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Seit 21:05 Uhr Musik-Panorama
05.11.2016

Internet Online für Springer und ProSiebenSAT.1 Grund für Wachstum

Der Springer-Verlag konnte seine Erlöse im dritten Quartal mit Immobilienportalen wie Immowelt und Jobbörsen wie Stepstone um rund 15 Prozent steigern. Der Fernsehkonzern ProSiebenSAT.1 wächst mit Vergleichsportalen wie Verivox und Internetshops.

Eine Kapitalerhöhung von rund 515 Millionen Euro wollen die Münchener dazu nutzen, ihre Digitalsparte noch einmal auszubauen. Das Geschäft mit Fernsehwerbung dagegen stagniert.

Facebook Ermittlungen gegen Mark Zuckerberg

Wie der Spiegel meldet, hat die Münchener Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die Verantwortlichen des Facebook-Konzerns eingeleitet. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine Strafanzeige des Würzburger Anwaltes Chan-jo Jun. Er wirft Zuckerberg und Co. vor, Mordaufrufe, Gewaltandrohungen, die Leugnung des Holocausts und andere Delikte zu dulden.

Facebook ist verpflichtet, rechtswidrige Inhalte von seinen Seiten zu entfernen, wenn es davon Kenntnis erhält. Die Anzeige bezieht sich auf eine Liste von Fällen, in denen das nicht passierte.

Mazedonien Desinformationszentrum sorgt für Pro-Trump-Propaganda

Nach Recherchen des Internetportals Buzzfeed werden aus dem armen südosteuropäischen Staat mindestens 140 US-amerikanische Politikseiten im Netz mit aggressiven Pro-Trump-Inhalten bestückt und in sozialen Netzwerken verbreitet. Viele dieser Seiten, so Buzzfeed, werden mit Plagiaten aus rechtsgerichteten Portalen gefüllt. Die erfolgreichste Schlagzeile bestand aus der Behauptung, Hillary Clinton habe sich 2013 für eine Kandidatur Trumps stark gemacht.

Internet Gema und YouTube einigen sich auf Lizenzvertrag

Die finanziellen Einzelheiten der Einigung nach einem fast siebenjährigen Streit zwischen der Musikverwertungsgesellschaft und dem Videoportal sind noch nicht bekannt. Der Vertrag soll allerdings rückwirkend ab 2009 gelten. Zentraler Streitpunkt war die Forderung der Gema, YouTube müsse, wie andere Onlinedienste auch, pro Abruf Gebühren an die Urheber zahlen. Christian Solmecke, Medienanwalt aus Köln, glaubt, dass YouTube durch diese Einigung besser in der Konkurrenz mit den Musikstreamingdiensten bestehen kann.

"Zum einen haben wir Spotify, auf dem viele Menschen Musik hören. Darüber hinaus gibt es Amazon Music, die ihr Angebot kürzlich ausgeweitet haben. Und da möchte YouTube natürlich mitspielen und auch Musik legal anbieten können. Insofern passt die Einigung ganz genau ins Bild. YouTube möchte auch auf dem wichtigen Musikmarkt weiter als Player rechtssicher auftreten können."

Die Einigung betrifft die Videos aller rund 70.000 Gema-Mitglieder, sowie der Künstler, die die Gema im Ausland vertritt. Die Sperrtafeln werden trotzdem nicht gänzlich verschwinden, da nicht alle Künstler oder Plattenfirmen Mitglied der Gema sind oder mit YouTube eine Sondervereinbarung geschlossen haben. Noch einmal Christian Solmecke:

"Wer jetzt noch Musik auf YouTube hochlädt, begeht, wie schon immer, eine Urheberrechtsverletzung. Diese Videos sind dort illegal. Die Plattenfirmen und Rechteinhaber können also dafür sorgen, dass die Videos auch gelöscht werden. Abmahnungen gegen die einzelnen Nutzer gab es in der Vergangenheit meines Wissens nicht. Das Löschen ist allerdings ziemlich häufig passiert."

Türkei Weiteres Vorgehen gegen Journalisten

Ungeachtet der internationalen Kritik an der Festnahme von 13 Mitarbeitern der türkischen Oppositionszeitung "Cumhyriet" müssen neun von ihnen ins Gefängnis, darunter Chefredakteur Murat Sabuncu. Auch die anderen vier dürfen das Land nicht verlassen. Bereits am Mittwoch hatte Kanzlerin Angela Merkel das Vorgehen der türkischen Behörden kritisiert und große Zweifel geäußert, ob es rechtsstaatlichen Prinzipien entspreche:

"Der deutsche Botschafter, Herr Erdmann, hat gestern in der Redaktion von "Cumhuriyet" auch einen Besuch gemacht, um noch mal zu unterstreichen, wie wichtig uns das Thema Meinungsfreiheit, Pressefreiheit ist. Und wir werden das auf allen Ebenen unserer Kontakte natürlich auch immer wieder deutlich machen. Und natürlich spielt ein solches Thema auch in den Fragen der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union eine zentrale Rolle. Also die Situation ist alarmierend."

