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StartseiteVerbrauchertippMit einem Knopfdruck zu schneller Hilfe07.03.2017

NotrufsystemeMit einem Knopfdruck zu schneller Hilfe

Ein unglücklicher Sturz, ein Schlaganfall oder Herzinfarkt - dann braucht man schnell Hilfe, auch wenn das Telefon außer Reichweite ist. Über häusliche Notrufsysteme, also einen Knopf am Armband oder an einer Halskette, kann dann eine Hilfekette in Gang gesetzt werden - eine Lösung nicht nur etwas für Pflegebedürftige.

Von Ursula Reinsch

Eine Frau drückt einen Knopf an einem Armband. (imago/blickwinkel)
Im Notfall wird die vereinbarte Hilfekette in Gang gesetzt. (imago/blickwinkel)

Sie leben ganz alleine? Sie denken, Hausnotrufsysteme seien nur etwas sind für pflegebedürftige alte Menschen? Weit gefehlt, sagt Ute Quadflieg, Fachbereichsleiterin Hausnotruf vom Arbeiter-Samariter-Bund in Köln:

"Grundsätzlich ist der Hautnotruf sinnvoll für jeden Menschen, der alleine lebt, weil Unfälle, Stürze in der eigenen häuslichen Umgebung, sind die höchste Unfallursache und können jedem passieren."

Doch der Hausnotruf leidet hierzulande unter Imageproblemen.

"Weil viele Menschen eine Abwehrhaltung haben. Man sieht den Hausnotruf nur unter dem Aspekt 'hilfsbedürftig' oder 'pflegebedürftig'. Nicht unter dem Aspekt: Der ermöglicht Freiheit, Sicherheit für mich."

Knopfdruck genügt

Der 94-jährigen Thomas Brandes trägt er sein graues Armband mit dem rotem Knopf Tag und Nacht, auch unter der Dusche:

"Das Rote Kreuz. Ich wollte nur mal kontrollieren, ob mein Gerät noch geht."
"Alles wunderbar klappt das. Alles Gute."

"Wenn ich irgendwie in der Wohnung umfalle und habe niemand zur Verfügung, dann kann ich den Knopf drücken und dann kommt jemand von dem Notruf vorbei."

Sich darauf verlassen zu können und dass keine Zeit verschwendet werde, das ist die wichtigste Funktion von einfachen Hausnotrufsystemen betont Ute Quadflieg vom Kölner Arbeiter-Samariter-Bund:

"Wir sehen sofort, wer ist der Teilnehmer. Die Mitarbeiter haben auch wichtige Krankheitsbilder und auch Medikamente im Zugriff. Die haben ja oft nur Sekunden, um in einem Notfall zu entscheiden, welche Hilfe ist überhaupt erforderlich."

Die kompetenten Entscheidungen über die Hilfsleistungen gehören zum sogenannten Basistarif. Ebenso wie die dazu notwendigen technischen Einrichtungen wie Notrufgerät und Handsender. Den Basistarif bieten - technisch ausgereift - alle Wohlfahrtsverbände und auch private Anbieter an. "Der kostet monatlich 18,36 Euro."

Tägliche Kontrolle

Für einige Menschen ist tägliche Kontrolle wichtig:

"Es gibt die Möglichkeit für Hausnotrufkunden eine sogenannte Tagestaste oder Es-geht-mir-gut-Taste einzurichten. Der Kunde meldet sich dann einmal am Tag zu einer vereinbarten Uhrzeit auf Tastendruck. Geht diese Meldung nicht beim Anbieter ein, rufen wir den Kunden und versuchen, telefonisch zu klären: Hat er das nur vergessen, oder ist wirklich was passiert?"

Im Notfall wird die vereinbarte Hilfekette in Gang gesetzt: Der Basistarif hat jedoch einen entscheidenden Nachteil:

"Wenn der Strom ausfällt, geht das Gerät nicht."

Stromausfälle spielen dann keine Rolle, wenn man vom Hausnotrufsystemanbieter ein System mit SIM-Karte installieren lässt zum Aufpreis von 2,50 Euro monatlich. Dazu benötigt man keinen Handyvertrag.

"Man sollte den Vertrag genau nachprüfen, auch nachfragen, was ist in dem Vertrag enthalten. Es gibt einmal Anbieter, die die Einsätze nicht in einem Komplettpaket anbieten, sondern wo der Teilnehmer jeden einzelnen Einsatz  bezahlen muss."

Man sollte auch sicher gehen, dass in der Notrufzentrale rund um die Uhr Fachkräfte anwesend sind, die ausschließlich Telefondienst machen und nicht gleichzeitig im Pflegedienst tätig sind.

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