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25.08.2017

Terrorgefahr Kirchen sollen besser geschützt werden

Der Kölner Dom wird nach dem Anschlag in Barcelona stärker gegen mögliche Angriffe mit Lastwagen gesichert. Vier tonnenschwere Steine blockieren nun die zentralen Zugänge zum Vorplatz und Seitenplatz des Doms. Sie ergänzen weitere Blockaden an anderen Zufahrten. Auch die Dresdner Frauenkirche soll intensiver geschützt werden. Nach einem Zeitungsbericht sei sie stärker ins Visier von Terroristen gerückt. Die Verantwortlichen stehen seit längerem in engem Kontakt mit dem sächsischen Landeskriminalamt und der Polizei. Am Berliner und am Aachener Dom gelten bereits seit einiger Zeit erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.

Ökumene Putin lobt Vatikan

Der russische Präsident Wladimir Putin lobte Kontakte zwischen Vatikan und russisch-orthodoxer Kirche. Putin empfing am Mittwoch in Sotschi in Südrussland den Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, den Chefdiplomaten des Vatikans. "Wir sind sehr froh, dass der Dialog der Kirchen weitergeht", sagte Putin nach Angaben der Nachrichten-Agentur Tass. Parolin hatte am Vortag in Moskau auch mit Außenminister Sergej Lawrow und dem Oberhaupt der russischen-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, gesprochen. Der Papst und der Patriarch hatten sich erstmals 2016 in Kuba getroffen. Dies galt als Zeichen der Versöhnung zwischen katholischer und orthodoxer Kirche - fast 1000 Jahre nach der Spaltung.

Jerusalem Streit an der Klagemauer

In Jerusalem hat es erneut Proteste gegen eine Frauengebetsgruppe gegeben. Die "Women of the Wall" beteten am Mittwoch an der Klagemauer. Gegner störten das nicht-orthodoxe Gebet mit Trillerpfeifen, Sprechchören und Spruchtafeln, wie israelische Medien berichten. Der für die Klagemauer zuständige Rabbiner Shmuel Rabinovitch kritisierte das Vorgehen als "Entweihung". Die Frauen hätten sich Tora-Rollen um den Körper gewickelt und damit "alle roten Linien" überschritten. Der Streit um die Gebetsrechte an der Klagemauer dauert seit Jahren an. Nach langem Ringen gab es vor anderthalb Jahren die Einigung, eine Zone für nicht-orthodoxe Gebete einzurichten. Das Vorhaben wurde aber im Juni auf unbestimmte Zeit verschoben.

"Charlie Hebdo" Wieder Ärger um Titelbild

Die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" hat nach dem Anschlag von Barcelona mit einer Titelseite zu Terror und Islam heftige Diskussionen und Kritik ausgelöst. Auf der Zeichnung liegen zwei Menschen in Blutlachen, während im Hintergrund ein Lieferwagen davonfährt. Daneben steht: "Islam, Religion des Friedens ... des ewigen Friedens!" Kritiker reagierten empört und warfen dem Blatt vor, Stimmung gegen Muslime zu machen. Die umstrittene Zeichnung ist auch auf dem Cover der deutschen Ausgabe von "Charlie Hebdo" zu sehen. Die Zeitung ist für bissige Religionskritik und provokante Karikaturen bekannt.

Islamunterricht Steigende Schülerzahlen in NRW

Nordrhein-Westfalen baut den islamischen Religionsunterricht aus. Im neuen Schuljahr werden fast 20 000 Schüler in dem Fach unterrichtet, wie ein Sprecher des Schulministeriums sagte. Das sind über 3 000 Schüler mehr als im vergangenen Schuljahr. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 360 000 muslimische Schüler. Damit erhalten rund fünf Prozent von ihnen islamischen Religionsunterricht. Nordrhein-Westfalen hatte das Fach als erstes Bundesland vor fünf Jahren regulär eingeführt.

