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StartseiteVerbrauchertippAuch Mieter haben Pflichten26.02.2016

MietrechtAuch Mieter haben Pflichten

Auf das "Kleingedruckte" im Vertrag achten die wenigsten Mieter - oft stehen dort jedoch ihre Pflichten. So sieht etwa die Obhutspflicht vor, dass der Mieter Schäden am und im Haus meldet, damit kein größerer Schaden entsteht. Was Wenige wissen: Wer dagegen verstößt, könnte sogar schadenersatzpflichtig werden.

Von Ursula Reinsch

Nahaufnahme eines Auszuges aus einem Mietvertrag, schwarze, gedruckte Schrift auf weißem Papier, die Worte Mietvertrag und Nichtraucherwohnung sind zu lesen (picture alliance / dpa / Franz-Peter Tschauner)
Die Pflichten des Mieters sind im Mietvertrag geregelt. (picture alliance / dpa / Franz-Peter Tschauner)
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Das Mietrecht schützt die Mieter. Aber es fordert von Mietern auch zahlreiche Pflichten. Wer die sogenannte Obhutspflicht gar nicht kennt, der kann sich schnell Ärger einhandeln. Wohl oder übel muss man im Mietvertrag das Kleingedruckte lesen. Denn dort ist das Wesentliche zusammengefasst.

Ganz klar: Wer einen Mietvertrag unterschreibt, der freut sich zu alle erst auf die lang ersehnte neue Wohnung. Aber er übernimmt damit auch gleichzeitig eine ganze Reihe von Pflichten. Beispielsweise seine Miete regelmäßig und pünktlich zu zahlen. Und laut Bürgerlichem Gesetzbuch hat der Mieter sogar eine sogenannte Fürsorge- oder "Obhutspflicht", erklärt Thomas Tewes, vom Kölner Haus- und Grundbesitzerverein. 

"Das heißt er muss sorgsam und pfleglich mit den Sachen umgehen. Vor allem einmal mit der Mietwohnung, aber auch mit den Gemeinschaftsräumlichkeiten, zum Beispiel Treppenhaus, Türen, Außenanlagen. Hier hat er eine Pflicht, sorgsam mit diesen Sachen umzugehen. Ansonsten macht er sich zum einen schadenersatzpflichtig, zum anderen kann ihm aber auch, wenn ihm dieser Verstoß mehrfach nachgewiesen werden kann, die fristlose Kündigung drohen."

Vorhersehbare Schäden vermeiden

Wer gegen die Obhutspflicht verstoßen hat, handelt sich also genauso Ärger ein, als wenn er vorsätzlich gehandelt hätte. Deshalb ist es wichtig: Als Mieter muss man voraussehbare Schäden vermeiden und dem Vermieter entstandene Schäden sofort melden. Das gilt auch, wenn sich durch Unachtsamkeit ein Schaden am Haus vergrößert. Jürgen Becher, Geschäftsführer beim Kölner Mieterverein:

"Beispielsweise an der Außenwand tritt eine Feuchtigkeitsstelle auf: der Mieter sagt 'Ach stört mich nicht' und meldet das nicht, und die Feuchtigkeit weitet sich aus. Der Schaden wird größer. Dadurch entstehen dem Vermieter, wenn er den Schaden dann letztendlich beheben lässt, höhere Kosten als entstanden wären, wenn der Mieter das sofort gemeldet hätte."

Haftung für Schäden in der Wohnung

Häufiger als um Schäden am Gebäude geht es laut Mieterverein um Schäden innerhalb der Wohnung und hier letztlich um die Kosten für Schönheitsreparaturen, zu der der Mieter verpflichtet ist. Hier muss der Mieter genau aufpassen, denn:

"Zum Thema Schönheitsreparaturen und Verpflichtung zum Streichen muss man ganz genau gucken, was im Mietvertrag vereinbart ist. Da gibt es in den letzten Jahren eine sehr umfassende Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Eine Vielzahl von mietvertraglichen Absprachen über Schönheitsreparaturen ist unwirksam. Das gilt insbesondere dann, wenn Fristen im Vertrag vereinbart sind - in einem solchen starren Fristenplan, liegt eine unangemessene Benachteiligung des Mieters."

Zutritt zur Wohnung im Notfall

Hier kommt es auf den tatsächlichen Zustand der Wohnung an. Zu den Mieterpflichten gehört auch, wenn er länger abwesend ist: "Dann muss er dafür Sorge tragen, dass im Notfall seine Wohnung betreten werden kann. Der Mieter ist nicht verpflichtet, dem Vermieter für die Zeit seiner Abwesenheit einen Wohnungsschlüssel auszuhändigen, aber er sollte den Schlüssel bei einer Person seines Vertrauens hinterlassen und den Vermieter darüber informieren."

Und zu den wichtigsten Mieterpflichten gehört nicht zuletzt: gegenseitige Rücksichtnahme. Das gilt für Lautstärke genauso wie für Ordnung im Treppenhaus.

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