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Seit 08:10 Uhr Interview
StartseiteMikrokosmos007 Nächste Ausfahrt Irschenberg20.10.2017

Mikrokosmos007 Nächste Ausfahrt Irschenberg

Die bayerische Autobahnraststätte Irschenberg ist Deutschlands höchstgelegener und meistfrequentierter Rasthof. Mehr als 8.000 Menschen täglich nutzen Buffets, Zapfsäulen und Toiletten. Dlf-Reporter Ralf Homann hat sich an einem Ferientag 2017 auf dem Irschenberg unters Volk gemischt.

Von Ralf Homann

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Endlich Erster an der Zapfsäule - Deutschlands höchstgelegene Raststätte. Ab hier ist Süden. (Deutschlandradio / Rolf Homann)
Stau auf Autobahn A8 am Irschenberg in Oberbayern. (Deutschlandradio / Rolf Homann)
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Die Reportage

Der "Irschenberg", das sind erstmal: zwei Tankstellen, ein Rasthaus, ein Motel, mindestens drei Cafés, zwei Burger-Brater, eine Kaffeerösterei mit Event-Gastronomie, ein Fußball-Fanshop, ein Premium-Store für Surfer und Snowboarder. Daneben eine Kfz-Werkstatt, die schon seit 1928 existiert, also länger als die Autobahn aus den 1930er-Jahren und der Rasthof Irschenberg aus den 1950er-Jahren. Am Ende einer schmalen Straße folgt in einem alten Bauernhof ein kleines Antik-Möbel-Geschäft. Der kleine Ortsteil Windling der Gemeinde Irschenberg ist längst mit der Autobahn-Raststätte zusammengewachsen.

Woher kommen die, die wohin fahren? Zum Beispiel auf der sogenannten Gastarbeiterroute, an der auch die Raststelle Irschenberg liegt. Woher kommen die, die den Service bereitstellen, in der Küche stehen, und für diejenigen kochen, die irgendwohin wollen. Und was hat das alles mit Sehnsüchten zu tun? Nach der Ferne, nach Urlaub oder nach einem besseren Leben.

Kühe weiden auf einer Wiese. Irschenberg mit Gipfelblick (Inntal) (Deutschlandradio / Ralf Homann)Irschenberg mit Gipfelblick (Inntal) (Deutschlandradio / Ralf Homann)

Das Wichtigste am Irschenberg: sein Alpenpanorama. Ab hier ist Süden. Ab hier ist Süden. Ab hier beginnen die Ferien (für die Fremden) oder für die Einheimischen: Das ist Heimat, wie sie sein muss. Wiesen, Wald, Kühe auf der Weide und bayrisch-barocke Kirchtürme, die in den weiß-blauen Föhnhimmel wachsen. Und mitten drin: die Raststätte aus Ausflugsziel und kleines urbanes Zentrum.

Wilparting am Irschenberg in Oberbayern. (imago )Wilparting am Irschenberg in Oberbayern. (imago )

Mit seinen 754 Meter über Null ist der Gipfel des Irschenbergs, von den Einheimischen "Schöne Aussicht" genannt nicht mehr als ein kleiner Huckel angesichts des Alpenkamms. Aber auch nicht weniger: Die Anhöhe in der Voralpenlandschaft erlaubt eine grandiose Rundsicht. Und nach einer Drehung um sich selbst wird deutlich: Eigentlich gibt es gar keinen Grund, warum die Autobahn A8 über den Irschenberg führt, sie hätte auch viel kürzer, bequemer und sicherer in den Niederungen bleiben können.

Nördliche Zufahrt zur Raststätte mit dem hl. Marinus, dem die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche gewidmet ist. (Deutschlandradio / Ralf Homann)Nördliche Zufahrt zur Raststätte mit dem hl. Marinus, dem die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche gewidmet ist. (Deutschlandradio / Ralf Homann)

Das Gespräch

Der Wiener Künstler Michael Hieslmair befasst sich (zusammen mit seinem Kollegen Michael Zinganell) seit vielen Jahren mit Raststätten und mit Ausstellungen auf Raststätten wie z.B. "Exit Sankt Pankratz – Eine Raststätte als Knotenpunkt transnationaler Migrationsrouten". Jüngstes Forschungsprojekt der beiden an der Akademie der Bildenden Künste in Wien: "Road Registers – Aufzeichnungen mobiler Lebenswelten". Wobei Michael Hieslmair vor allem der Zusammenhang von Mobilität und Migration interessiert.

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