Samstag, 16.12.2017
StartseiteSternzeitMond vor Regulus08.12.2017

Mondaufgang mit SternbedeckungMond vor Regulus

Mond und Regulus stehen in der Regel einträchtig nebeneinander. Nicht so heute: Da schiebt sich der Mond vor den Hauptstern. Zu sehen ist das Schauspiel am Himmel für eine dreiviertel Stunde.

Von Dirk Lorenzen

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Der Mond und Regulus gegen Mitternacht am Osthimmel (Stellarium)
Der Mond und Regulus gegen Mitternacht am Osthimmel (Stellarium)

Beim Aufgang heute Abend leuchtet der Mond im Löwen – und zwar genau an der Stelle, an der sonst der Hauptstern Regulus zu sehen ist. Der Stern ist auch heute Abend da, allerdings zunächst buchstäblich hinter dem Mond. Denn der Mond bedeckt Regulus für eine dreiviertel Stunde.

Bei perfekter Sicht wäre aus den meisten Gegenden Deutschlands Regulus nach dem Aufgehen noch für wenige Minuten links unterhalb des Mondes zu erkennen. Doch im Horizontdunst wird dies kaum möglich sein. Wenn der Mond etwas an Höhe gewonnen hat, hat er sich auch vor den Stern geschoben. Spannend wird es gegen 23.10 Uhr. Dann gibt der Mond den Blick auf Regulus wieder frei.

Der Mond mit voll beleuchteter Rückseite vor der Erde  (NASA)Bei seinem Lauf um die Erde zieht der Mond auch immer wieder vor Sternen entlang (NASA)
Derzeit nimmt der gut halb beleuchtete Mond ab. Somit endet die Bedeckung am dunklen Mondrand. Denkt man sich die Mondscheibe als am Himmel hängendes Ziffernblatt, dann taucht der Stern zwischen zwei und drei wieder auf.

Zwar ist der Stern auch mit bloßem Auge zu sehen, aber ein Fernglas hilft, ihn im hellen Mondlicht zu beobachten. Die exakte Zeit, zu der Regulus wieder erscheint, hängt vom Standort ab. In Zürich und Wien ist dies bereits gegen 23.03 Uhr der Fall, in Leipzig um 23.11 Uhr und in Hamburg erst um 23.15 Uhr.

Da der Mond keine Atmosphäre hat, taucht ein Stern beim Ende einer Bedeckung schlagartig wieder auf. Sobald das Licht am Mondrand entlang laufen kann, strahlt der Stern in alter Frische am Himmel. Für den Rest der Nacht stehen dann Mond und Regulus für uns wieder einträchtig neben- und nicht mehr hintereinander.

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