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StartseiteComputer und KommunikationGarantierte Verbindungen mit garantierten Eigenschaften03.03.2018

Mobile World Congress 2018Garantierte Verbindungen mit garantierten Eigenschaften

Eine Zahl und ein Buchstabe prägten in diesem Jahr den Mobile World Congress in Barcelona: 5G. Das Mobilfunknetz der fünften Generation ist das große Projekt der Branche, 2020 soll es offiziell starten. Um ein Thema ging es an den Ständen immer wieder: um schnellere Reaktionszeit.

Von Manfred Kloiber

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March 1, 2018 - Barcelona, Spain - 5G logo during the Mobile World Congress day 4, on March 1, 2018 in Barcelona, Spain.  (imago stock&people)
Das Mobilfunknetz 5G: im Jahr 2020 soll es seinen Betrieb aufnehmen (imago stock&people)
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Die Versprechen für die Zukunft sind groß, denn es geht – anders als bei vergangenen Netzgenerationen – nicht allein um mehr Kapazität und mehr Geschwindigkeit. Wie ein Mantra beten alle 5G-Promoter vor: Es geht um niedrige Latenz, das heißt hohe Reaktionsgeschwindigkeit. Garantierte Verbindungen mit garantierten Eigenschaften. Antje Williams, die das 5G-Programm der Telekom leitet, sagt dazu:

"Ich glaube, dass 5G für uns eine unglaubliche Chance ist. Warum? Bisher haben wir ausschließlich Kapazität zur Verfügung gestellt, in irgendeiner Form. Und 5G hat Möglichkeiten, im Netz befindliche Fähigkeiten gesondert für einen bestimmten Anwendungsfall zur Verfügung zu stellen. Ich rede da über die berühmte Latenz. Bei 5G wird man die dramatisch nach unten bekommen."

Das Netz wird in Scheiben geschnitten

Die Technik dahinter heißt "Network Slicing": Ein Datennetz wird für unterschiedliche Geräte und Kundenbedürfnisse in Scheiben zerlegt, die bestimmte Eigenschaften haben, etwa besonders schnell reagieren, dafür aber schmale Bandbreite und geringe Übertragungsgeschwindigkeit haben. Oder anders herum: extremen Durchsatz, dafür aber mäßige Reaktionszeit.

Netzneutralität, so wie sie vor allem in Europa von Netzaktivisten und Verbraucherpolitikern hochgehalten wird – mit 5G wird sie quasi auf den Kopf gestellt. Antje Williams von der Telekom sieht das anders: "Man darf Network-Slicing auch nicht so verstehen, dass jetzt angedacht ist, irgendwelche Premium-Kunden zu haben, die also mehr bezahlen und die anderen zahlen dann so und so viel Prozent weniger. Sondern es geht eher darum sich anzugucken, was wird wirklich gebraucht?"

Beam-Forming, Mobile Edge Computing, Internet der Dinge

Weitere große Themen auf dem Mobile World Congress war unter anderem Beam-Forming, mit dem Antennen nicht mehr ungerichtet funken, sondern in bestimmte Richtungen. Auch dem Internet der Dinge, bei dem Geräte selbstständig untereinander kommunizieren, widmeten sich Stände sowie dem Mobile Edge Computing, das die vorhandene Rechenleistung in einem Netzwerk effizienter nutzen soll.

Die Themen der Sendung im Einzelnen

Verbundloch - Wie das Datennetz der Bundesregierung angegriffen wurde

Bericht vom Mobile World Congress 2018 in Barcelona

  • Warteschleife – Der Mobile World Congress bereitet sich auf 5G vor

  • Scheibchenweise – Mit Network Slicing wollen die Mobilfunkanbieter neue Kunden gewinnen

  • Randgeschehen – Edge Computing macht die Cloud echtzeitfähig

Das Digitale Logbuch - Mobile World Express

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