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Neues Label zeigt Qualität von Autoreifen

Kaufentscheidende Kriterien künftig auf einen Blick sichtbar

Von Walter Kittel

Seit Anfang Juli sind die Hersteller verpflichtet, jeden neuen Reifen entsprechend zu testen.
Seit Anfang Juli sind die Hersteller verpflichtet, jeden neuen Reifen entsprechend zu testen. (AP Archiv)

Ab Jahresende müssen neue Autoreifen mit einem Label gekennzeichnet werden, dass über Energieeffizienz, Sicherheit und Lärmbelastung informiert. Verbraucher können sich allerdings bereits jetzt danach richten.

"Es geht um Sicherheit, um Energie und um Umweltbewusstsein. Auch der Rollwiderstand beziehungsweise die Lautstärke, das Abrollgeräusch wird ja mitgemessen."

Wichtige, kaufentscheidende Kriterien, bietet das neue Reifenlabel, so der Münchner Auto- und Reifenhändler Michael Rappl. Ob ein Reifen Sprit spart, gute Bremseigenschaften hat und relativ leise ist, darüber können sich die Kunden fortan auf den ersten Blick informieren.

"Wir haben aber im Moment noch keine Reifenbestände da, die gelabelt sind. Weil der Handel hat erst ab November die Verpflichtung, das Reifenlabel mit abzudrucken."

Auf Nachfrage könnten die Händler ihre Kunden aber auch heute schon informieren. Seit Anfang Juli sind die Hersteller verpflichtet, jeden neuen Reifen entsprechend zu testen. Der Spritverbrauch und die Bremsleistung werden auf dem Label –ähnlich wie bei Kühlschränken- in einer Farbskala von A bis G angegeben. Die Verbraucher können so die Qualität schnell einordnen, lobt auch Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe.

"Ich glaube, dass die gewählte Form wirklich für den Verbraucher die Möglichkeit bietet, dann bei einer Auswahl von mehreren Produkten relativ einfach das Richtige zu wählen, nämlich einen Reifen, der gleichzeitig sicher, leise und möglichst niedrigen Spritverbrauch verursacht."

Bis zu 7,5 Prozent könne der Spritverbrauch je nach Reifen variieren. Die Bestnote A auf dem Label ermöglicht also erhebliche Einsparungen. Doch ist das Reifenlabel aus gutem Grund kein reines Energieeffizienzlabel. Gute Noten bei Nassgriff und Bremsleistung sollten nicht aus dem Blick geraten.

"Im Grundsatz finde ich das eine kluge Entscheidung, dass man hier eben auch die Sicherheit mit abbildet und dem Verbraucher sagt, Du kannst tatsächlich einen rollwiderstandsarmen Reifen kaufen, ohne Zugeständnisse bei der Sicherheit zu machen."

Bei der dritten Klassifizierung neben Energie und Sicherheit, den Rollgeräuschen, empfiehlt Jürgen Resch ebenfalls auf Qualität zu achten: um die Umwelt nicht unnötig mit Lärm zu belasten.

"Viele Reifen zusammen ergeben dann doch vielleicht ne gewisse, hörbare Minderung."

Da die Verbraucher fortan neutral und objektiv über die Qualität von Reifen informiert werden, sei die Industrie unter Druck, hochwertigere Reifen zu produzieren, so der Umweltexperte. Reifentests, wie sie etwa der ADAC durchführt, würden deshalb aber nicht überflüssig.

"Wir begrüßen es außerordentlich, wenn jetzt über diese drei Kriterien, die ja auch sehr plakativ nur und damit grob wiedergegeben werden, die Feindaten dann in den Fachmagazinen zu finden sind."

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