Nachrichten

Dienstag, 21. April 2015 16:00 Uhr

  • Lokführer bestreiken Güterverkehr

    Die Gewerkschaft der Lokführer hat erneut einen Streik begonnen. Er betrifft zunächst nur den Güterverkehr und dauert bis Freitagmorgen. Der Ausstand im Personenverkehr soll regulär morgen früh ab zwei Uhr starten und Donnerstagabend enden. Die Deutsche Bahn rechnet mit erheblichen Einschränkungen für die Fahrgäste. Trotz Ersatzfahrplänen werde im Fernverkehr voraussichtlich nur jeder dritte Zug im Einsatz sein, im Regionalverkehr jeder zweite, sagte Vorstandsmitglied Homburg in Berlin. Bahn-Personalvorstand Weber forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der GDL-Vorsitzende Weselsky hatte im Deutschlandfunk kritisiert, die Bahn habe kein akzeptables Zwischenergebnis vorgelegt. - Es ist die siebte Streikaktion seit Beginn des Tarifkonflikts. Zuletzt hatten die Lokführer Anfang November die Arbeit niedergelegt. Nicht vom Streik betroffen sind die Privatbahnen.

  • Tarifverhandlungen für Erzieher erneut ohne Ergebnis

    Auch die fünfte Runde der Tarifverhandlungen für Erzieher und Sozialarbeiter im Öffentlichen Dienst ist ohne Ergebnis geblieben. Das teilten die Gewerkschaften Verdi und GEW nach den Gesprächen in Offenbach mit. In den kommenden Tagen werde man über ein Scheitern der Verhandlungen sowie eine Urabstimmung zu unbefristeten Streiks entscheiden. Die Arbeitgeber hätten kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände erklärte dagegen, die Gewerkschaften hätten sich in keiner Weise kompromissbereit gezeigt. Ihr Streik-Fahrplan scheine festzustehen. Verdi, GEW und dbb wollen durchsetzen, dass die 240.000 Beschäftigten höher eingruppiert werden. Das würde im Schnitt bis zu zehn Prozent mehr Geld bedeuten. Die kommunalen Arbeitgeber halten dies für nicht finanzierbar. Vor den Verhandlungen hatte es mehrfach Warnstreiks gegeben.

  • Auschwitz-Prozess: Angeklagter bittet um Vergebung

    In einem der letzten großen Auschwitzprozesse hat der frühere SS-Mann Oskar Gröning ein Geständnis abgelegt. Zum Auftakt der Verhandlung vor dem Landgericht in Lüneburg sagte der 93-Jährige, für ihn stehe außer Frage, dass er sich moralisch mitschuldig gemacht habe. Er bitte um Vergebung. Gröning räumte ein, er habe gleich bei seiner Ankunft im Konzentrationslager 1942 von der Vergasung der Juden erfahren. Das frühere SS-Mitglied war in Auschwitz für das Gepäck der KZ-Häftlinge zuständig und verbuchte das Geld, das ihnen abgenommen worden war. Er muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen verantworten. Sollte er verurteilt und für haftfähig erklärt werden, erwartet ihn eine Strafe von mindestens drei Jahren. - An dem Verfahren nehmen mehr als 60 Auschwitz-Überlebende, Hinterbliebene von Opfern oder deren Verwandte als Nebenkläger teil.

  • Berlin: Neonazis greifen Wachleute vor Flüchtlingsheim an

    Kurz vor der Eröffnung einer Berliner Container-Siedlung für Flüchtlinge haben Neonazis Wachleute angegriffen. Die Polizei teilte mit, die drei Männer hätten vor den Gebäuden ausländerfeindliche Parolen gerufen und versucht, sich Zugang zu dem Gelände zu verschaffen. Ein Wachmann sei dabei tätlich angegriffen worden. Die Männer gehören laut Polizei zur rechtsradikalen Szene. Die Container-Siedlung für knapp 500 Asylbewerber soll Ende dieser Woche im Stadtteil Buch eröffnet werden.

