Verbrauchertipp /

 

Mieten, kaufen, finanzieren

Stiftung Warentest analysiert den deutschen Immobilienmarkt

Von Dieter Nürnberger

Das Neubaugebiet Frankfurter-Riedberg - die Immobilienpreise steigen.
Das Neubaugebiet Frankfurter-Riedberg - die Immobilienpreise steigen. (AP)

Mancherorts in Deutschland explodieren die Immobilienpreise derzeit regelrecht. Stiftung Warentest hat sich die Entwicklung genauer angeschaut und ist der Frage nachgegangen, ob man besser mieten oder kaufen sollte.

München ist schon seit langer Zeit ein teures Pflaster. Und doch stiegen im vergangenen Jahr die Preise für Eigentumswohnungen hier noch einmal um knapp neun Prozent. Vergleichsweise hohe Zuwachsraten wurden auch aus Berlin, Hamburg oder Stuttgart gemeldet. Der Immobilienmarkt in Deutschland scheint derzeit in vielen Regionen nur eine Richtung zu kennen: Es geht nach oben. Allerdings heißt dies noch lange nicht, dass sich deshalb ein Kauf kaum noch lohne, sagt Ariane Lauenburg, Redakteurin bei "finanztest". Argumente dafür gebe es viele.

"Die Leute haben Angst um den Euro, eine Immobilie ist wertbeständig, sie schützt vor Inflation. Und angesichts historisch-niedriger Bauzinsen von ungefähr drei Prozent über sehr lange Laufzeiten ist es derzeit eine gute Anlage."

In bestimmten Großstädten werde es aber immer schwieriger, noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Manche warnen sogar schon vor einer Immobilienblase wie in den USA vor ein paar Jahren. Doch wirklich besorgniserregend ist die Situation derzeit nicht. Es gibt nämlich vielerorts auch noch moderate Entwicklungen – günstige Städte mit recht niedrigen Quadratmeterpreisen sind derzeit beispielsweise Magdeburg, Halle (Saale) oder auch Dortmund.

"'"Deutschlandweit gibt es im Immobilienmarkt eine durchschnittliche Preissteigerung bis zu drei Prozent. Somit ist eine Preisblase absolut nicht ersichtlich. Hinzu kommt: Wenn man die Einkommen der Privathaushalte mit dem Ansteigen der Immobilienpreise vergleicht, dann sind die Einkommen mehr gestiegen als die Preise für Immobilien. So, dass es sich in jeder Hinsicht lohnt, noch eine Immobilie zu kaufen.""

Allerdings nur, wenn die Voraussetzungen stimmen: Bei der Finanzierung eines Erwerbs sollte eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent schon vorhanden sein. Und natürlich spielt die Lage der Wohnung oder des Hauses eine große Rolle.

Trotzdem gibt es auch gute Gründe zu mieten, statt zu kaufen, sagt Warentesterin Ariane Lauenburg.

"Man ist deutlich flexibler, man kann jederzeit umziehen, man muss weder Baukostenberücksichtigen, noch eine Finanzierung planen. Man kann seine Ersparnisse so anlegen, wie man möchte und die sind dann, wenn man es denn will, auch jederzeit verfügbar."

Vor dem Erwerb einer Immobilie sollten die Nebenkosten nicht vergessen werden, die zum eigentlichen Kaufpreis dazu kommen.

"Ungefähr sollte man mit einer Größenordnung zwischen 8,6 und 13,7 Prozent rechnen – je nach Bundesland und mit Makler. Ohne Makler ist es natürlich günstiger. Die Maklerkosten liegen so ungefähr zwischen fünf und sechseinhalb Prozent. Aber auch Notar- und Grundbuchkosten kommen hinzu, sowie die Grunderwerbssteuer."

