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StartseiteTag für TagWarum ein orthodoxer Patriarch Erdogans Krieg unterstützt06.02.2018

Offensive gegen KurdenmilizWarum ein orthodoxer Patriarch Erdogans Krieg unterstützt

"Operation Olivenzweig" heißt die Offensive der Türkei gegen die kurdische YPG. Bartholomaios I., der Patriarch von Konstantinopel, hat sich nun hinter den türkischen Präsidenten Erdogan gestellt. "Das ist erzwungene Solidarität", sagte der Journalist Ulrich Pick im Dlf.

Ulrich Pick im Gespräch mit Monika Dittrich

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Türkische Soldaten auf dem Weg nach Syrien. Die "Operation Olivenzweig" richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien (AFP/ Bulent Kilic)
Beten für den Sieg: Türkische Soldaten kämpfen gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien (AFP/ Bulent Kilic)
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Die türkische Armee hat ihrem Angriff auf Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien ausgerechnet den symbolischen Namen "Operation Olivenzweig" gegeben. Seit rund zwei Wochen geht das türkische Militär gegen die YPG vor. Und bekommt dafür die Unterstützung des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios. Er ist das weltweite Ehrenoberhaupt der orthodoxen christlichen Kirchen und in seinem Solidaritätsbrief an den türkischen Präsidenten schreibt er: "Wir bitten Gott darum, dass die türkischen Streitkräfte ihr Ziel erreichen."

Ulrich Pick ist Journalist und Kenner der orthodoxen Welt, jahrelang hat er als Korrespondent aus der Türkei berichtet. Seine Einschätzung: "Der Druck auf den Patriarchen war enorm. Ihm blieb keine andere Wahl, als Erdogans Politik öffentlich zu unterstützen." Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk geht es um Religionsfreiheit in der Türkei und die Strategie des türkischen Präsidenten, Religionsgemeinschaften für seine Politik zu instrumentalisieren.

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