt einen Informationsfreiheitsgesetzantrag zu bearbeiten – daraus 66 gemacht. Und hat dann 66 mal Gebühren berechnet. Und statt der maximal möglichen Gebühren von 500 Euro waren es dann auf einmal 15.000 und da haben wir natürlich gegen geklagt."

Wie das Bundesverwaltungsgericht entschied, hat das Bundesinnenministerium mit diesem Vorgehen gegen das Informationsfreiheitsgesetz verstoßen. Die hohen Gebühren hätten eine abschreckende Wirkung auf andere Bürger. Die Gebühr dürfe höchstens 500 Euro betragen.

Nachrichtendienste Umstrittenes BND-Gesetz vom Bundestag verabschiedet

Mit dem Gesetz erlaubt die Große Koalition die Überwachung ausländischer Journalisten im Ausland durch den Bundesnachrichtendienst. Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" bezeichnete die Verabschiedung als "Verfassungsbruch mit Ansage" und einen Schlag gegen die Pressefreiheit. Gemeinsam mit Amnesty International und anderen zivilrechtlichen Organisationen hatte man mehr als 20.000 Unterschriften gegen das Gesetz gesammelt. Auch die Netzaktivistin Katharina Nocun hatte sich dagegen engagiert. Für sie ist die Verabschiedung des BND-Gesetzes ein Schlag ins Gesicht des NSA-Untersuchungsausschusses:

"Beispielsweise ist es so, dass der BND in den letzten Jahren reihenweise Datensätze an die NSA weitergegeben hat, unter anderem auch Metadaten. Das heißt, Verbindungsdaten wie beispielsweise wer hat wen angerufen. Und das konnten durchaus auch Journalisten sein. Ja, und hier soll ein automatisierter Datenaustausch etabliert werden, anstatt nach den Snowden-Enthüllungen zu sagen: Stopp, wir müssen jetzt hier eine Diskussion noch mal aufrollen, ob wir das überhaupt in dieser Form wollen."

16.10.2016

BBC Stellenabbau im Zuge von Umstrukturierungen

Davon betroffen ist der Bereich der TV-Produktion der britischen Rundfunkgesellschaft mit den "BBC Studios".

Wie die britische Zeitung "Guardian" berichtet, sollen die "BBC Studios” zu einer kommerziellen Unternehmenstochter umgebaut werden. In diesem Zusammenhang sollen rund 300 Stellen gestrichen werden. Daher gebe es intern große Sorge um die zukünftigen Arbeitsbedingungen – auch für die verbleibenden Mitarbeiter. Dem geplanten Umbau der "BBC Studios", der im April 2017 stattfinden soll, muss noch das Aufsichtsgremium, der BBC Trust, zustimmen.

Die zuständige Gewerkschaft erklärte, dass man zwar mit den Stellenstreichungen gerechnet habe, allerdings auch fürchte, dass dies nur der Anfang sei.

Fortsetzung "Deutschland 83" in Zukunft als Video-on-Demand

Die Fortsetzung unter dem Titel "Deutschland 86" soll zunächst online bei Amazon Prime Video abrufbar sein.

Wie Amazon mitteilte, hat sich der Streaming-Anbieter die Erstausstrahlungsrechte in Deutschland und Österreich gesichert. Die Rechte für die Erstausstrahlung im Free-TV liegen weiterhin bei RTL. Die zweite Staffel der Spionagegeschichte soll im kommenden Jahr produziert und 2018 ausgestrahlt werden.

Die Serie "Deutschland 83", in der es um die Geschichte eines DDR-Grenzsoldaten und Doppelagenten während des Kalten Krieges geht, lief im vergangenen Jahr im deutschen Fernsehen. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und international an zahlreiche TV-Sender und Videoplattformen verkauft. Allerdings erreichte sie im Fernsehen bei RTL nur mäßige Einschaltquoten.

Medienkonzern Vice Weitere Expansion in Deutschland geplant

Das Unternehmen plant einen eigenen TV-Sender hierzulande. Wann genau der Sendestart sein soll, ist allerdings noch offen.

Der Gründer und Vice-Chef Shane Smith sagte in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit", dass Deutschland ein besonderer Markt sei und man sich deshalb Zeit nehme. Smith fügte aber hinzu, dass es innerhalb der nächsten zwölf Monate einen eigenen Vice-Fernsehsender in Deutschland geben werde.

Der Medienkonzern Vice, an dem der Disney-Konzern einen Anteil von 18 Prozent hält, veröffentlicht unter anderem Print-Magazine und Online-Videos. In den USA und in Großbritannien gibt es außerdem den Sender Viceland.

"Reporter ohne Grenzen" Kritik an Medienkonzentration in der Ukraine

Problematisch sei vor allem der starke politische Einfluss auf die Medien.

Die Ergebnisse des von "Reporter ohne Grenzen" veröffentlichten Media Ownership Monitors zeigten, dass es auf dem Fernseh- und Radiomarkt in der Ukraine eine enorme Konzentration gebe – vor allem weil eine wirksame Regulierung fehle.

Der Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen" in Deutschland, Christian Mihr, sagte gegenüber Markt und Medien: "Die vier wichtigsten Fernsehkonzerne vereinen mehr als drei Viertel aller Zuschaueranteile auf sich. Das ist ein sehr deutliches Ergebnis bezüglich Medienkonzentration und das zeigt sich am Ende auch in der Berichterstattung."

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" untersucht im Media Ownership Monitor, welche Meinungsmacht Medienbesitzer in unterschiedlichen Staaten haben – sowohl in den Bereichen TV, Radio, Print als auch Online. Zuletzt wurde eine solche Untersuchung unter anderem in der Ukraine und in der Türkei durchgeführt. Die Ergebnisse für die Türkei sollen Ende Oktober veröffentlicht werden.

ARD und ZDF  Vorschlag für neue Berechnung des Rundfunkbeitrags

Nach den Vorstellungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten könnte sich der Rundfunkbeitrag beispielsweise an der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts orientieren.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" geht das aus Stellungnahmen der Sender hervor. Für eine bedarfsgerechte Finanzierung könnte ein Indexverfahren eine Option sein, sagte die MDR-Intendantin und ARD-Vorsitzende Karola Wille. Das ZDF hat sich ebenfalls für eine Änderung der Beitragserhebung ausgesprochen, dabei aber kein konkretes Modell im Blick, hieß es.

Derzeit beschäftigt sich eine Arbeitsgemeinschaft der Länder mit einer möglichen Strukturreform im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Vorgesehen ist unter anderem eine engere Zusammenarbeit sowohl unter den ARD-Anstalten, als auch zwischen ARD und ZDF.

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