Zu beobachten ist aktuell auch, dass Ausstattungsmerkmale einer Immobilie mehr und mehr eine Rolle spielen. Wird mit einer "sehr guten" Ausstattung geworben, sind damit in der Regel hochwertige Einbauküchen, Parkett oder auch neueste Energiestandards gemeint. Auch das treibt derzeit die Preise nach oben. Ariane Lauenburg:

"Wenn man jetzt nicht so viel Geld hat und ein wenig an der Ausstattung spart – die Ausstattung kann man ändern, die Lage nicht. Wir haben herausgefunden: Wenn man eine gute Lage nimmt, dafür aber nur eine einfache Ausstattung wählt, dann kann zwischen 20 und 30 Prozent gespart werden."

Fazit: Zwar sind die Kosten für Zinsen und Tilgung hoch, trotzdem profitiert in der Regel der Immobilienkäufer von einem langfristig stabilen Sachwert. Das schlägt derzeit – so die Stiftung Warentest - die meisten anderen Geldanlagen.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Verbrauchertipp

Matratzen im TestAuf die Abstützeigenschaft kommt es an

Ein Junge schläft versteckt unter einer gestreiften Bettdecke, nur sein Haarschopf ist zu sehen.

Wie findet man die passende Matratze - hart, weich oder irgendwas dazwischen? Die Stiftung Warentest hat diesmal drei verschiedene Typen untersucht - Latex-, Schaumstoff- und Boxspring-Matratzen. Die günstigen Schaumstoffmatratzen schnitten nicht gut ab.

HochwasserschutzHaus und Wohnung besser absichern

Die Übersicht zeigt am 15.06.2013 die überflutete Ortschaft Fischbeck (Sachsen-Anhalt). Mit einer außergewöhnlichen Sprengaktion soll ein Loch in einem Elbdeich in Sachsen-Anhalt gestopft werden.

Innerhalb von Minuten standen ganze Wohnungen unter Wasser: Ende Juli dieses Jahres versank Münster in den Regenfluten. Doch vor Überschwemmungen durch Hochwasser können sich Hausbesitzer schützen - mit einfachen Maßnahmen.

Browser-TestSicher und schnell im Internet surfen

Die Symbole der Internetbrowser Mozilla Firefox, Google Chrome, Apple Safari und Microsoft Internet Explorer sind auf einem Computermonitor zu sehen.

Wer im Internet surft, benötigt einen Browser. Immerhin elf hat davon die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen und dabei vor allem die Sicherheit und Geschwindigkeit verglichen. Ein alter Platzhirsch schnitt dabei nur mittelmäßig ab.

LärmdämmungRuhe in den eigenen vier Wänden

Ein Güterzug fährt am Haus der Familie Schneider (links) in Assmanshausen (Rüdesheim) vorbei (Foto vom 20.08.2010).

Eine Mücke tapsen oder den Lärm der Schnellstraße vor der Tür hören: Das individuelle Lärmempfinden ist sehr unterschiedlich. Und manchmal hilft dann nur das Nachrüsten bei der Lärmdämmung. Das ist allerdings teuer - und kleine Fehler haben große Auswirkungen auf den Schall.

FlachbildfernseherGuten Sound nachrüsten

Eine Fernbedienung wird am 09.01.2012 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) in Richtung eines Fernsehers gehalten.

Bei Flachbildfernsehern ist kaum noch Platz für die Lautsprecher vorhanden. Viele Geräte strahlen den Ton sogar nach hinten - also zur Wand - ab. Das ist dann ziemlich schlecht für das Klangerlebnis - aber es gibt Möglichkeiten, den Ton aufzubessern.

LebensabendKrankenversicherung für Rentner im Ausland

Ein Rentnerpaar genießt die Sonne vor dem Parlament.

Raus aus Deutschland, rein in die Sonne. Wenn es Renter für die letzten Lebensjahre ins Ausland zieht, dann sollte der Aufenthalt gründlich geplant werden - auch bei der Krankenversicherung. Im EU-Ausland gibt es zwar grundsätzlich keine Probleme, doch müssen einige Formalitäten rechtzeitig erledigt werden.