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"Oh du mein schönes Ungarn"

Beobachtungen in und um Esztergom (Ortserkundungen)

Von Ursula Rütten

"Oh du mein schönes Ungarn" - Ehrengarde mit der ungarischen Fahne. (dpa / picture alliance / Attila Kovacs)
"Oh du mein schönes Ungarn" - Ehrengarde mit der ungarischen Fahne. (dpa / picture alliance / Attila Kovacs)

Man hat es wahrlich nicht leicht als ungarischer Patriot! Bei so vielen "äußeren und inneren Feinden"! EU wie OECD bescheinigen Ungarn chronisch über seine Verhältnisse zu leben und legen dringend benötigte Fördermittel auf Eis.

Und wenn eine Stadt wie Esztergom in Nordungarn bereits so hoch überschuldet ist, dass nichts mehr geht – was tun? Zum Kuckuck mit der Demokratie! Sagt die Fidesz-Mehrheit im Stadtrat und blockiert alle Rettungsversuche der parteiunabhängigen Bürgermeisterin.

Derweil wird die kleine, schmucke Grenzstadt an der Donau tagtäglich vom Burghügel herab mit einer Instrumentalversion von "Oh du mein schönes Ungarn" beschallt. Just zu dem Zeitpunkt, als der Friedensvertrag von Trianon 1920 unterzeichnet und das Ende von Großungarn besiegelt wurde.

Im mittelgebirgigen Hinterland pilgern Patrioten an kultische Orte zu Gebeten für das ‘Magyarentum’ - während die Menschen in Esztergom fürs Überleben zur praktischen Selbsthilfe greifen.

Weitere Ortserkundungen:
Im Fadenkreuz der EU-Retter - Italiens produktivste Zentren in Not
Bukhara Broadway - Klangspuren einer Emigration
Larzac - 40 Jahre Widerstand oder: Von Hirten und Schafen
Bäume mit blauen Wurzeln - Begegnungen mit Elicura Chihuailaf

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