Die Schriftstellerin und Journalistin Asli Erdogan hat der "Deutschen" Welle einen Brief geschrieben, in dem sie vor einer Diktatur in der Türkei warnt. "Die Situation ist drastisch, beängstigend und extrem besorgniserregend. Ich bin überzeugt, dass ein totalitäres Regime in der Türkei ganz Europa erschüttern wird." Asli Erdogan sitzt seit dem 19. August ohne Anhörung im Gefängnis, weil sie Beraterin der inzwischen verbotenen kurdischen Zeitung "Özgür Gündem" ist.

Seit der Festnahme von Abgeordneten der pro-kurdischen HDP in der Nacht zum Freitag ist der Internetzugang in der Türkei eingeschränkt und vor allem in den kurdischen Gebieten sind die sozialen Netzwerke nicht mehr zugänglich.

29.10.2016

Fernsehen Das deutsche Fernsehen braucht mehr Barrierefreiheit

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von den Landesmedienanstalten und der Aktion Mensch in Auftrag gegeben wurde. Darin wurden bundesweit insgesamt 610 Menschen mit Seh-, Hör- und körperlich motorischen Beeinträchtigen und Lernschwierigkeiten befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass  das Fernsehen das meistgenutzte Medium ist. Allerdings können 86 Prozent der Gehörlosen und die Hälfte der Blinden dem Programm nicht immer folgen. Insgesamt werden die öffentlich-rechtlichen Angebote deutlich besser bewertet als die privaten Programme. Cornelia Holsten, Koordinatorin des Fachausschusses Regulierung der Landesmedienanstalten:

"Die Studie hat ergeben, dass das Hauptbedürfnis auch Formate der leichteren Unterhaltung untertitelt zu sehen, also wir haben einen hohen Anteil an Barrierefreiheit in öffentlich-rechtlichen Informationsprogrammen beispielsweise, aber die Befragten, das wurde sehr deutlich, haben mal wieder gesagt, uns interessiert besonders das, worüber am nächsten Tag gesprochen wird. Wir möchten gerne mitreden und dazu möchten wir auch gerne Unterhaltungsshows bei den Privaten untertitelt wissen und mitverfolgen können, was da gerade passiert."

Türkei Auch die EU hat die bedenkliche Lage in der Türkei für die Pressefreiheit im Visier

Das Europaparlament fordert die Türkei auf, inhaftierte Journalisten frei zu lassen, wenn es keine eindeutigen Beweise für kriminelle Aktivitäten gibt. Die Parlamentarier werfen der türkischen Regierung vor, seit dem gescheiterten Putschversuch mit unverhältnismäßigen Maßnahmen gegen Journalisten vorzugehen und damit die Medienfreiheit einzuschränken. In den vergangenen Monaten sind mindestens 30 Medienvertreter inhaftiert und mehr als hundert Medien eingestellt worden.

Medienvielfalt in der Türkei Ein großer Teil der auflagenstarken Zeitungen und Fernsehsender sind regierungsnah

Das belegt eine Studie von Reporter ohne Grenzen, die den türkischen Medienmarkt untersucht hat. In einem sogenannten Media Ownership Monitor wurden die 40 wichtigsten Medien im Land unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich auch, dass Zeitungen und Fernsehsender sich häufig stark selbst zensieren, weil die Eigentümer der meisten großen Konzerne sehr eng mit den wirtschaftlichen und politischen Interessen der Regierungspartei AKP verbunden sind. Die Eigentümer der Medien sind oft von Politik und Wirtschaft so stark abhängig, dass sie sich selbst zensieren, erklärte Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen:

"Zum Beispiel die Albayrak Yayin Holding, die zwei Fernsehsender, eine Zeitung und sieben Zeitschriften betreibt und die gleichzeitig ein Rüstungsunternehmen ist und abhängig ist von staatlichen Rüstungsaufträgen und die im vergangenen Jahr einen großen Rüstungsauftrag für Panzer bekommen hat. Und wenn das alles in einem Konzern gemacht wird, führt das natürlich dazu, dass am Ende Medieneigentümer Einfluss ausüben auf Redaktionen und das ist etwas, was wir mit dem Media Ownership Monitor transparent machen den Einfluss, aber was man auch hört, wenn man mit den Journalisten in den Redaktionen redet, dass sie eben über bestimmte Themen nicht schreiben können."

Das Projekt Media Ownership Monitor  von Reporter ohne Grenzen untersucht in verschiedenen Ländern die Besitzverhältnisse der Massenmedien und stellt sie in Online-Datenbanken für Recherchen zur Verfügung. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 

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