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StartseiteUmwelt und Verbraucher"Für jedes Lebensalter gibt es Hilfestellungen"23.01.2017

Neues Bundeszentrum für Ernährung"Für jedes Lebensalter gibt es Hilfestellungen"

"Bildung und Kommunikation in Sachen Essen und Trinken" - dafür steht das neue Bundeszentrum für Ernährung. Man wolle einerseits Anlaufstelle in Ernährungsfragen und für Ernährungsinformationen sein, andererseits aber auch Hilfestellung für die Ernährungsbildung in Kitas und Schulen entwickeln, sagte die Leiterin des neuen Ernährungszentrums, Margareta Büning-Fesel, im DLF.

Margareta Büning-Fesel im Gespräch mit Susanne Kuhlmann

Die siebenjährige Isabelle isst am 15.11.2011 in der Mensa der Regionalen Schule in Zingst ihr Mittagessen. (picture alliance / ZB / Jens Büttner)
Ein Mädchen beim Mittagessen in der Mensa der Regionalen Schule in Zingst. (picture alliance / ZB / Jens Büttner)
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Susanne Kuhlmann: Kochsendungen im Fernsehen, Ratgeber in Zeitschriften und Informationen satt im Internet. Wer wissen möchte, was man bei der Ernährung richtig und falsch machen kann, wird an vielen Stellen fündig. Ab dem 1. Februar auch beim neuen Bundeszentrum für Ernährung. "Bildung und Kommunikation in Sachen Essen und Trinken", so wird seine Aufgabe umschrieben. Bisher teilen die sich die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und der AID-Infodienst. - Am Telefon in Bonn begrüße ich Dr. Margareta Büning-Fesel, die bisherige Geschäftsführerin des AID, ab Februar dann Leiterin des neuen Ernährungszentrums. Guten Tag!

Margareta Büning-Fesel: Hallo! Guten Morgen, Frau Kuhlmann.

Kuhlmann: Frau Büning-Fesel, für wen ist das neue Zentrum gedacht?

Büning-Fesel: Für alle Menschen in Deutschland, und zwar von jung bis alt, weil wir die zentrale Anlaufstelle in Sachen Ernährung, Ernährungsbildung, Ernährungsinformation in Deutschland sein möchten. Und das Gute am Bundeszentrum für Ernährung ist, dass dort alles zusammengefasst wird, was bisher vom Bund aus, also vor allem vom Bundesministerium für Ernährung, in Sachen Ernährung finanziert wurde, aber vereinzelt beim AID-Infodienst war, dann bei der BLE (*), zum Beispiel "zu gut für die Tonne" als Kampagne, oder das Nationale Zentrum für die Ernährung in Kitas und Schulen. Das heißt, vereinzelte Aktivitäten werden an einer Stelle zusammengefasst, und das ist grundsätzlich erst mal gut.

Materialien und Hilfestellung für die Ernährungsbildung

Kuhlmann: Ein erheblicher Teil der Erwachsenen ist übergewichtig. Auch viele Kinder und Jugendliche sind zu dick, was oft zu den sogenannten Zivilisationserkrankungen führt. Wie wollen Sie dieses Problem angehen?

Büning-Fesel: Einmal ist ganz wichtig, dass wir von jung bis alt anfangen. Das heißt, wir haben mit "gesund ins Leben" eine Einheit im Bundeszentrum für Ernährung, die sich gezielt um die Beratung, die Begleitung junger Eltern, die ein Kind bekommen, kümmert. Das heißt, von Anfang an sind wir mit unseren Informationen, unseren Materialien mit dabei, wenn Menschen schwanger werden, in der Schwangerschaft, in der Stillzeit, im ersten Lebensjahr.

Das nächste ist dann, dass wir Materialien, Hilfestellung für die Ernährungsbildung in der Kita, in der Schule entwickeln und gleichzeitig mit dem Nationalen Zentrum für die Ernährung in Kita und Schule die Schulverpflegung verbessern wollen, indem es da um die Umsetzung von Qualitätsstandards geht und um Hilfestellung auch für Vernetzungsstellen, für Schulverpflegung, die es in allen Ländern gibt. Das heißt, man kann so das ganze Leben entlanggehen und für jedes Lebensalter gibt es entsprechende Hilfestellungen und Informationen, die wir dann anbieten.

Kuhlmann: Sie hatten eben schon das Stichwort "zu gut für die Tonne" genannt. Immer noch wird ja viel Essen weggeworfen.

Büning-Fesel: Es gibt einmal diese Kampagne, "zu gut für die Tonne", und es soll jetzt noch mal eine Erweiterung geben, eine neue nationale Kampagne, bei der wir auch sehr eng mit den Bundesländern zusammenarbeiten werden, um das einfach noch mal neu ins Bewusstsein zu bringen, auch mit allen Akteuren, die daran beteiligt sind. Das ist ja nicht nur der private Haushalt, sondern auch die Lebensmittelwirtschaft, der Lebensmittelhandel, dass man an allen Stellen schaut, wo kann man Lebensmittelverschwendung vermeiden, was ist zu tun, um das deutlich zu verringern.

Wissenschaftlicher Input kommt von der DGE

Kuhlmann: Macht Fett vielleicht doch nicht fett, sondern sind es womöglich eher die Kohlenhydrate oder sind längere Essenspausen sinnvoll. Einschätzungen ändern sich ja auch durch Forschungsergebnisse und die wissenschaftliche Expertise liegt ja eigentlich bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Wie wird die Zusammenarbeit mit dem neuen Bundeszentrum aussehen?

Büning-Fesel: Bislang ist es ja auch schon so, dass wir als AID-Infodienst mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Materialien, Beratungsmaterialien zum Beispiel entwickeln, und auch hier wird es so sein, dass die Basisempfehlungen, die Referenzwerte, die Grundaussagen mit wissenschaftlichem Hintergrund von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kommen und wir dann die entsprechende Kommunikation und Umsetzung machen, oder wenn es um Beratungsmaterial für die Ernährungsberatung geht, kommt der wissenschaftliche Input von der DGE. Wir machen die entsprechenden Kommunikations- und Beratungsmodule und es wird dann auch als Bundeszentrum für Ernährung gemeinsame Aktivitäten und Publikationen geben mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und dem Bundeszentrum. Oder wir arbeiten auch mit dem Max-Rubner-Institut in Karlsruhe zusammen als Forschungseinrichtung des Bundesernährungsministeriums. Auch von da bekommen wir dann entsprechenden Input und Impulse aus der wissenschaftlichen Sicht, um dann in Sachen Kommunikationsaktivitäten da mitarbeiten zu können.

Kuhlmann: Nächste Woche Mittwoch ist es so weit, dann geht das neue Bundeszentrum für Ernährung an den Start. Margareta Büning-Fesel ist die Leiterin und stellte uns die neue Einrichtung vor. Ihnen danke nach Bonn.

Büning-Fesel: Ja, danke auch. Auf Wiederhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

(*) In einer früheren Fassung des Interviews hieß an dieser Stelle: "dann beim BME". Diesen Fehler haben wir korrigiert. BLE steht für Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

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