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StartseiteVerbrauchertippAutonom in der Wildnis02.06.2017

Outdoor-LadegeräteAutonom in der Wildnis

Die Temperaturen klettern, der Start der Outdoor-Saison ist eingeleitet. Nach ein paar Stunden oder spätestens Tagen in der Wildnis passiert allerdings unweigerlich Eines: Bei Handy und Tablet ist der Akku leer. Doch Möglichkeiten, sein Handy auch ohne Steckdose aufzuladen, gibt es genug - ob mithilfe von Wind-, Wasser oder Sonnenkraft.

Von Katja Scherer

Solarzellenladegerät an einem Lama: Outdoor-Ladegeräte sind vielfältig einsetzbar. (imago stock&people)
Solarzellenladegerät an einem Lama: Outdoor-Ladegeräte sind vielfältig einsetzbar. (imago stock&people)
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Tagelang durch die Wildnis wandern und abends im Zelt übernachten? Outdoor-Touren liegen im Trend. Viele Urlauber wollen allerdings auch in der Natur nicht tagelang auf Handy, Tablet und Co. verzichten. Deswegen bringen Hersteller immer mehr Geräte auf den Markt, mit denen man seine Elektronik auch ohne Steckdose aufladen kann, sagt Daniel Molenda vom Online-Verbrauchermagazin teltarif. Etwa mithilfe von Solarkraft:

"Als Erstes würde ich da ein Solarpanel nennen, mit dem ich die Sonneneinstrahlung in elektrische Energie umwandele. Da gibt es verschiedene Geräte: Es gibt Faltpanel, die man aufstellen kann; es gibt Panel, die man sich an den Rucksack schnallen kann..."

Das hat den Vorteil, dass man sein Handy auch tagsüber aufladen kann, wenn die Sonne beim Wandern oder Radfahren auf den Rucksack scheint. Meist wird das Handy dabei über einen USB-Anschluss direkt mit dem Solarpanel verbunden. Je nach Leistung und Form des Ladegeräts variieren die Preise zwischen 20 und 120 Euro. Besonders effizient ist die Methode allerdings nicht. Oft dauert es selbst bei starker Sonneneinstrahlung etwa einen halben Tag, das Handy voll zu laden, sagt Daniel Molenda:

"Solarenergie hat ohnehin ein Effizienzproblem. Da wird daran gearbeitet, aber der richtig große Durchbruch ist noch nicht gelungen – da hat die Physik einfach Grenzen."

Mobiles Wasserkraftwerk 

Für Radfahrer gibt es daher eine bessere Alternative: Sie können über ihren Dynamo Strom generieren und ihr Handy so aufladen. Die meisten Fahrrad-USB-Ladegeräte können dabei einfach an den normalen Narbendynamo angebaut werden, ohne dass dieser ausgetauscht werden muss. Auch bei solchen Ladegeräten schwanken die Preise zwischen 20 und über 100 Euro.

Reisende, die mit dem Boot oder an Flüssen unterwegs sind, können sich stattdessen auch ein mobiles Wasserkraftwerk anschaffen: 

"Das ist eine kleine Turbine, die gut in den Rucksack passt. Der eigentliche Generator wird dann ins Wasser gehängt und durch die Drehung wird dann eben Strom erzeugt und in einen kleinen Akku geladen, den man dann per USB mit seinem Handy verbinden kann."

Wenn es gut läuft, kann das Handy so innerhalb einer Stunde aufgeladen werden. Allerdings hängt das davon ab, wie stark die Strömung im Fluss oder Bach ist. 

Eigene Körperkraft

Wer nicht von Sonne, Wasser oder Wind abhängig sein möchte, kann stattdessen auf sein eigene Körperkraft setzen: Einige Hersteller bieten externe Smartphone-Akkus ab 30 Euro an, die sich durch Kurbeln aufladen lassen – ähnlich wie früher ein Kurbel-Radio. Das ist allerdings die bei Weitem anstrengendste Variante: 

"Da kann es schon mal sein, dass man zehn Minuten kurbeln muss, um eine Minute das Gerät zu nutzen. Für eine Vollladung: Das ist so gut wie nicht zu leisten."

Effizienter: Powerbank

Sinnvoller und auch effizienter als alles andere sei daher, einfach eine sogenannte Powerbank in die Reisetasche zu stecken, sagt Wolfgang Pauler, Testchef bei Chip.de. Also einen externen Akku, den man vor der Reise zuhause an der Steckdose aufgeladen hat. Dabei sollte man darauf achten, dass die Powerbank eine Kapazität von mindestens 20.000 Milli-Ampere-Stunden habe:

"Das heißt, man kann sich das ausrechnen: Wenn eine Powerbank 20.000 Milliampere Stunden hat und mein Akku hat 2.000, kann ich theoretisch zehn Mal laden. Da das natürlich nicht mit 100 prozentiger Effizienz passiert. Sind es dann so sechs bis sieben Mal."

Eines aber geht dabei dann aber verloren: Das Gefühl, seinen eigenen Strom erzeugen zu können und in der Wildnis autonom zu sein. 

 

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