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StartseiteVerbrauchertippSchlechte Noten für Babyfone23.01.2018

Neuer TestSchlechte Noten für Babyfone

Babyfone helfen dabei, die Kleinen im Blick zu haben, ohne ständig im selben Raum zu bleiben. Doch die Stiftung Warentest hat jetzt herausgefunden: Gerade Babyfone mit Kameras sind oft mangelhaft. Und auch die Datensicherheit ist oft alles andere als optimal.

Von Dieter Nürnberger

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Ein schlafendes Baby liegt neben einem Babyfon (imago / Niehoff)
Signale von Babyfonen werden oft unverschlüsselt übertragen (imago / Niehoff)
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Bei klassischen Babyfonen geht es vor allem um eins - sie übertragen lediglich den Ton aus dem Schlafzimmer der Kleinsten. Diese Modelle sind für Eltern gedacht, die einfach nur wissen wollen, wann das Kind wach ist. In der Untersuchung der Stiftung Warentest waren sie die einzigen, die gute Bewertungen bekamen. Sie sind einfach zu bedienen und arbeiten verlässlich, sagt Warentesterin Danielle Leven.

"Was ganz gut funktionierte, war einfach das Anstecken und los geht es. Und was bei den Klassischen auch klappt: Wenn man sich wirklich außerhalb der Reichwerte befindet, dann gibt es ein Signal - einen Warnton. Auf den man sich verlassen kann."

Bildqualität lässt zu wünschen übrig

Unter die Rubrik der klassischen Babyfone fallen auch jene, die neben dem Ton noch Videos übertragen. Doch von der Bildqualität sollte man sich nicht allzu viel versprechen, meist sind die Aufnahmen verrauscht, immerhin ist aber noch klar zu erkennen, ob das Kind schläft oder nicht.

Bei der modernen Variante, den smarten Babyfonen, liefert eine zu kaufende Webcam immerhin passable Bilder. Der Hauptunterschied zwischen alter und neuer Generation der Babyfone betrifft jedoch die Reichweiten. Klassische Funk-Modelle können in der Regel nur eine Distanz bis zu 30 Metern abdecken.

"Es reicht somit für ein paar Zimmer in einer normalen Wohnung. Und bei den Baby-Webcams ist es so, dass eigentlich eine grenzenlose Reichwerte besteht. Man kann etwa in einer Garage oder auch im Garten arbeiten, man kann beispielsweise auch zum Mexikaner um die Ecke essen gehen - idealerweise müsste das dann funktionieren."

Oft Probleme mit der Vernetzung

Bei den smarten Modellen sendet eine Webcam im Kinderzimmer die Aufnahmen über WLAN ins Internet. Eltern empfangen sie dann über eine entsprechende App auf ihrem Smartphone. Voraussetzung dafür ist eine stabile Internetverbindung mit hoher Datenrate - und die Vernetzung der einzelnen Komponenten ist alles andere als einfach, sagt Danielle Leven.

"Das war ziemlich nervenaufreibend: Man muss nicht denken, dass nach erstmaliger Installation beim nächsten Mal nur auf das Knöpfen zu drücken ist, beziehungsweise die App aufzurufen ist. Im Gegenteil: Ich mache jetzt mal schnell das Babyfon an und wasche mir nebenan die Haare oder so - das können Sie vergessen."

Bei einem Internet- oder Stromausfall sind zudem die Webcams ein Problem, denn in der Regel werden die Eltern hier bei Störungen nicht gewarnt. Und auch bei der Datensicherheit sind die smarten Babyfones mitunter riskant.

"Dass zum Beispiel die Benutzer-ID unverschlüsselt übertragen wird. Und auch Frequenzen genutzt werden, die nicht mehr so optimal sind. Und dadurch wäre es theoretisch möglich, diese Webcam zu hacken. Wenn sich diese im ungeschützten WLAN befindet - also nicht zu Hause, wo ich meist ja ein verschlüsseltes WLAN habe, sondern etwa im Hotel. Im Hotel kann man sich schon vorstellen - aha, da ist die Webcam, dort schläft das Kind, wo ist das Tablet der Eltern. Aha, die sind gerade unten. Vielleicht kann ich doch mal reingehen."

Enttäuschendes Ergebnis

Das Fazit der Warentester: Warum kompliziert und riskant, wenn es auch einfach geht. Eine gute Gesamtbewertung erhielten lediglich zwei Babyfones der klassischen Kategorie. Danielle Leven:

"Ich würde auf jeden Fall zu einem klassischen Babyfone raten - somit eines, was nur den Ton überträgt. Weil die am besten funktionieren, die erfüllen ihren Zweck. Vorne liegen das 'Philips' und auch 'Vtech'. 'Philips' kostet 136 Euro, während das 'Vtech' nur 64 Euro kostet."

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