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StartseiteForschung aktuellOnline oder nicht02.08.2006

Online oder nicht

Der "(N)Onliner Atlas 2006" untersucht die Internetnutzung in Deutschland

Telekommunikation. - 46 Prozent der Deutschen, die ins Internet gehen, tun dies mittlerweile über einen DSL-Zugang. Das sind 7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. So lautet ein Ergebnis des "(N)Onliner Atlas", einer Studie zur Nutzung und Nichtnutzung des Internets in Deutschland

Von Tobias Wenzel

In diesem Jahr befasst sich der Sonderteil der Studie mit dem Thema Sicherheit. (AP)
In diesem Jahr befasst sich der Sonderteil der Studie mit dem Thema Sicherheit. (AP)
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(N)Onliner Atlas
Online-Kompetenz für die Generation 50plus

Diese Tür der Bundesdruckerei passiert man nicht so einfach. Schließlich herrscht höchste Sicherheitsstufe an dem Ort, an dem die Hälfte des deutschen Geldes gedruckt wird. Nur an diesem Abend tummeln sich hier viele Hausfremde: Hier wird der "(N)Onliner Atlas 2006" in einer Podiumsdiskussion vorgestellt. In diesem Jahr befasst sich der Sonderteil der Studie mit dem Thema Sicherheit, passend zum Ort der Veranstaltung:

"Wir haben die letzten Jahre auch sicher einiges an Lehrgeld zahlen müssen. Das ist auch ganz klar. Wir haben gewisse Dinge möglicherweise auch falsch eingeschätzt."

So klingt es, wenn der Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, Jürgen Gallmann, eingesteht, dass sein Unternehmen die Frage der Online-Sicherheit unterschätzt hat. Das soll sich ändern. Microsoft ist neben Siemens und Intel Partner des (N)Onliner Atlas 2006. In ihrem Auftrag hat TNS Infratest im Frühjahr dieses Jahres 50.000 Personen in Deutschland nach ihrer Nutzung oder Nicht-Nutzung des Internets befragt. Infratest-Geschäftsführer Hartmut Scheffler:

"Wir haben bestimmte Gruppen, die seltener ins Netz gehen. Das Thema Männer/Frauen ist eines gewesen. Frauen haben jetzt erstmals die 50 Prozent überschritten, also 51,5, Männer sind signifikant häufiger online. Das hat damit zu tun, dass der Berufsanteil unter Männern höher ist und Beruf sehr viel zu tun hat mit der fast automatischen Nutzung oder gezwungen Nutzung von Online."

Und einen Beruf hat vor allem derjenige, der in den Genuss einer guten Ausbildung gekommen ist, so Scheffler:

"Hier ist ein sehr wichtiger Wert: Volksschule, Hauptschule, ohne Lehre oder mit Lehre. Allein die Tatsache, dass Sie danach in eine geordnete berufliche Ausbildung kommen, die dann automatisch häufig Internetnutzung mit sich bringt, verdoppelt fast den Onliner-Wert, von 24 Prozent bei denjenigen, die keine Lehre machen konnten oder durften, auf 46 Prozent mit Lehre."

Aus diesen und anderen Ergebnissen der Studie lässt sich ein Profil des klassischen Nonliners erstellen. Dieser Nicht-Nutzer des Internets ist weiblich, hat eine schlechte Ausbildung, außerdem ein geringeres Einkommen, wohnt in einer ländlichen Gegend in Ostdeutschland und gehört zu den älteren Menschen. Dieses Ergebnis verwunderte die Teilnehmer der Podiumsdiskussion nicht, schon gar nicht die freie Computertrainerin Veronika Kaiser. Sie betreut vor allem hilflose Nutzerinnen, oft auch ältere, und rät ihnen, Kurse im Rahmen der Initiative 50plus zu besuchen:

"Da gibt es unter anderem auch ein Schwerpunkthema Sicherheit, wo Anfängerinnen und Anfänger nicht nur lernen, wie öffnet man einen Browser und wie schließt man ihn wieder, sondern auch noch mal die Begriffe ausklamüsert bekommen: Was ist eine Firewall? Wieso brauche ich eine Firewall und einen Virenschutz? Was ist ein trojanisches Pferd? Das wissen Anfängerinnen und Anfänger nicht. Es wird nicht kommuniziert."

So ist die Nutzung und Nicht-Nutzung des Internets immer eng mit der Sicherheitsfrage verknüpft. Auch deshalb befasst sich das diesjährige Sonderthema des Onliner-Atlas mit der Online-Sicherheit. Jürgen Gallmann von Microsoft:

"80 Prozent der Befragten sagen doch tatsächlich, sie sind einigermaßen sicher bis vollkommen sicher. Das hängt natürlich so ein bisschen davon ab, wie man das ganze Thema Viren und Hacker einschätzen kann. Aber man muss feststellen: Je größer die Kenntnisse der Anwender sind, je sicherer fühlen sie sich auch."

Ob die gefühlte Sicherheit der tatsächlichen entspricht, das wollten die Macher der Studie genauer wissen. Sie überprüften mit einem Software-Tool die Computer der Befragten. Das erfreuliche Ergebnis: 98 Prozent der Rechner waren nicht infiziert. Das lässt sich auch damit erklären, dass die Nutzer vor allem sich selbst in der Verantwortung sehen und nicht mehr nur die Internetwirtschaft. 80 Prozent der Nutzer machen mindestens ein Mal pro Monat ein Sicherheitsupdate des Betriebssystems. Vielleicht auch, weil die meisten von ihnen schon Opfer von Dialern, Würmern oder gefälschten Bank-E-Mails geworden sind. Aus Schaden wird man bekanntlich klug.

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