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StartseiteVerbrauchertippSchädlinge im Haus bekämpfen31.08.2017

Motten, Ameisen & Co.Schädlinge im Haus bekämpfen

Im Haushalt können viele lästige Schädlinge wie Fruchtfliegen, Silberfische, Ameisen vorkommen. Um sie wieder los zu werden muss man nicht immer zur chemischen Keule greifen. Es gibt einfache und schnelle Möglichkeiten, die ohne gesundheitsschädliche Mittel auskommen.

Von Hilde Braun

Einige Fruchtfliegen sitzen auf einer Organgenscheibe (imago stock&people)
Gegen fliegende Insekten, wie zum Beispiel Fruchtfliegen, helfen Fliegengitter (imago stock&people)
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Grundsätzlich gilt: Vorsorge ist bei vielen Schädlingen die beste Lösung. So kann man auch Lebensmittelmotten fernhalten: Schränke regelmäßig säubern, Lebensmittel am besten in verschließbare Dosen umfüllen, das hindert sie daran sich auszubreiten. Gegen fliegende Insekten helfen Fliegengitter an Fenstern und Türen, damit bleiben Mücken oder Wespen draußen und müssen erst gar nicht drinnen bekämpft werden. Unbedingt abzuraten ist von chemischen Raumverneblern, die die fliegenden Lästlinge abhalten sollen, sie enthalten Nervengifte, erklärt Phillip Heldt:

"Das vergiftet natürlich auch die Raumluft komplett, ist also auch für meine eigene Gesundheit schädlich, noch schädlicher aber für Haustiere und Kleinkinder, wenn ich welche habe, da bin ich also mit dem Fliegengitter deutlich besser geschützt vor Fliegen oder Mücken."

Bei Ameisenstraßen hilft Vorsorge

Elektrische Alternativen wie Stecker mit UV-Licht sind quasi nutzlos. Ihre Wirksamkeit ist nicht nachgewiesen erklärt Susanne Smolka von PAN Germany, dem Pestizid-Aktions-Netzwerk.

"Dann gibt es diese Ultraschallgeräte, die sind gänzlich ungeprüft und viele sagen die Erfahrung zeigt, dass das gar nicht wirkt. Bei Mücken helfen Moskitonetze, helle Kleidung und sich zu bedecken."

Ameisen sind im Garten sehr nützlich, bilden aber gerne eine Ameisenstraße, wenn sie eine Nahrungsquelle entdecken. Auch hier hilft Vorsorge: Essen nicht längere Zeit offen herumstehen lassen, besser ist es abzudecken und in den Kühlschrank zu geben. So kann man die Tiere davon abhalten in den Haushalt zu krabbeln.

Biologisches Bekämpfungsmittel gegen Motten

Haben sie den Weg dahin gefunden, kann es helfen Essig oder stark riechende Kräuter auf die Ameisenstraße zu geben wie Tausendgüldenkraut, Lavendelöl oder Kerbel, dann kehren sie oft freiwillig um. Im Zweifel muss aber der Fachmann her, um die Art bestimmen zu lassen, denn es gibt sogar Ameisen die ein Haus zusammen brechen lassen können:

"Man sollte regelmäßig - wenn man zum Beispiel Hausbesitzer ist - an seinem Dachstuhl gucken. Gibt es da Holzspäne, gibt es da Hinweise auf einen Ameisenbefall? Wenn man wirklich Holz zerstörende Ameisen hat wie zum Beispiel die braune Vig Ameise oder die schwarz glänzende Holzameise, dann muss man wirklich etwas tun, weil das die Statik des Hauses beeinflussen kann. Da muss ein Bausachverständiger her und ein professioneller Schädlingsbekämpfer. Es gibt insektizidfreie Verfahren dagegen, wie zum Beispiel Heißluftverfahren."

Köderdosen können bei üblichen Ameisen zwar auch helfen, enthalten aber in der Regel Insektizide, sprich Giftstoffe. Sie werden auch gerne bei Silberfischen eingesetzt, die im Bad vorkommen können. Meist sind diese Tierchen aber ein Hinweis darauf, dass es ein Feuchtigkeitsproblem gibt. Oft hilft schon richtiges Lüften, um sie fernzuhalten. Bei Kakerlaken, die auch Feuchtigkeit und Wärme lieben, muss allerdings ein professioneller Schädlingsbekämpfer kommen, da sie gesundheitsschädliche Keime übertragen können. Ein biologisches Bekämpfungsmittel gibt stattdessen gegen Motten, hier können Schlupfwespen sehr effektiv helfen:

"Schlupfwespen sind sehr sehr kleine Insekten, die ihre Eier in Motteneier legen können und auch in kleine Ritzen und Lücken im Parkettboden vordringen können und ganz effektiv Motten bekämpfen können."

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