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StartseiteVerbrauchertippVorinstallierte Software - meist nicht gefährlich, aber lästig16.05.2018

Neuer ComputerVorinstallierte Software - meist nicht gefährlich, aber lästig

Wer sich einen neuen Computer kauft, der findet darauf meist auch viele schon installierte Programme. Manche sind durchaus nützlich, andere kosten nur Platz, verstopfen die Festplatte und machen Computer sogar langsamer. Die Software wieder loszuwerden, kostet etwas Zeit, kann sich aber durchaus lohnen.

Von Michael Voregger

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Die Oberfläche des Betriebssystems Windows 10 (picture alliance / dpa / Microsoft)
Bei neuen Computern ist oft auch viel überflüssige Software dabei (picture alliance / dpa / Microsoft)

Der neue Rechner ist gerade geliefert worden und nach dem ersten Hochfahren folgt die große Überraschung. Die Festplatte ist nicht leer, sondern viele kleine Programme sind bereits installiert. Jan Schüssler ist Redakteur bei der Zeitschrift "c't":

"Der Klassiker ist die Bloatware, wenn man einen neuen PC geliefert bekommt. Wenn man davon ausgeht, die Festplatte ist noch nicht wirklich voll, weil nur das Betriebssystem drauf ist, dann eben mit Bloatware voll ist. Programme, die den Speicher unnötig belegen. Spiele, einfache Fotobearbeitungsprogramme, Virenwächter sind möglicherweise vorinstalliert. Das sind dann Testversionen, die nur drei Monate laufen und dann gekauft werden müssen."

Meist nicht gefährlich, aber lästig

Noch etwas deutlicher ist der Begriff "Crapware". Zu Deutsch etwa: Schrott-Software. Dabei geht es um völlig unnütze Programme, die tatsächlich auch auf ziemlich vielen Geräten vorinstalliert sind. Immerhin: Bei geschäftlich genutzten Business-Laptops ist im Regelfall etwas weniger Datenmüll auf der Festplatte.

"Was Microsoft bei Windows 10 seit einiger Zeit selber macht, wenn man das zum ersten Mal in Betrieb nimmt, dass sie automatisch fünf bis sieben Spiele aus dem eigenen Store nachinstallieren. Das frisst dann ein bis zwei Gigabyte Festplattenspeicher."

Gefährlich ist das zwar in der Regel nicht, aber es ist lästig. Gefährlich kann es allerdings werden, wenn man sich auf den vorinstallierten Virenwächter verlässt und den nicht aktualisiert. Nach drei Monaten fängt der an zu nerven und fordert zum Kauf einer Lizenz auf. Ab da ist das Programm in der Regel schon nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Oliver Griess von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass der Verbraucher keinen Anspruch auf ein komplett leeres Gerät ohne vorinstallierte Software hat.

"Der Verkäufer verkauft mir das Gerät so wie es ist und da kann auch Software von ihm dabei sein. Es gilt grundsätzlich, der Verbraucher muss darüber informiert werden, was er bekommt. Entweder erfährt er vorher, welche Software schon auf dem Gerät installiert ist. Wenn er es erst hinterher erfährt und keine Möglichkeit hatte das rauszufinden, darf er das Geräte im Zweifelsfall zurückgeben."

Softwarepakete machen den PC billiger

Tatsächlich verdienen die Computerhersteller mit der Müllsoftware Geld: Sie haben Werbeverträge mit Softwarefirmen, damit sie bestimmte Sofwarepakete oder Spiele vorinstallieren. Das soll dazu beitragen, dass die Geräte aus Sicht der Hersteller günstiger zu produzieren sind. Wen das stört, der kann die unerwünschten Anwendungen natürlich deinstallieren. Dabei sollte man genau hinschauen. Jan Schüssler:

"Wenn man aus Versehen nicht nur lästige Spiele oder Programme entfernt, sondern einen Treiber erwischt, was dazu führt das ein Gerät - wie zum Beispiel der Grafikkarte – nicht mehr die volle Leistung bringt. Man kann das Programm vorher über das Startmenü suchen und starten. Sich das anzugucken, was man da überhaupt entfernen will. Dann kann man sehr gut entscheiden, ist das wirklich Unfug oder brauche ich das, damit der Rechner läuft."

Ein erfahrener Anwender kann sich auch eine aktuelle Windows-Version herunterladen und diese komplett neu installieren. Die vorinstallierte Version wird dann gelöscht und der Rechner ist komplett sauber. Das verursacht keine zusätzlichen Kosten, aber es macht etwas Mühe und kostet Zeit.

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