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StartseiteCorsoMit Reimen gewinnen30.04.2012

Mit Reimen gewinnen

Reime sind das Spielfeld einer neuen Spielshow auf ZDF.Kultur. Sie heißt 'Reim gewinnt. Und was sich reimt, das stimmt.' Mehrere Reimprofis kämpfen hier um die Zuschauergunst.

Von Sascha Verlan

Reime als Spiel im Fernsehen (Stock.XCHNG / Christy Thompson)
Reime als Spiel im Fernsehen (Stock.XCHNG / Christy Thompson)

Das Konzept von 'Reim gewinnt' ist denkbar einfach. Es gibt einen Moderator, den selbst ernannten Reimleiter in Gestalt des vielseitigen Humoristen und Nonsens-Dichters Helge Thun. Ihm gegenüber stehen vier Kandidaten, die mit ihren Versen um die Gunst von Publikum und Reimleiter buhlen:

"Die Idee entstand schon 2004. Damals hatte ich gerade zusammen mit Jakob Nacken als Team die deutschen Poetry Slam Meisterschaften gewonnen. Und da hab ich mir damals gedacht: Ne, wie hätte so ein Wettbewerb in den 50er-Jahren so mit Heinz Erhardt ausgesehen."

Als Kandidaten stehen parat: Klavierkabarettist Bodo Wartke,
Christine Prayon, die sich selbst als das Quotengedicht in der Männerrunde bezeichnet. Sie ist die aktuelle Gewinnerin des Prix Pantheon Jurypreises. Außerdem der Quotenholländer Philip Simon, ebenfalls Prix Pantheon-Träger. Und schließlich Udo Zepezauer, Tübinger Theatersportler und Ganzkörperkomödiant sowie langjährige Hälfte von "Helge und das Udo".

"Eine Pendelshow, also das heißt, ein Moderator und ein Kandidatenteam, das gab's auch schon bei 'Was bin ich' mit Robert Lemke oder später bei '7 Tage, 7 Köpfe' oder 'Genial daneben'. Das Besondere bei uns ist halt, dass es um Reime und Gedichte geht. Inhaltlich will ich mir auch gar kein Urteil erlauben, aber zumindest sprachlich ist das sicherlich eine Farbe, die es so im Fernsehen zumindest seit Heinz Erhardt nicht mehr gegeben hat."

Natürlich ist der poetische Wettkampf ebenso inszeniert wie die Punktevergabe. Die Spielshow bildet den Rahmen, in dem sich die Gedichte entfalten können. Denn 'Reim gewinnt' setzt ganz auf die besondere Komik, die entsteht, wenn der sprachliche Gleichklang Dinge zusammenleimt, die so gar nicht zueinander passen wollen. Durch die thematische Vorgabe - das Thema der ersten Folge von 'Reim gewinnt' hieß Gesundheit – entsteht Gebrauchslyrik, die bei allem Spaß immer auch politische und sozial interessante Erkenntnisse bringen soll.

Aber die lyrische Form braucht eben Zeit, sich zu entwickeln. Auf der Bühne funktioniert die "Reim gewinnt"–Show in wechselnden Besetzungen seit fünf Jahren. Aber im Fernsehen?

"Die ursprüngliche Idee war sogar, eine Fernsehsendung ganz in Schwarz-weiß zu machen, bei der man überhaupt nicht realisiert, dass sie von heute ist. Aber das wollte dann doch kein Fernsehsender machen. Also überhaupt wollte es kein Fernsehsender machen."

Jetzt hat sich mit ZDF.Kultur also ein Sender daran gemacht, 'Reim gewinnt' ins Fernsehen zu bringen. Natürlich kann dieses Format vom Tempo her nicht mit anderen Comedy-Sendungen konkurrieren. Nicht mit der politsatirischen "Heute-Show" im ZDF und auch nicht mit dem Comedianquiz "Genial daneben" auf Sat1. Aber anstatt auf Eigenständigkeit zu setzen, wurde in der Nachbearbeitung versucht, die Sendefassung im Vergleich zur Bühnenshow durch Schnitte und Kürzungen zu dynamisieren. Das stört die Rhythmik und den natürlichen Verlauf des Abends stellenweise empfindlich. Da sollte das ZDF noch nachbessern – und vor allem sollte es dieses mutige Format dauerhaft ins Programm nehmen.

Infos zur Sendung:
Am kommenden Sonntag, 6.5.2012, läuft die zweite Folge auf ZDF.Kultur um 20:15 Uhr. Das Thema ist Sport.

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