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StartseiteHörspielDas Jalta-Spiel25.04.2017

Nach einer Erzählung von Anton TschechowDas Jalta-Spiel

Die Saison im Kurort Jalta neigt sich dem Ende zu. Bevor Dmitry Gurow, Ende 30, zu Arbeit und Familie nach Moskau zurückkehren muss, erscheint die 22-jährige Anna Sergejewna mit ihrem Hündchen auf den Terassen. Sie ist eben angekommen, ihr Gatte ist zu Hause in der Provinz geblieben. Gurow spricht die schöne Fremde an und verschiebt die Heimreise.

Hörspiel von Brian Friel

Der russische Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) (picture-alliance / dpa )
Der russische Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) (picture-alliance / dpa )

Man unterhält sich gut und spielt gemeinsam das Jalta-Spiel: den unbekannten Flaneurs um sie herum werden fantastische Geschichten zugedacht. Die zwei kommen einander näher. Für Gurow beginnt scheinbar nur ein neues amouröses Abenteuer, für die fast noch kindliche Anna ist es viel mehr als das. Erst nach Annas überstürzter Abreise realisiert Gurow, dass ihn die Liebe ebenfalls gepackt hat. Erinnerungen und Tagträume machen die Rückkehr zur Normalität des Alltags unerträglich. Als Gurow Anna schließlich ausfindig macht, beginnen die zwei ein Doppelleben, von dem sie bald selbst nicht mehr wissen, welche Seite ihr „wirkliches" Leben ist. Brian Friel schrieb sein Theaterstück nach Tschechows Erzählung "Die Dame mit dem Hündchen" (1899), in der die Liebe über ein „armseliges, unbeschwingtes Leben" triumphiert - wenn auch nur im Verborgenen. Friel gerät sein Stück zu einem Vexierbild vom Spiel um Wahrheit und Lüge, Traum und Wirklichkeit.

Aus dem Englischen von Ingrid Rencher
Regie: Hans Gerd Krogmann
Mit Ulrich Matthes, Christine Schönfeld

MDR 2004
Länge: 47'22

Brian Friel: Geboren 1929, einer der prominentesten englischsprachigen Dramatiker - Kindheit in Omag, Nordirland, Jugend in Derry, Studium in Maynooth und Belfast. Seit 1954 Tätigkeit als Lehrer; beginnt das Schreiben von Kurzgeschichten und Hörspielen; 1958 erste Hörspielproduktionen bei der BBC; seit 1960 freischaffender Schriftsteller. 1980 Gründung der Field Day Theater Company.

Bühnenstücke unter anderem: "Molly Sweeny", "Leben ein Tanz", "Antworte mir", "Zwischen allen Sprachen", "Väter und Söhne", "Ein Monat auf dem Lande" (nach Turgenjew) und "Drei Schwestern" (nach Tschechow).

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