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StartseiteVerbrauchertippAbsprachen sind wichtig29.06.2017

Mit dem Hund im BüroAbsprachen sind wichtig

Hunde tragen zum Wohlbefinden ihrer Besitzer bei, trotzdem lassen viele Berufstätige ihren Hund zu Hause, wenn sie arbeiten gehen. Dabei haben mittlerweile auch immer mehr Arbeitgeber ihr Herz für Hunde entdeckt - und Studien beweisen, dass Hunde einen positiven Effekt auf das Arbeitsklima haben.

Von Klaus Deuse

Ein Hund steht an einem Arbeitsplatz im Büro. (imago / Westend61)
Viele Arbeitgeber halten Hunde als tierische Kollegen für eine Bereicherung des Betriebsklimas. (imago / Westend61)
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Wenn Melanie Schwartze ihren Arbeitstag bei einem Hersteller und Vertreiber von Scheckkarten-Systemen in Bochum antritt, kommt sie nur selten allein ins Büro. Begleitet wird sie stets von ihren zwei Hunden. Mit Milo und Kathie an ihrer Seite lässt es sich einfach entspannter arbeiten, sagt sie: "Auf jeden Fall. Also für mich allein schon deshalb, weil ich nicht Angst haben muss, den Hund alleine zu Hause zu lassen. Das finde ich ganz schrecklich."

Auch Mitarbeiter Marko Jahn findet, dass die beiden Hunde seiner Kollegin den Büroalltag beleben: "Man hat ein bisschen Abwechslung zwischen dem ganzen Alltagskram, den man so hat. Ist schon mal ganz lustig, wenn die hier ein bisschen herumtollen. Der Milo ist auch ein sehr Verschmuster. Der kommt dann auch ab und zu mal auf den Schoss gehopst."

Hund nicht umsonst beliebtestes Haustier

Auch Peter Eckhardt, der Geschäftsführer des Unternehmens, hält die tierischen Kollegen für eine Bereicherung des Betriebsklimas: "Ich würde das wirklich so beschreiben, dass es kameradschaftlicher wird. Das Team wird erweitert. Der Hund ist ja nicht umsonst eines der beliebtesten Haustiere, weil er sich halt super in so eine Gruppe einfügt. Die Lebensfreude insgesamt steigt stark."

Um seinen Hund mit zur Arbeit zu bringen, braucht man in jedem Fall die Zustimmung des Chefs, betont Swen Walentowski von der Deutschen Anwaltauskunft in Berlin: "Es gibt nämlich keinen Rechtsanspruch darauf, dass man den Hund einfach mitnehmen kann. Das Direktionsrecht am Arbeitsplatz hat immer der Arbeitgeber." Außerdem kommt es immer auf das Verhalten des Hundes an. Vor allem bei Arbeitsplätzen mit Publikumsverkehr: "Ist es ein bellender Hund, wird der Chef eher nicht geneigt sein, zuzustimmen."

Hund im Büro. (imago / Westend61)Der Chef entscheidet, ob ein Hund im Büro erlaubt ist oder nicht - Kollegen müssen ein Ja akzeptieren. (imago / Westend61)
 
Wenn der Chef aber grünes Licht gegeben hat, müssen das Kollegen am Arbeitsplatz in der Regel auch akzeptieren. In dem Fall haben sie kein Widerspruchsrecht. Meist, so Swen Walentowski, hilft ein klärendes Gespräch: "Wer auf Hundehaare beispielsweise allergisch reagiert oder große Angst hat, sollte das Gespräch suchen, um hier eine Lösung zu finden. Hundehalter und Kollegen können sich zum Beispiel darauf verständigen, dass sich der Hund nur in bestimmten Räumen aufhalten darf."

Versicherung abschließen

Allerdings kann selbst ein ansonsten lammfrommer Hund auch schon einmal einen Schaden anrichten oder jemanden in die Wade zwicken. Dann haftet grundsätzlich erst einmal der Besitzer des Hundes, sagt Anwalt Walentowski: "Unter Umständen kann auch der Arbeitgeber belangt werden, weil er hier einfach erlaubt hat, dass ein Mitarbeiter den Hund mitbringen darf."

Es kommt immer auf den Einzelfall an. Unabhängig davon ist es ratsam, eine Tierhalterhaftpflichtversicherung vorweisen zu können. Diese zahlt dann für mögliche Schäden und Behandlungskosten. "Und es gibt auch dem Chef ein Argument mehr an die Hand, das Mitbringen des Hundes auch tatsächlich zu erlauben." Was übrigens das Gassigehen während der Arbeitszeit betrifft, sollte man sich an die betriebliche Pausenregelung halten, rät Swen Walentowski: "Ich kann nicht einfach zusätzlich Pausen einlegen, die eigentlich verboten sind, nur weil mein Hund mal muss."

Berücksichtigt man diese Regeln, dann klappt es auch mit dem Kollegen Hund am Arbeitsplatz.

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