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New YorkMetropolitan Museum lässt Balthus-Gemälde hängen

Das Foto zeigt das Gemälde "Therese, träumend" des Malers Balthus, hier in einer Ausstellung im Kölner Museum Ludwig im Jahr 2007. (picture-alliance / dpa / Oliver Berg)
Das Foto zeigt das Gemälde "Therese, träumend" des Malers Balthus, hier in einer Ausstellung im Kölner Museum Ludwig im Jahr 2007. (picture-alliance / dpa / Oliver Berg)

Das "Metropolitan Museum of Art" in New York ist nicht bereit dazu, ein Gemälde des Künstlers Balthus abzuhängen.

Das Werk mit dem Titel "Therese, träumend" zeigt ein Mädchen, das sich auf einem Stuhl zurücklehnt, so dass ihre Unterwäsche zu sehen ist. Kritiker haben deswegen eine Petition aufgesetzt, die von mehr als 9.000 Menschen unterzeichnet wurde. Darin heißt es, das Museum möge die Entscheidung überdenken, das Werk auszustellen. Als Grund werden die zunehmenden Berichte über Fälle sexueller Gewalt und Belästigung genannt. Das Museum, so die Petition, verkläre in diesem Klima den Voyeurismus und die Sexualisierung von Kindern. Vorgeschlagen wird, stattdessen ein Gemälde einer Malerin aus der selben Epoche aufzuhängen.

Doch das Museum lehnt das ab. Ein Sprecher sagte, das Gemälde stelle eine Gelegenheit dar, über die Kultur von heute zu reflektieren. Der Kunstkritiker Philip Kennicott pflichtet dem in der "Washington Post" bei und schreibt: "Jetzt ist gerade nicht die Zeit, Kunst von den Wänden, Bücher aus den Regalen und Filme aus dem Verleih zu nehmen. Der Fokus sollte auf den sozialen Strukturen liegen, die den Missbrauch tragen - und auf den Menschen, die ihn begingen, und das sind meistens Männer."

Auch in Deutschland hatte es Kritik an Balthus gegeben. Eine Ausstellung im Essener Folkwang-Museum war wegen Protesten abgesagt worden. Dabei ging es um umstrittene Polaroid-Aufnahmen eines Mädchens.