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Nach Angriffen in SyrienModerate Töne aus Moskau

Dieses von der syrischen Nachrichtenagentur Sana zur Verfügung gestellte Foto zeigt die Trümmer des Forschungszentrums in Barsah, das bei Angriffen der USA, Großbritannien und Frankreich stark beschädigt wurde. | (PA/Uncredited/SANA/AP/dpa)
Dieses von der syrischen Nachrichtenagentur Sana zur Verfügung gestellte Foto zeigt die Trümmer des Forschungszentrums in Barsah, das bei Angriffen der USA, Großbritannien und Frankreich stark beschädigt wurde. (PA/Uncredited/SANA/AP/dpa)

Nach den westlichen Raketenangriffen auf Syrien signalisiert Russland weiterhin Gesprächsbereitschaft mit den USA. Kreml-Sprecher Peskow sagte in Moskau, er hoffe, dass trotz der Schäden, die Washington dem bilateralen Verhältnis zugefügt habe, irgendeine Art von Kommunikation beginnen könne. Zunächst müssten die USA aber eigene Probleme klären.

Hintergrund der Äußerung ist offenbar Unklarheit über die weitere Strategie der USA im Syrien-Konflikt. Präsident Trump hatte Ende März einen baldigen Rückzug angekündigt.

Der russische Außenminister Lawrow äußerte sich etwas deutlicher. Der Westen handle nach einer "sehr merkwürdigen Logik". Sowohl im Fall des vergifteten Ex-Agenten Skripal als auch hinsichtlich des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Syrien seien zuerst Strafmaßnahmen eingeleitet und dann Beweise gesucht worden. Man verliere "die letzten Überbleibsel an Vertrauen". Zugleich betonte Lawrow, es gebe weiterhin funktionierende Kanäle zur Konfliktlösung zwischen dem russischen und dem US-Militär in Syrien. Eine direkte Konfrontation sei nicht in Sichtweite gewesen.

Derweil verlangten die EU-Außenminister neue Friedensverhandlungen. Während eines Treffens in Luxemburg erklärten sie, die Dynamik der gegenwärtigen Situation müsse genutzt werden, um den Prozess zur politischen Lösung des Syrien-Konflikts wiederzubeleben, Dafür müssten die Genfer Gespräche unter Leitung der UNO fortgesetzt werden. Zugleich stellten sich die Minister geschlossen hinter die Luftangriffe auf Chemieanlagen. Der Militäreinsatz habe weitere Giftgaseinsätze verhindern sollen.

Anlass für den westlichen Militäreinsatz in Syrien war der mutmaßliche Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma vor gut einer Woche. Die unabhängigen Ermittlungen dazu verzögern sich. Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen wurden von Syrien und Russland zunächst nicht in die ehemalige Rebellenhochburg durchgelassen, teilte der britische Vertreter bei der OPCW, Wilson, in Den Haag mit.

Daraufhin betonte Moskau, man habe den Ort des Geschehen nicht manipuliert. Entsprechende Vorwürfe hatte der US-Vertreter beid er Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen, Ward, geäußert. Die britische Premierministerin May sagte im Unterhaus in London, Syrien versuche mit Unterstützung Russlands, die Umstände des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in Duma zu vertuschen.

Diese Nachricht wurde am 16.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.