  • Flüchtlingsunglück: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kapitäne

    Nach dem Flüchtlingsunglück mit mehreren hundert Toten hat die sizilianische Staatsanwaltschaft Vorwürfe gegen den Kapitän erhoben. Die Behörden in Catania beschuldigen den inzwischen festgenommen Tunesier, am vergangenen Sonntag durch Navigationsfehler und falsche Manöver das überladene Frachtschiff zum Kentern gebracht zu haben. Fast alle Menschen an Bord ertranken im Mittelmeer. - Zudem nahm die griechische Küstenwache vor der Ferieninsel Rhodos zwei mutmaßliche Schlepper fest. Deren Kutter war vor der felsigen Küste zerschellt. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Der italienische Flüchtlingsrat hält den angekündigten Zehn-Punkte-Plan der EU-Kommission für unzureichend. Er sieht im Kern eine bessere Seenotrettung und Maßnahmen gegen Schlepper vor. Notwendig sei eine Erleichterung der legalen Einwanderung, um ähnliche Tragödien zu verhindern. Der Verband Deutscher Reeder forderte vom EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am kommenden Donnerstag greifbare Ergebnisse. Mit dem Auslaufen der EU-Mission "Mare Nostrum" im vergangenen Herbst sei die Zahl der Flüchtlinge massiv gestiegen, sagte Geschäftsführer Johns im Deutschlandfunk.

  • Griechische Krise: Merkel und Tsipras treffen sich

    Bundeskanzlerin Merkel und der griechische Ministerpräsident Tsipras wollen erneut zusammentreffen. Ein Regierungsvertreter in Athen sagte, die Begegnung sei übermorgen am Rande des EU-Flüchtlingsgipfels in Brüssel geplant. Dabei dürfte es um das griechische Reformprogramm gehen. Ohne Einigung mit den Gläubigern droht der Regierung in Athen die Zahlungsunfähigkeit. Nach neuesten Zahlen des europäischen Statistikamtes sank das griechische Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr deutlich. Die Neuverschuldung betrug 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im Jahr davor waren es noch mehr als 12 Prozent.

  • Amnesty International verlangt Aufhebung des Mursi-Urteils

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert, das Urteil gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mursi aufzuheben. Das Verfahren gegen ihn und 14 Mitangeklagte müsse neu aufgerollt werden, erklärte die Organisation in London. Andernfalls seien die Beschuldigten umgehend freizulassen. Zur Begründung führt Amnesty an, es habe eine Reihe von Unregelmäßigkeiten gegeben. So sei Mursi bereits vor dem Prozess einer Isolationshaft unterworfen worden. Ein Gericht in Kairo hatte den früheren ägyptischen Präsidenten für mitschuldig am Tod von Demonstranten befunden und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Auch 14 führende Mitglieder der Muslimbruderschaft erhielten lange Haftstrafen.

  • Gericht setzt Kaution von fast 900.000 Euro für Middelhoff fest

    Das Landgericht Essen hat eine Kaution von fast 900.000 Euro für die Freilassung des früheren Arcador-Chefs Middelhoff festgesetzt. Den Angaben zufolge muss er zudem seine Reisepässe abgeben. Mit diesen Auflagen wolle man einer möglichen Fluchtgefahr begegnen, erklärte das Gericht. Die Strafkammer hatte den Haftbefehl gegen den 61-Jährigen zuvor ausgesetzt, da Middelhoff wegen einer Krankheit ärztlich behandelt werden muss. Der frühere Manager war im November 2014 wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

  • Studie: Mehr als 15 Millionen Menschen im Ausland lernen Deutsch

    Deutsch als Fremdsprache wird wieder beliebter. Nach einer Studie des Auswärtigen Amts sind derzeit mehr als 15 Millionen Menschen an ausländischen Schulen, Universitäten oder in Goethe-Instituten dafür eingeschrieben. Damit sei der rückläufige Trend gestoppt, erklärte das Ministerium. Das größte Interesse besteht demnach in Polen. Deutlich mehr Deutsch-Schüler gibt es auch in der Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina. In Russland und anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion setzt sich der Abwärtstrend dagegen fort.

  • Langjähriger Sportschau-Moderator Werner Zimmer gestorben

    Im Alter von 78 Jahren ist der langjährige Sportschau-Moderator Werner Zimmer gestorben. Er berichtete seit den 60er Jahren über die Wettkämpfe bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie bei zahlreichen weiteren sportlichen Großereignissen. Die ARD-Sportschau moderierte er von 1966 bis 1993. Im Anschluss übernahm er die Programmdirektion beim Saarländischen Rundfunk für den Fernsehbereich.

  • Wetter: Vielfach sonnig und trocken, bis 23 Grad

    Das Wetter: Verbreitet sonnig, teils wolkig, 16 bis 23 Grad, an der Küste und in höheren Lagen kühler. Morgen im Norden und Osten bewölkt, gebietsweise Schauer. Sonst bei ähnlichen Temperaturen erneut sonnig. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag im Nordwesten sonnig und trocken.Im Südosten wolkig mit Schauern. 12 bis 20 Grad.

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