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Seit 15:05 Uhr Corso - Kunst & Pop
21.01.2017

Pressefreiheit Angriff auf Fernseh-Team in Erfurt

In der thüringischen Landeshauptstadt sind MDR-Mitarbeiter von mehreren Männern attackiert worden. Ein Journalist syrischer Herkunft sei rassistisch beleidigt, mit einem Schlagstock bedroht und mehrere hundert Meter gejagt worden. Ihm gelang die Flucht in einen Supermarkt. Die Polizei nahm die Personalien aller Täter auf. 

Talkshows Wenige Themen bekommen viel Aufmerksamkeit

Nach einer Auswertung des ARD-Fernsehmagazins "Monitor" drehten sich mehr als die Hälfte aller Polit-Talkshows bei ARD und ZDF im vergangenen Jahr um die Themenkomplexe Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik, Islam, Gewalt und Terrorismus oder Populismus. 

Ein Fehler, wie der Politikwissenschaftler Claus Leggewie gegenüber "Monitor" sagte:

"Ich glaube, es gibt erheblich interessantere Themen in der politischen Öffentlichkeit, die durch diese vermeintlich aktuellen und dramatischen Themen immer wieder in den Hintergrund gerückt werden. Dadurch fokussiert sich Politik auf die Themen der Rechtspopulisten. Das sind nämlich ihre Themen, der Islam, die Flüchtlinge, der Terror."

Über Energiethemen, wie etwa die Zukunft der Kohle oder den Atomausstieg, ist den Recherchen zufolge nicht gesprochen worden. Auch das Thema Bildungspolitik sei nicht behandelt worden. 

Fortbildung Recherchezentrum Correctiv will "Reporterfabrik" starten

Im Kampf gegen gefälschte Nachrichten wollen die Correctiv-Reporter eine Journalistenschule für Jedermann gründen. In der sogenannten Reporterfabrik sollen sowohl Journalisten als auch Nicht-Journalisten aus- und fortgebildet werden. Dafür sollen unter anderem pro Jahr mehr als 180 Erklärvideos produziert werden, erklärte Cordt Schnibben, Noch-Spiegel-Journalist und zukünftiger Leiter der Reporterfabrik, gegenüber "Markt und Medien":

"Wir  wollen eben, dass jeder Zuhause sich mit Tutorials, das sind drei- bis vierminütige Videos, die dann aufeinander aufbauen, sich dieses Wissen aneignen kann. Und über die sozialen Medien, aber auch über die klassischen Medien, wir haben ja ein Kuratorium, was bereit ist, diese Idee zu unterstützen, trauen wir uns schon zu, ganz viele Leute zu erreichen."

In den nächsten Wochen will Correctiv mit Journalistenschulen und Volkshochschulen zusammenarbeiten und die nötigen Gelder für das Projekt auftreiben.

Fake News Syrischer Flüchtling klagt gegen Facebook

Das US-Unternehmen muss sich Anfang Februar vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Der syrische Flüchtling Anas Modamani wirft dem Unternehmen vor, falsche Behauptungen verbreitet zu haben. Modamani war bekannt geworden durch ein Selfie mit Kanzlerin Angela Merkel. Dieses Foto wurde danach mehrfach manipuliert. Unter anderem wurde behauptet, Modamani sei an den Attentaten in Brüssel beteiligt gewesen. Neben Facebook muss sich auch ein AfD-Politiker vor Gericht verantworten. Er hatte ein gefälschtes Bild von Modamani weiterverbreitet. 

Urheberrecht "Bild" wirft "Focus Online" systematisches Abschreiben vor

Der Axel-Springer-Verlag hat Klage beim Landgericht Köln eingereicht. Der Verlag wirft "Focus Online" vor, systematisch Inhalte vom kostenpflichtigen "Bild plus" abzuschreiben und diese frei zugänglich auf der eigenen Seite anzubieten. Damit behindere die zu Burda gehörende Seite das unter anderem auf Paid Content basierende Geschäftsmodell seines Wettbewerbers und verletze Rechte an einer geschützten Datenbank.

Jens Klaus Fusbahn, Anwalt für Urheber- und Medienrecht und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft "Geistiges Eigentum und Medien" im Deutschen Anwaltverein, hält die Chancen der Klage für eher gering:

"Jede Redaktion wird natürlich bei allen Wettbewerbern gucken, was die haben. Man möchte ja immer bei jeder Nachricht, wenn nicht der Erste, dann doch zumindest der Zweite oder Dritte sein. Wenn man natürlich dann überhaupt keine eigenen Themen hat und gar keinen eigenen investigativen Journalismus betreibt, dann wird man, glaube ich, einfach irgendwann uninteressant werden, weil dann merken das, glaube ich, auch die Konsumenten. Rechtlich wäre das aber, glaube ich, zulässig." 

Pressefreiheit Rechtspopulisten schließen Medienvertreter aus

Die AfD hat auch beim zweiten Nominierungsparteitag in Baden-Württemberg keine Journalisten zugelassen. Bei dem Parteitag sollen die Kandidaten für die Bundestagswahl bestimmt werden. Es sei keine faire Berichterstattung zu erwarten, hieß es zur Begründung. 

Auch vom Kongress europäischer Rechtspopulisten heute in Koblenz wurden einige Medien ausgeschlossen. Unter anderem war angekündigt worden, keine öffentlich-rechtlichen Medien zuzulassen. Die Rheinland-Pfalz-Korrespondentin des Deutschlandradios, Anke Petermann, bekam für den Kongress der Europaparlamentsfraktion ENF aber kurzfristig doch eine volle Akkreditierung. Dazu sagte sie heute im Deutschlandfunk:

"Warum das jetzt so ist, weiß ich nicht. Auf meinem Akkreditierungsschild steht SWR und nicht Deutschlandradio. Und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD, den ich auf dem Flur traf, dem rief ich zu, dass die ENF offensichtlich mit ihren eigenen Selektionsinstrumenten nicht zurechtkommt. Und er lächelte nur und sagte: 'Ja, das kann sein.'"

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