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StartseiteMauersplitter"Wir können uns doch nicht einfach zurückziehen"09.12.2014

Neuer SED-Vorsitzender"Wir können uns doch nicht einfach zurückziehen"

9. Dezember 1989. Auf dem Sonderparteitag der SED wird Gregor Gysi zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Der neugewählte Vorsitzende der SED, Gregor Gysi, wird nach seiner Wahl beim außerordentlichen Parteitag in Ostberlin unter dem Beifall der Delegierten mit einem symbolischen Geschenk zum großen "Saubermacher" gekürt.  (picture-alliance / dpa / ADN)
Der neugewählte Vorsitzende der SED, Gregor Gysi, wird nach seiner Wahl beim außerordentlichen Parteitag in Ostberlin unter dem Beifall der Delegierten mit einem symbolischen Geschenk zum großen "Saubermacher" gekürt. (picture-alliance / dpa / ADN)

"Wir sind und wollen keine administrative Partei mehr sein. Das heißt, wir müssen Argumente finden und überzeugen. Das ist schwieriger, aber letztlich auch viel interessanter."

Reporterfrage: "Herr Gysi, glauben Sie, dass die Krise der SED, die ja dann einen neuen Namen auch haben wird, wirklich überwunden ist?"

Gysi: "Also, sie ist natürlich nicht überwunden. Ich meine, es gibt doch keine Wunder. Es handelt sich um einen ganz langen Prozess, in dem wir Vertrauen gewinnen müssen. Das ist ganz schwierig. Das wird nur gehen mit neuen Inhalten, mit neuen Personen und mit sehr guten Argumenten. Und wir müssen auch die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit unserer Aussagen unter Beweis stellen. Das ist sehr schwierig. Ich hoffe nur, dass es mit uns etwas leichter wird, aber es bleibt wahnsinnig kompliziert. Ich bin auch der Meinung, dass die Verantwortung, die diese Partei in diesem Lande hat, ja gar nicht ersetzt werden kann. Wir können ja bestimmte Vakuen auch nicht zulassen, weil das tatsächlich gefährlich wäre. Wir können uns doch nicht einfach zurückziehen. Wir müssen aktiv in diesem Land mitgestalten, aber eben mit völlig neuen Methoden."

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