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StartseiteVerbrauchertippSchlechtere Verbindungen auf dem Land12.06.2017

Mobilfunknetze im TestSchlechtere Verbindungen auf dem Land

Wer hat das beste Mobilfunknetz in Deutschland? Diese Frage ist vor allem in ländlichen Gebieten von Interesse. Denn dort kämpfen viele Kunden immer noch mit Funklöchern und schwachen Internetverbindungen. Die Stiftung Warentest hat verschiedene Netze getestet und bestätigt: Es gibt immer noch große Unterschiede.

Von Dieter Nürnberger

Ständige Erreichbarkeit kann Stress verursachen. (Symbolfoto) (imago / Westend61)
Die Stiftung Warentest hat die Qualität der Mobilfunknetze in Deutschland untersucht. (imago / Westend61)
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Das letzte Mal hatte die Stiftung Warentest vor knapp zwei Jahren die Qualität der Mobilfunknetze untersucht. Damals gab es vier Netzbetreiber, jetzt sind es nur noch drei. Denn das einstige "E-Plus"-Netz wurde inzwischen vom Konkurrenten "O2" geschluckt. Die zunehmende Marktkonzentration hat zumindest bei der Netzqualität nicht geschadet - denn das Ergebnis der aktuellen Untersuchung zeigt vor allem eines: Es geht generell voran mit dem Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland. Warentest-Experte Michael Wolf.

"Man merkt, die bauen permanent an ihren Netzen. Momentan heißt das Hauptthema Ausbau mit moderner LTE-Technik. Und da haben wir bei allen drei Anbietern deutliche Fortschritte gegenüber dem vorherigen Test festgestellt."

Um das beste Netz zu ermitteln, fuhren die Warentester mehrmals quer durch die Republik. Es ging über Autobahnen und Landstraßen, die Qualität von Internet-und Telefonverbindungen wurde in urbanen Zentren ebenso geprüft wie auf dem Land. Zusätzlich wurde auch das mobile Telefonieren in Zügen bewertet.

Durch den Ausbau der Funkmasten mit moderner LTE-Technik soll die mobile Nutzung des Internet schneller werden, auch der Aufbau der Gesprächsverbindungen beim Telefonieren wird durch LTE beschleunigt.

Internet-Geschwindigkeit variiert bei verschiedenen Anbietern

"Wenn man damit surft oder Bilder und Videos runterlädt, dann geht das in einem LTE-Netz meistens deutlich schneller, als in einem UMTS- oder gar GSM-Netz. Inzwischen ist es auch möglic,h über LTE zu telefonieren. Konkret: Wenn man telefoniert, bleibt man im LTE-Netz, dadurch sind die Rufaufbau-Zeiten schneller und es ermöglicht auch eine bessere Sprachqualität."

Die Unterschiede zwischen den Netzen zeigen sich vor allem in der verfügbaren Internet-Geschwindigkeit. Im Alltag spürt der Nutzer das vor allem durch unterschiedliche Downloadzeiten bei Mailanhängen oder Apps. Bei der "Telekom" dauerte das Herunterladen einer 20-Megabyte-Datei im Schnitt 8 Sekunden. Bei "Vodafone" waren es 13 und bei "O2" immerhin schon rund 22 Sekunden. Anbieter "Telekom" bot auch bei Internet-Videos die beste Auflösung - 90 Prozent aller Videos konnten in Full-HD empfangen werden.

Der Funktechnikausbau geht demnach - je nach Anbieter - unterschiedlich schnell voran. Mit spürbaren Folgen für die Mobilfunknutzer, denn es gibt weiterhin ein Stadt-Land-Gefälle beim Empfang. Beim Anbieter "O2" scheiterten beispielsweise 10 Prozent der Internet-Aufbau-Versuche in ländlichen Regionen. Die Konkurrenz schnitt hier deutlich besser ab.

Weiterhin schlechte Verbindung in Zügen

Beim Telefonieren und Surfen in Zügen erhielt übrigens keiner der drei Anbieter eine gute Bewertung. Ein Grund ist die Metallkonstruktion der Waggons, diese dämpfe die Funkwellen so stark, dass Handysignale nur schwer durchkommen. Allerdings bietet die Deutsche Bahn inzwischen in fast allen ICE-Zügen einen kostenlosen WLan-Zugang an. Fazit von Warentest-Experte Michael Wolf: Es gibt weiterhin Unterschiede bei den Mobilfunknetzen in Deutschland. 

"Klarer Testsieger ist wieder das Netz der "Telekom". "Vodafone" ist - wie immer muss man fast sagen - auf dem zweiten Platz. Beide haben deutliche Verbesserungen gegenüber dem Vor-Test gezeigt. Auf dem dritten Platz folgt dann "O2": In den Städten ist das Netz von "O2" durchaus auch konkurrenzfähig. Hier schnitt man beim Telefoniren und auch bei der Datenübertragung durchaus gut ab. Aber gerade außerhalb der Städte und in Zügen hinkt das "O2"-Netz noch deutlich hinterher."

Und das beste Netz habe seinen Preis: Denn tendenziell - so die Stiftung Warentest - sind die Tarife des Testsiegers "Telekom" auch etwas teurer, als die der Konkurrenz.

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