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#MeToo-DebatteSchauspielerin fordert schwarzen Teppich für Berlinale

Das Bild zeigt das Logo der Berlinale, einen roten Berliner Bären, hier im Jahr 2016. (picture-alliance / dpa / Ralf Hirschberger)
Das Bild zeigt das Logo der Berlinale, einen roten Berliner Bären, hier im Jahr 2016. (picture-alliance / dpa / Ralf Hirschberger)

Die Schauspielerin Claudia Eisinger fordert in einer Online-Petition den Berlinale-Direktor Dieter Kosslick auf, angesichts der "#MeToo"-Debatte den roten Festivalteppich schwarz einzufärben.

"In Hollywood trugen die Schauspielerinnen schwarz, in Berlin wollen wir einen schwarzen Teppich", schreibt Eisinger in ihrer Petition auf der Kampagnenplattform change.org. Die Berlinale müsse eindeutig Position beziehen und ein Zeichen setzen gegen sexistische Übergriffe, Diskriminierung und Missbrauch in der Filmbranche. Bis Montagnachmittag hatten sich knapp 2.000 Menschen der Petition angeschlossen.

Zuvor hatte bereits die Schauspielerin Anna Brüggemann dazu aufgerufen, bei der Berlinale auf die klassische Rollenverteilung in der Kleiderordnung zu verzichten. Das Frauen-, aber auch Männerbild, das bei Festivaleröffnungen, Premieren und Preisverleihungen erwartet werde, komme ihr vor wie aus den fünfziger Jahren. "Die Frauen zwängen sich in enge Röcke, zeigen Dekolleté, balancieren auf sehr hohen, sehr dünnen Absätzen, und die Männer versuchen, möglichst markant und nonchalant ihre Bodies zu präsentieren."

Bei der Berlinale sind zudem einige Filme im Zusammenhang mit der #MeToo-Debatte vom Spielplan gestrichen worden. Berlinale-Chef Kosslick sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Arbeiten verschiedener Filmemacher und Mitwirkender fänden nicht im Programm statt, weil diese Leute ein Fehlverhalten eingeräumt hätten.

Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin beginnen am Donnerstag. Mit mehr als 300.000 verkauften Tickets ist sie das weltweit größte Publikumsfestival. Zu allen großen Premieren wird vor dem Berlinale Palast der rote Teppich ausgerollt.

Diese Nachricht wurde am 13.02.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.