Sonntag, 17.12.2017
StartseiteVerbrauchertippScheinwerfer dürfen nicht blenden23.11.2017

Neue Regeln für FahrradbeleuchtungScheinwerfer dürfen nicht blenden

Nicht nur in den dunklen Wintermonaten ist gute Beleuchtung für Radfahrer lebenswichtig. Die Vorschriften für das richtige Licht an Sporträdern, Anhängern, Liegerädern - aber auch für das durchschnittliche Alltagsrad, haben sich in den letzten Jahren häufig geändert. Ein Blick auf die wichtigsten Punkte.

Von Susanne Kuhlmann

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Radfahrer fahren am 01.10.2013 im Morgennebel über den Elbradweg in Dresden (Sachsen).  (picture alliance / dpa / Arno Burgi )
Zu viel Licht kann auch ein Problem sein: Deshalb dürfen Fahrradleuchten nicht blenden (picture alliance / dpa / Arno Burgi )
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In den vergangenen Jahren haben sich die Beleuchtungsvorschriften für Fahrräder bereits mehrfach geändert. So muss das Licht zum Beispiel nicht mehr unbedingt von einem Dynamo betrieben werden. Die meisten Alltags- und Stadträder sind allerdings nach wie vor mit Dynamobeleuchtung ausgestattet. Eine unkomplizierte Lösung, findet Stephan Behrendt. Er ist beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, ADFC, für Technikfragen zuständig. 

"Die kann ich nicht vergessen, die leuchtet immer, was bei der Akkubeleuchtung kritischer ist. Ich muss sie dabeihaben, ich muss darauf achten, dass die Akkus geladen sind, das ist alles bei der Dynamobeleuchtung kein Problem."

Keine Blinkfunktion

Doch wer ein puristisch ausgestattetes Rennrad oder Mountainbike fährt, darf seit einiger Zeit auch komplett auf Akkus oder Batterien als Energiequelle für die Fahrradbeleuchtung setzen. Neu ist allerdings:

"Die dürfen keine Blinkfunktion haben."

Jens Schulze arbeitet als Zweiradmechaniker bei einem Fahrradhändler in Bergisch Gladbach.

"Das Gleiche wäre für die Sportbeleuchtung, die zurzeit immer noch mit Halterungsmöglichkeit für den Lenker gegeben ist, was rein rechtlich nicht mehr sein darf. Es darf nur noch am Helm montiert werden, nicht mehr am Lenker in dem Fall."

Abnehmbares darf nicht verrutschen

Abnehmbare Beleuchtung für Sporträder muss so fest am Lenker angebracht sein, dass sie nicht verrutschen kann. Wer vor Einbruch der Dämmerung sein Ziel erreicht, braucht jetzt aber keine Beleuchtung mehr mitzuführen. Neu ist auch, dass Fahrradbeleuchtung nur noch zugelassen ist, wenn sie das Zeichen des Kraftfahrtbundesamtes trägt, eine K-Nummer mit Wellenlinie.

Zuverlässig und im Batterie- oder Akkubetrieb auch energiesparend ist LED-Beleuchtung. Ein LED-Frontscheinwerfer leuchtet die Fahrbahn hell und breit aus. Die neuen Regeln besagen, dass er richtig eingestellt sein muss, damit er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Stephan Behrendt vom ADFC:

"Da ist die Faustregel: Der hellste Punkt der Beleuchtung muss ungefähr zehn Meter vor dem Fahrrad auf dem Boden ankommen. Das kann ich im Keller gut ausprobieren, wo ich eine weiße Wand habe, zehn Meter Abstand und dann gucken, dass der hellste Punkt den Boden berührt."

Neuerung: Bremslichtfunktion erlaubt

Der vordere Scheinwerfer darf jetzt sowohl eine Tagfahrfunktion als auch Fernlicht haben. Mehr Sicherheit durch Zusatzfunktionen – auch für das Rücklicht gelten neue Regeln.

"Bei Rückleuchten ist mittlerweile zugelassen, dass ich eine Bremslichtfunktion habe. Bei Pedelecs gibt es die Möglichkeit, dass ich das über den Bremsgriff steuere. Bei normalen Fahrrädern gibt es zwei Versionen. Einmal, dass ich einen Beschleunigungssensor nehme, der merkt, wenn ich das Fahrrad verzögere. Oder die elegantere Methode, dass ich das über den Nabendynamo steuere. Das heißt also, die Rückleuchte wird für kurze Zeit heller." 

Neuerdings ist kein zweiter separater Rückstrahler mehr vorgeschrieben. Die Rückleuchte kann nun einen Rückstrahler enthalten. Erlaubt sind allerdings ausschließlich solche, die mit dem Buchstaben Z gekennzeichnet sind.

Breite Räder und Anhänger

Wer zusätzliche Sicherheit und bessere Sicht möchte, darf auch an einem normalen Fahrrad zwei Scheinwerfer und zwei Rücklichter anbringen. Vorgeschrieben war das bisher für Räder ab einem Meter Breite. Spezialräder, wie Liegeräder und fast geschlossene Velomobile dürfen jetzt außerdem einen Blinker haben, um die Fahrtrichtung anzuzeigen. Und Anhänger, die ab dem kommenden Jahr verkauft werden, müssen ab 60 Zentimeter Breite zwei weiße Front- und zwei rote Heckreflektoren haben, sowie eine links angebrachte Schlussleuchte.

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