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MusikpreisAuch Dirigent zu Guttenberg gibt Echo zurück

Der Dirigent Enoch zu Guttenberg im Spiegelsaal des Schlosses Herrenchiemsee.  (dpa / Andreas Müller)
Der Dirigent Enoch zu Guttenberg im Spiegelsaal des Schlosses Herrenchiemsee. (dpa / Andreas Müller)

Aus Protest gegen die Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang gibt auch der Dirigent Enoch zu Guttenberg seinen Preis zurück.

Nachdem solch eine Auszeichnung nun Verfassern von - Zitat - widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten verliehen worden sei, empfinde man es als Schande, diesen Preis weiter in Händen zu halten, teilte er zusammen mit Andreas Reiner vom Orchester Klangverwaltung mit. 2008 hatten sie einen Echo Klassik bekommen. Zuvor hatten bereits andere Künstler angekündigt, ihren Preis zurückzugeben - unter ihnen das Berliner Notos-Quartett der Pianist Igor Levit der Musiker Klaus Voormann

Die beiden Rapper Farid Bang und Kollegah hatten den "Echo" am Donnerstag für ein Album erhalten, das Kritiker als antisemitisch einstufen.

Der ARD-Koordinator für Unterhaltung, Schreiber, schrieb in der "Welt", es gebe nur eine sinnvolle Reaktion der Musikindustrie: Eine Entschuldigung und die Erkenntnis, dass dieser Echo keine Berechtigung mehr habe, weder inhaltlich noch moralisch.

Der Bundesverband Musikindustrie kündigte an, den Preis auf Entscheidung des Vorstandes zu überarbeiten. Details nannte der BVMI aber nicht.

Diese Nachricht wurde am 17.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.