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Seit 11:35 Uhr Umwelt und Verbraucher
StartseiteForschung aktuellOffene Fragen nach Sydney11.01.2006

Offene Fragen nach Sydney

Wuppertal-Institut bewertet Sydney-Treffen kritisch

Für Hermann Ott vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie kann Sydney keine Alternative zum Kyoto-Protokoll, sondern nur eine Ergänzung sei. So werde es auch von den Veranstaltern zumindest offiziell gesehen, sagte Ott Deutschlandfunk-Moderator Arndt Reuning. Fragwürdig sei hingegen die Intention der USA und Australiens, einen Keil zwischen die Kyoto-Vertragsparteien zu treiben.

Demonstranten schaufeln Kohle vor eine Pappfigur von Australiens Premierminister John Howard, um gegen das Klimatreffen in Sydney zu protestieren. (AP)
Demonstranten schaufeln Kohle vor eine Pappfigur von Australiens Premierminister John Howard, um gegen das Klimatreffen in Sydney zu protestieren. (AP)

Aus wissenschaftlicher Sicht sei es durchaus sehr sinnvoll, klimaschonende Technologien zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, vor allem in südlichen Regionen. "Was natürlich ein bisschen stutzig macht, ist die Intention, die von der US-Regierung ziemlich offen, von der australischen Regierung nicht so offen, dahinter steht, und das ist schon, einen Keil zwischen die Kyoto-Vertragsparteien zu treiben und doch so etwas wie ein besseres Modell zu etablieren", so Ott. Kritisch sehen müsse man auch die Unverbindlichkeit der Initiative: "Freiwillig passiert in diesem Segment, wo mit bestehenden Technologien, mit bestehenden Verfahren soviel Geld zu machen ist, freiwillig geschieht da wenig."

Dass sich das Sydney-Treffen auf das Thema Kohle beschränkt und die erneuerbaren Energien ausgeklammert hat, sei grundsätzlich nicht problematisch, weil Kohle auf einige Zeit ein wichtiger Energieträger bleiben werde. "Deshalb müssen zum Beispiel auch Verfahren erprobt und erforscht werden, wie das entstehende Kohlendioxid bei der Verbrennung von Kohle denn aufgefangen und irgendwo sicher gespeichert werden kann." Dieser Ansatz werde aber erst in rund 15 Jahren Früchte tragen können. Bis dahin dürfe man aber nicht darauf verzichten, den richtigen Pfad im Hinblick auf eine nachhaltige Energieversorgung einzuschlagen.

Das vollständige Gespräch mit Hermann Ott können Sie für begrenzte Zeit nach der Sendung in unserem Audio-On-Demand-Player hören.

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