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StartseiteVerbrauchertippSicherer Schutz für Jungvögel10.03.2017

NistkästenSicherer Schutz für Jungvögel

Nestbau und Brutzeit: Für Vögel beginnt jetzt eine anstrengende Zeit. Unsichere Jungvögel werden zur leichten Beute für Katzen und Greifvögel. Doch es gibt Möglichkeiten, die unerwünschten Besucher von Vogelnestern fernzuhalten.

Von Susanne Kuhlmann

Ein Sperlingsweibchen fliegt einen Nistkasten aus Holzbeton an, es hält Nistmaterial im Schnabel. (dpa / Wolfgang Kumm)
Wenn Nistkästen richtig aufgehängt werden, schützen sie zuverlässig vor Katzen und Greifvögeln. (dpa / Wolfgang Kumm)
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Wer bis Mitte März einen Nistkasten auf dem Balkon oder im Garten aufhängt, hat gute Chancen, dass Meisen oder Sperlinge dort bald einziehen, um zu brüten. Der Kasten sollte eine Grundfläche von mindestens 12 mal 12 Zentimetern haben, denn es kann sein, dass zehn Jungvögel gleichzeitig Platz finden müssen. Katzen haben allerdings schnell raus, wo Vögel nisten und brüten, sagt Erich Schulz vom Naturschutzbund Nabu in Leverkusen.

Deswegen "habe ich mir also einfach einen normalen, gängigen Nistkasten ausgesucht und habe den mit der entsprechenden Vorrichtung, die mitgegeben wird, an einen Baum gehängt in über zwei Meter Höhe."

Hoch genug sollte der Nistkasten also hängen und in ausreichendem Abstand von Gebüsch, Ästen oder Gartenhausdächern. Sonst haben Katzen leichtes Spiel, heranzukommen. An einer rauen Baumrinde können viele auch gut hochklettern.

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"Wenn man da ein Risiko sieht, besteht die Möglichkeit, einen Katzenabwehrgürtel anzubringen."

Der besteht aus einem breiten und einem schmalen Ring nach außen weisender Metallstifte und sollte in mindestens 2,5 Metern Höhe angebracht werden.

"Die andere Variante ist, eine Metall- oder Kunststoffmanschette um den Baumstamm zu legen, ein Meter hoch."

Wer Katzen hat, die als Freigänger durch die Nachbarschaft streifen, sollte für etwa zwei Monate darauf achten, dass sie nicht schon früh morgens unterwegs sind, rät Kay Opiela vom Ausschuss für Kleintiere in der Bundestierärztekammer.

"Ich würde sagen, ab April sollte man sich vornehmen, dass man die Katze einfach etwas später zum Freigang lässt. In den frühen Stunden haben tatsächlich die Singvögel die höchste Aktivität, was die Futtersuche angeht und später auch, wenn die Jungvögel flügge sind, wo die Flugübungen gemacht werden."

Von Katzenglöckchen und bunten Halskragen, die Vögel warnen sollen, hält er dagegen nicht viel.

"Beim Glöckchen wissen wir mittlerweile, dass die Geräuschkulisse auch die Katze selber irritieren kann. Ich kann aus der praktischen Erfahrung sagen, dass viele Katzen mit einem Halskragen nicht besonders zufrieden sind."

Weniger Nahrung für Singvögel

Unter Umständen könnten sie sich damit sogar strangulieren, warnt der Tierarzt. Greifvögel wie Sperber oder Habicht schnappen sich auch ein Vogeljunges, wenn sie es kriegen können, sagt Erich Schulz vom Nabu.

"Wenn man davon ausgeht, dass ein Meisenpärchen bis zu 25, 30 Junge hochbekommt, dann sind diese Verluste mit einkalkuliert von der Natur."

Die größte Gefahr für Singvögel seien allerdings nicht Katzen und Greifvögel, sondern die Veränderung des Lebensraums. Am Feldrand wachsen keine Sträucher und Hecken mehr, in denen Insekten leben können, sagt Vogelschützer Erich Schulz. Und auch in vielen Gärten fehle es an Stauden wie Kamille, Akelei und Malven, die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anziehen. Es gebe auch zu wenige Sträucher wie Schneeball, Ilex und Felsenbirne, deren Früchte Vögel mögen.

"Die ganzen Stauden und Gebüsche, die das Jahr über Nahrung bieten oder für den Winter Möglichkeiten bieten, dass sich dort Raupen verstecken von Insekten, wo die Vögel noch im Winter ihre Nahrung finden. Dieses Nahrungsangebot ist in unseren Gärten so gut wie verschwunden."

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