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StartseiteVerbrauchertippAuf die Fristen achten21.03.2016

MietkautionAuf die Fristen achten

Mit der Mietkaution möchte der Vermieter sicherstellen, dass er eventuelle Schäden an der Wohnung nach dem Auszug des Mieters auch bezahlen kann. Sie ist gesetzlich stark reguliert, maximal drei Nettokaltmieten darf der Vermieter einhalten - es kann aber auch eine Zeitlang dauern, bis der Vermieter die nicht verwendeten Gelder zurückzahlt.

Von Margret Bielenberg

Umzugskisten in einem leeren Zimmer am 31.05.2007 in Frankfurt am Main (picture-alliance / dpa / Heiko Wolfraum)
Muss die Wohnung noch renoviert werden, kann die Rückzahlung der Mietkaution etwas dauern. (picture-alliance / dpa / Heiko Wolfraum)
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Wer in eine neue Wohnung zieht, hat viele Ausgaben. Oft muss tapeziert und gestrichen werden, neue Möbel sind manchmal nötig, der Umzug kostet. Und dann fällt noch die Mietkaution an. Die darf der Vermieter als Sicherheit fordern, um eventuelle Schäden beim späteren Auszug gegenzurechnen. Bis zu drei Nettokaltmieten sind erlaubt. Es muss aber nicht auf einmal gezahlt werden. Drei Ratenzahlungen sind möglich, sagt Marielle Eifler vom Mieterverein zu Hamburg. Der Vermieter kann die Gesamtsumme nicht auf einmal verlangen.

"Die erste Teilrate ist bei Mietbeginn fällig und die weiteren Raten dann jeweils mit den folgenden Mietzahlungen."

Wird bar bezahlt, sollte man nicht vergessen, sich eine Quittung aushändigen zu lassen.

Die Kontoauszüge sollte man auf jeden Fall aufbewahren

"Wenn man die Kaution zurückfordert, ist man in der Beweislast als Mieter, dass das Geld tatsächlich gezahlt wurde. Und ansonsten wird auf das Konto des Vermieters erst mal das Geld überwiesen."

Die Kontoauszüge sollte man auf jeden Fall aufbewahren. Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem Vermögen anlegen, damit beispielsweise bei einer Insolvenz nicht auf das Geld des Mieters zurückgegriffen werden kann. Grundsätzlich lassen sich mit dem Vermieter verschiedene Geldanlagen als Mietsicherheit vereinbaren. Auch Fondsanteile oder Aktien sind möglich, aber aufgrund der Wertschwankung nicht zu empfehlen, sagt Heinrich Stüven vom Grundeigentümerverband Hamburg.

"Was auch gemacht wird, ist die Verpfändung einer Sparurkunde, das heißt, der Mieter zahlt das Geld zunächst auf ein Sparbuch und dieses Sparbuch wird dann an den Vermieter zur Sicherheit aus dem Mietverhältnis heraus verpfändet."

Der Mieter hat während des laufenden Mietverhältnisses Anspruch darauf, zu erfahren, wie seine Kaution angelegt wurde. Er kann und sollte den Vermieter auffordern, die insolvenzsichere Anlage nachzuweisen, sagt Marielle Eifler.

"Wenn der Vermieter dieser Aufforderung nicht nachkommt, dann kann der Mieter sogar die laufende Miete bis zu Höhe der Kautionssumme einbehalten, um zu sichern, dass seine Kaution im Fall der Insolvenz des Vermieters nicht einfach geschluckt wird."

Die Kaution "abzuwohnen" ist keine gute Idee

Hat der Mieter die Wohnung gekündigt und sie dem Vermieter in einwandfreiem Zustand übergeben, kann er die Mietkaution, zumindest theoretisch sofort zurückbekommen. Muss eventuell noch renoviert oder der Keller geräumt werden, kann die Zahlung etwas dauern, sagt Heinrich Stüven.

"Sie ist erst dann zurückzuzahlen, wenn alle Beträge auch beglichen sind aus dem Vertragsverhältnis, längstenfalls aber - sechs Monate. Wobei der Vermieter immer noch bis zur Betriebskostenabrechnung einen angemessenen Betrag zurückhalten kann."

Und das kann länger als ein halbes Jahr dauern. Trotzdem sollte man die Zeit im Auge behalten, sagt Marielle Eifler.

"All zu lange sollte man als Mieter nicht warten die Kaution einzufordern, wenn man ausgezogen ist. Der Rückforderungsanspruch verjährt nach drei Jahren."

Manche Mieter entscheiden sich dafür, die Kaution sozusagen "abzuwohnen". Sie behalten die letzten drei Nettokaltmieten ein, um so schneller an ihr Geld zu kommen. Das ist aber keine gute Idee:

"Das ist nicht rechtens, weil die Kaution dient zur Sicherung des Vertragsverhältnisses. Der Vermieter hat durchaus die Möglichkeit, die Miete einzuklagen. Das kann also ein teures Vergnügen werden."

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