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StartseiteVerbrauchertippVerlockende, aber unseriöse Angebote25.01.2018

NebenjobsVerlockende, aber unseriöse Angebote

Viel Geld für wenig Arbeit - die Anzeigen mancher Nebenjobs klingen sehr verlockend. Doch solche Angebote sind selten seriös. Oft sind versteckte Produktkäufe oder Abonnements damit verbunden. Es gilt: Je reizvoller ein Angebot, desto kritischer sollten Jobsuchende sein.

Von Karsten Zummack

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Stellenannonce in einer Tageszeitung  (imago / bonn-sequenz)
Hinter vermeintlich attraktiven Jobangeboten können sich Fallstricke verstecken (imago / bonn-sequenz)
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"Nebenbei 5.000 Euro", "Top-Verdienst von zu Hause aus", "Der Traumjob, den Sie immer gesucht haben!" Mit solch verlockenden Botschaften buhlen Unternehmen um Aushilfskräfte. Doch nur selten halten solche Anzeigen, was sie versprechen.

"Wenig Arbeit, viel Geld: Nein, das ist vielleicht nur der Lottospieler, der halt ein paar Kreuze macht und dann einen Millionengewinn einfährt", sagt René Dreke von der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg. Er warnt vor den vermeintlichen Traumjobs, die heute nicht nur in klassischen Anzeigenblättern, sondern auch per Mail oder Internetanzeige offeriert werden.

Immer dieselben Maschen

"Wenn halt für eine relativ geringqualifizierte Arbeit sehr hohe Löhne gezahlt werden, das sollte einen immer schon mal stutzig machen. Dann sollte man sich auf jeden Fall - wenn man halt auf so eine Anzeige stößt - gucken, welche Firma steckt dahinter. Einfach auch googeln. Meistens gibt es auch dann schon Erfahrungsberichte von anderen, die vielleicht schon mal auf diese Firma hereingefallen sind."

Die Maschen der unseriösen Jobanbieter sind immer wieder dieselben. Oft geht es darum, in eine Kartei aufgenommen zu werden, um später mit dem eigenen Auto Werbung zu fahren oder um Mode zu testen. Im Kleingedruckten des Vertrages schließt man aber mitunter beispielsweise ein Zeitschriftenabo ab oder es lauern andere Kosten. Oft ginge es bei solchen Jobangeboten auch darum, Produkte zu verkaufen. Auch das sind selten seriöse Jobangebote, warnt Julia Rehberg, von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Wenn, dann sollte es so geregelt sein, dass ich sozusagen dann auf Provisionsbasis arbeite – aber nicht indem, dass ich erstmal für mehrere 1.000 Euro Ware erwerbe, um sie dann weiterzuverkaufen. Dann kann es nämlich gut sein, dass ich nachher auf der Ware sitze und keinen Käufer finde."

Nie finanziell in Vorleistung gehen

Dann wird aus dem erhofften Hinzuverdienst womöglich sogar ein hoher finanzieller Verlust. Die Verbraucherschützerin empfiehlt, auf der Jobsuche grundsätzlich nie finanziell im Vorleistung zu gehen. Und zwar egal ob es dabei nur um zehn oder gleich um zweitausend Euro geht, ob es für die Aufnahme in eine Kartei, für die Erstellung von Unterlagen oder für Ware ist. Grundsätzlich gilt: Seriöse Arbeitgeber wollen keine Vorkasse! Neuester Trend bei den Nebenjobs:

"Dass man eben Päckchen annehmen soll, umadressieren und dann ins Ausland verschicken. Der Haken an der Geschichte ist, dass die auf den eigenen Namen bestellt werden. Der Verkäufer sich also mit den Rechnungen für die hochwertigen Elektrogeräte dann an mich wendet – ich aber natürlich weder die Ware habe noch die haben wollte und auch gar nicht genau weiß, wer denn mein Auftraggeber ist. Und dann richtig viele Probleme habe am Ende. Also Finger weg davon!"

Die Ware wird häufig sogar mit gestohlenen Kreditkartendaten bezahlt. Die die Polizei warnt mittlerweile vor diesen dubiosen, schon kriminellen Jobangeboten.

Vorsicht bei vermeintlich harmlosen Aufgaben

Vorsicht sollte man aber auch bei vermeintlich harmlosen Aufgaben walten lassen. Beispielsweise wenn es darum geht, in seinem Bekannten- und Verwandtenkreis Versicherungen oder Finanzprodukte zu verkaufen. Das kann schnell zu unangenehmen Situationen führen, warnt die Verbraucherschützerin.

Und René Dreke von der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg rät, jedes Nebenjob-Angebot genau zu hinterfragen. Warum zum Beispiel sollen Cent-Artikel wie Kugelschreiber in Heimarbeit zusammengeschraubt werden?

"Wir empfehlen halt immer: Wenn Sie so ein Angebot haben, recherchieren Sie mal bitte im Internet! Also wenn kein Impressum zum Beispiel auf der Webseite zu finden ist vom Unternehmen oder nicht im Handelsregister eingetragen oder bei den Verbraucherbänden ruhig mal nachfragen."

Die Faustregel lautet: Je verlockender ein Angebot, desto kritischer sollten Jobsuchende sein!

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