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StartseiteVerbrauchertippFlugbeschränkungen und Kennzeichnungspflicht18.05.2017

Neue Regeln für DrohnenFlugbeschränkungen und Kennzeichnungspflicht

Seit Anfang April gilt die neue "Drohnenverordnung". Sie soll regeln, was die Hobbypiloten der ferngesteuerten Multikopter dürfen und was nicht. Vieles ist dabei noch unklar - etwa, wie die Kennzeichnungspflicht konkret umgesetzt werden muss.

Von Michael Stein

Eine Drohne vom Typ Phantom I$ beim Landeanflug, wird in Hohenstein Meidelstetten aufgefangen (2017) (imago stock&people)
Wer eine Drohne aufsteigen lassen will, muss seit April 2017 neue Regeln beachten. (imago stock&people)
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"Ich habe mir vor knapp zwei Jahren von der Firma Parrot den Bebop gekauft. In der Größe kann ich den in einen A4-Ordner tun. Ich habe mir einen Schaumstoff-Einsatz gebaut und kann den dann in meinen Rucksack tun."

Klaus Föhl ist Physiker an der Uni Gießen und begeisterter Pilot eines Multikopters - landläufig auch als "Drohne" bezeichnet. Für sein Hobby muss sich Föhl allerdings mit neuen Bestimmungen vertraut machen. Beispiel: Die erlaubte Höhe. Früher galten hier unterschiedliche Regelungen, je nach Standort und Bundesland. Heute darf man generell nur noch 100 Meter hoch fliegen.

"Die Höhe ist durch die Firmware, das ist praktisch das Betriebssystem des Kopters, auf 150 Meter eingeschränkt. Ich brauchte diese Höhe recht oft, um schöne Bilder, beispielsweise von einer Ortschaft in der Schrägansicht zu machen. Und jetzt, mit den inzwischen nur noch erlaubten 100 Metern ist die Ansicht nicht mehr in der Form gegeben. Das ist ein gradueller Unterschied, aber der Unterschied ist wirklich sichtbar."

Nutzer finden manches undurchsichtig

Seit dem 7. April ist die neue Drohnenverordnung bundesweit in Kraft. Bisher findet man auf den Seiten des Bundesverkehrsministeriums allerdings im Wortlaut nur die Änderungen zum vorherigen Text, nicht aber die vollständigen Bestimmungen. Auf den Seiten einiger Landesluftfahrtbehörden stehen zwar mehr Infos und zum Teil sogar Schaubilder. Wirklich verständlich und vollständig ist das alles aber meistens nicht. Beispiel: die Kennzeichnungspflicht. Jeder Multikopter muss ab spätestens Oktober 2017 - bis dahin gilt eine Übergangszeit - mit einer "dauerhaften und feuerfesten" Plakette gekennzeichnet sein, die den Namen und die Adresse des Eigentümers trägt. Wie die genau aussehen muss, darüber steht in der neuen Verordnung aber nichts.

"Die Regeln an sich habe zumindest ich nicht in einer verdaubaren Form gefunden. Es fehlt die Angabe als Prototyp, wie die Kennzeichnung auch wirklich aussehen kann. Zu sagen 'feuerfest', das ist meiner Meinung nach nicht ausreichend. Es muss mindestens ein Beispiel gegeben werden, was funktioniert. Und da gibt es große Lücken."

Manche Einschränkungen werden angenommen

Zumindest eines ist, neben der maximalen Flughöhe, jedoch klar: Multikopter beziehungsweise Drohnen dürfen nun generell nicht mehr über Wohngrundstücke fliegen, wenn der Eigentümer nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Viele Piloten fühlen sich durch diese Regelungen zu stark eingeschränkt. Jörg Schamuhn, ehemaliger Tornado-Pilot und heute beim Kopter-Hersteller Yuneec für das Europa-Geschäft zuständig, hält zum Beispiel die Höhenbeschränkung aber für sinnvoll.

"Ich halte das wirklich im Sinne der Sicherheit für notwendig. Stellen Sie sich mal vor, der Kopter hat einen Durchmesser von 350 Millimetern. Wenn der 100 Meter hoch ist, dann sehen Sie weniger als einen Stecknadelkopf und grundsätzlich gilt, dass die Drohne in der 'Line of Sight' geflogen werden muss - in Kontrolle des Piloten. Sie müssen das Fluggerät schon sehen."

Die Kontrolle ist unklar

Bleibt noch zu klären, wie die Behörden das Einhalten der neuen Drohnen-Regeln kontrollieren wollen. Auch das scheint bisher nämlich noch nicht geklärt zu sein. Jörg Schamuhn von Yuneec:

"Da ist dann die Frage, wird die Polizei hier geschult, oder wird das Luftfahrt-Bundesamt irgendwelche Kontrollgruppen im Land rumfahren lassen oder wird das so laufen wie beim Bundesverkehrsamt, das zum Beispiel die LKW überprüft, ob sie die Maut haben."

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