17.08.2017

Jerusalem Tempelberg nur für Muslime?

Jerusalems Großmufti will nach der jüngsten Krise auf dem Tempelberg bei der Nutzung der Al-Aksa-Moschee keine Zugeständnisse machen. Sie sei eine heilige Stätte für alle Muslime und nur für Muslime allein, sagte Mufti Muhammad Hussein. Gleichzeitig kritisierte er Israels Umgang mit dem Tempelberg. Mufti Hussein bezeichnete es als inakzeptabel, an einem heiligen Ort die Präsenz Bewaffneter ertragen zu müssen.

Australien Staatliche Kommission will Beichtgeheimnis aufheben

Die Kommission empfiehlt, Geistliche in Zukunft strafrechtlich zu belangen, wenn sie bei der Beichte von sexuellen Vergehen an Kindern erfahren und die Justiz darüber nicht informieren. Die katholische Kirche Australiens signalisierte, sie werde sich dieser Empfehlung widersetzen. Die Beichte sei ein grundlegender Bestandteil der Religionsfreiheit. Die Kommission berichtete von Fällen, in denen Täter sexuellen Missbrauch von Kindern gebeichtet und anschließend weitere Verbrechen dieser Art begangen hätten.

Türkei Islam-Gelehrter will Frauen das Rauchen verbieten

Der islamisch-konservative Gelehrte Hayrettin Karaman ist der Ansicht, Rauchen sei für Frauen schädlicher als für Männer, da es etwas über die Moral der Frauen aussage. Rauchende Frauen mit Kopftuch würden Bereitschaft zur Kontaktaufnahme signalisieren. Seine Äußerungen sorgten für eine aufgeheizte Debatte.

14.08.2017

Trotz Protesten von Hindus Die Pfundnote bekommt ihr Fett (nicht) ab

Gegen den Widerstand von Vegetariern und Hindus hält die Bank of England an umstrittenen Geldscheinen mit Spuren von Rinderfett fest. Die Zentralbank teilte mit, sie werde die Produktion der Fünf-Pfund-Banknoten aus Polymer nicht ändern, auch wenn diese Spuren von Rindertalg enthielten. Ein Umstieg auf Chemikalien auf Palmölbasis sei verworfen worden, da Lieferanten die geforderten hohen Umweltstandards nicht hätten erfüllen können. Gegen die Geldscheine hatten mehr als 130.000 Menschen protestiert: Sie unterzeichneten eine Online-Petition mit der Forderung, kein tierisches Fett mehr für Banknoten zu verwenden.

Wolfgang Huber "Streitkultur sieht anders aus"

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat eine mangelnde öffentliche Diskussion kritisiert. Huber wörtlich: "Ich glaube wir erleben eine neue Kultur der Selbstgerechtigkeit: Man schließt sich im Kokon der eigenen Überzeugungen ein, bleibt unter Gleichgesinnten und pflegt seine Vorurteile". Weiter sagte Huber in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit": "Diese Selbstgerechtigkeit tötet den öffentlichen Diskurs." Kritik übte Huber auch an einem EKD-Positionspapier zu Flucht und Integration. Das Papier rufe zwar zur Debatte auf, debattiere aber selbst nichts: "Stattdessen werden 'zehn Überzeugungen' präsentiert. Das ist nicht genug!" Ohne Streit gebe es keinen Zusammenhalt, betonte Huber. Er ist am Wochenende 75 Jahre alt geworden.

Papst Franziskus Vatikan fasst Reise nach Russland ins Auge

Schon bald könnten die Weichen für eine historische Premiere gestellt werden, sagte in einem Interview Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der als zweitmächtigster Mann im Vatikan gilt. Er selbst werde in Moskau den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. treffen, um eine mögliche Reise des Pontifex zu besprechen. Wegen der Spaltung der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche hat bisher noch kein moderner Papst Russland besucht.

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