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StartseiteCampus & KarriereNur noch Frau Saß11.05.2011

Nur noch Frau Saß

Stoiber-Tochter bekommt Doktortitel aberkannt

Erst Karl-Theodor zu Guttenberg und jetzt Veronica Saß: Der Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) wird der Doktortitel aberkannt. Nach Angabe der Universität Konstanz enthielten erhebliche Teile ihrer Arbeit Plagiate.

Von Thomas Wagner

Edmund Stoiber mit Tochter Veronica (l.) und Frau Karin. (dpa)
Edmund Stoiber mit Tochter Veronica (l.) und Frau Karin. (dpa)

Über das Thema "Regulierung im Mobilfunk" hatte die Stoiber-Tochter Veronica Saß bereits 2008 am Fachbereich für Rechtswissenschaften der Uni Konstanz promoviert. Doch erst knapp drei Jahre später, nämlich im Februar dieses Jahres, kamen im Zuge der Guttenberg-Affäre Verdachtsmomente auf, dass erhebliche Teile dieser Doktorarbeit abgeschrieben worden sein könnten. Sofort machte sich der Promotionsausschuss des Fachbereiches an eine umfangreiche Prüfung. Ergebnis: Erhebliche Teile der Arbeit enthielten, so eine Mitteilung der Uni Konstanz von heute, Plagiate. Dies hat den Promotionsausschuss der Uni Konstanz veranlasst, den Doktortitel zu entziehen. Ein Makel bleibe an der Konstanzer Uni damit nicht hängen, so Uni-Sprecherin Juli Wandt - im Gegenteil:

"Meiner Meinung nach ist es wichtig, wie Universitäten mit so etwas umgehen. Plagiatsvorwürfe gibt es ja nicht bei uns. Die gibt es ja fast an jeder Universität. Und wenn die Universität zeigen kann, dass sie Plagiatsvorwürfe sehr ernst nimmt, sie sehr schnell bearbeitet und auch mit hoher Priorität bearbeitet, ist es auf jeden Fall nichts, wovon die Universität einen Makel oder einen Imageschaden bekommt. Da müssen die Universitäten einfach zeigen, wie ernst sie die wissenschaftliche Redlichkeit nehmen, so wie das bei uns jetzt der Fall war."

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, hat die Universität Konstanz bereits schon einmal, nämlich vor zehn Jahren, einen Doktortitel entzogen. Nun diskutiert der Senat darüber, wie Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten von vornherein entdeckt werden können. Eine entsprechende Prüfsoftware ist an der Uni Konstanz zwar vorhanden. Bislang liegt es aber im Ermessen des jeweiligen Doktorvaters, ob er diese Prüfsoftware einsetzt und wie er sich davon überzeugt, dass eine vorliegende Arbeit nicht abgeschrieben wurde.

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