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StartseiteVerbrauchertippDer richtige Sitz ist Pflicht21.04.2017

Mit Kindern im AutoDer richtige Sitz ist Pflicht

Beim Kauf eines Kindersitzes ist Sicherheit oberste Priorität. Doch selbst der teuerste Sitz bringt nichts, wenn die Größe falsch ist oder der Gurt nicht richtig sitzt. Auch sollte beim Händler erfragt werden, welches Befestigungssysteme für welches Auto passt - und das am besten mit dem Kind vor Ort der Sitz ausprobiert werden.

Von Viola Gräfenstein

Ein Junge sitzt am 08.09.2016 in Köln (Nordrhein-Westfalen) in dem Kindersitz BeSafe iZi Modular. (dpa/ picture alliance/ Oliver Berg)
Beliebt sind Systeme mit sogenannten Hosenträgergurten. (dpa/ picture alliance/ Oliver Berg)
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Marcel Kuhnert hat zwei Töchter im Alter von acht und vier Jahren. Autofahren gehört auch für die Kinder zum Alltag. 

"Zuallererst muss man gucken, dass die fest arretiert sind. Und dann wenn wir die Kinder reinsetzen, muss auch darauf geachtet werden, dass die Kopfstützen hoch genug angebracht sind und die Kinder auch entsprechend fest angeschnallt sind."

Beliebt sind Systeme mit sogenannten Hosenträgergurten. Hier wird der Nachwuchs mit einem Fünfpunktgurt sicher angeschnallt und hat noch immer viel Bewegungsfreiheit.

"Die andere Variante ist mit einem Fangkörpersystem, das heißt, der Kindersitz wird mit dem Gurt am Auto befestigt und das Kind sitzt dann da drin und hat vor seinem Bauch ein kleines Tischchen und das schützt auch bei einem Aufprall", weiß Simone Wans vom ADAC Nordrhein.

Die Befestigungssysteme richten sich nach den Gegebenheiten des Autos. Welches System für welches Auto passt, sollte man zuvor beim Händler erfragen und mit dem Kind vor Ort ausprobieren. Zum Beispiel gilt für Babyschalen:

"Die Babyschale befestige ich mit den Gurten am Auto oder ich habe beispielsweise die Isofixbasis, da kann ich die Station direkt am Auto befestigen. Die Babyschale setze ich erst einmal entgegen der Fahrtrichtung an, und dann sind die Kinder in der Babyschale optimal geschützt."

Gewicht und nicht das Alter ist entscheidend

In Deutschland müssen alle Kinder, die jünger als zwölf Jahre alt sind oder kleiner als 1,50 Meter sind, in einen Kindersitz. Beim Kauf eines Kindersitzes ist immer das Gewicht und nicht das Alter eines Kindes entscheidend. Zur Orientierung gibt es drei Gruppen, die von 0 bis 36 Kilo eingeteilt sind. Für den richtigen Zeitpunkt, von der Babyschale zum Kindersitz zu wechseln, gibt Sicherheitsexpertin Simone Wans folgenden Tipp:

"Man sollte sich da nicht irritieren lassen, wenn das Kind schon mit den Füßen irgendwann ein kleines bisschen überragt, wichtig ist, dass es mit dem Kopf nicht überragt, also dass es mit der Kopfoberkante sicher in der Babyschale noch drin liegt, dann ist die Babyschale eigentlich der optimale Schutz für das Baby im ersten Lebensjahr."

Welcher Prüfnorm der Sitz entspricht, lässt sich an dem angebrachten Prüfsiegel am Sitz oder aufgenäht am Bezug ablesen. Die Norm 129 gilt seit 2014 zusätzlich zu der immer noch geltenden Norm ECE R 44 04 und auch ECE R 44 03.

"Die neue Prüfnorm richtet sich an die ISOfix-Kindersitze und schreibt zum Beispiel vor, dass die Kinder auch bis 15 Monate entgegen der Fahrtrichtung befördert werden sollen."

Babyschalen und Airbags

Nicht mehr benutzt werden dürfen allerdings Sitze mit der Prüfnorm 01 und 02. Und zum Transport auf dem Vordersitz sagt Simone Wans:

"Wenn der Kindersitz auf dem Beifahrersitz vorne angebracht werden soll, dann muss man bei der Babyschale drauf achten, dass auf jeden Fall der Airbag ausgeschaltet ist. Das ist ein wahnsinniges hohes Verletzungsrisiko für die Kinder, bis hin zur tödlichen Verletzung."

Simone Wans warnt allerdings davor, sich für eine Billigvariante zu entscheiden:

"Wenn man den Kindersitz gebraucht kaufen möchte und die Besitzer so nicht kennt, dann auf jeden Fall prüfen, gibt es an dem Kindersitz irgendwelche Risse, sind die Gurte noch in Takt. Damit der Kindersitz auch nach wie vor sehr sicher ist."

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