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StartseiteSport am WochenendeMit oder ohne Bach?08.11.2011

Mit oder ohne Bach?

Die Entscheidung nicht-öffentlich zu tagen, stellt den Sportausschuss vor erste, logistische Probleme

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kommentiert die Entscheidung des Bundestagssportausschusses nicht - möchte jedoch auch künftig an den Sitzungen weiterhin teilnehmen.

Von Robert Kempe

Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD im Bundestag (Deutscher Bundestag)
Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD im Bundestag (Deutscher Bundestag)

Bevor der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, vor dem Sportausschuss des Bundestags Auskunft geben wird, muss er vor geschlossenen Türen warten. Auf Betreiben von Union sowie FDP ist die Öffentlichkeit seit der letzten Sitzung von den Zusammenkünften des Gremiums ausgesperrt. Bach, der auch Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees ist, dürfte demnach als Sachverständiger nur zu den vorgesehen Tagesordnungspunkten in den Sitzungssaal gebeten werden. Den Ausschluss der Öffentlichkeit hat der DOSB bisher öffentlich nicht kommentieren wollen.

Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD, ist darüber irritiert:

"Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass dem Deutschen Olympischen Sportbund es offenbar recht ist, dass wir jetzt hinter verschlossenen Türen tagen. Dabei meine ich, dass eigentlich gerade der Sport und damit auch der Deutsche Olympische Sportbund mit die größten Profiteure davon sind, wenn Sportpolitik transparent und auch öffentlich diskutiert wird."

Der DOSB verfolgt stattdessen wohl eine andere Strategie. Laut Gerster hat der Dachverband bereits im politischen Berlin angefragt, ob man mittels einer Ausnahmegenehmigung auch an den nicht-öffentlichen Sitzungen teilnehmen könne. Auf den Ausgang der Debatte kann man gespannt sein.

Doch auch der Sportausschuss tut sich weiter schwer mit klaren Aussagen. Wie der Deutschlandfunk exklusiv berichtete, plant der Ausschuss ab nächstem Wochenende eine Delegationsreise nach Brasilien. Der Trip wurde aufgrund des Reiseprogramms scharf kritisiert. Die eigentlich angekündigte Presseerklärung dazu steht noch immer aus. Wie jetzt zu erfahren war, sollen vier Parlamentarier die umstrittene Reise nach Südamerika antreten. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Joachim Günther, FDP, Martin Gerster, SPD, sowie Katrin Kunert von den Linken. Für die CDU wird Manfred Kolbe die Delegation begleiten. Kolbe ist nur stellvertretendes Ausschussmitglied und wurde bei den Sitzungen bisher kaum gesichtet. Auch an dieser Personalie zeigt sich die sportpolitische Bedeutung dieser Exkursion.

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