Sonntag, 21.01.2018
StartseiteVerbrauchertippAlternativen zu "gelben Engel" oft günstiger11.12.2017

PannendiensteAlternativen zu "gelben Engel" oft günstiger

Etwa jeder zweite Autofahrer in Deutschland hat eine vertragliche Absicherung - einen Schutzbrief - für den Fall einer Panne. Der ADAC ist Marktführer in diesem Bereich, es gibt aber zahlreiche Alternativen. Wie unterscheiden sich diese Konkurrenten von den Gelben Engeln?

Von Karsten Zummack

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Ein Abschleppunternehmen im Auftrag des ADAC schleppt am 30.04.2014 in Berlin ein Auto ab. (dpa / Hauke-Christian Dittrich)
Bei der größe der Pannenflotte schneidet der ADAC nach wie vor am besten ab. In anderen Punkten lohnt sich der Vergleich mit der Konkurrenz (dpa / Hauke-Christian Dittrich)
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Der Morgen ist eiskalt, die Zeit knapp und jetzt streikt auch noch der Wagen. Das passiert vielen Autofahrern gerade im Winter. Wohl dem, der jetzt immerhin kostenlos einen Pannenhelfer rufen kann – wie die rund 20 Millionen Mitglieder des ADAC. Doch Deutschlands größter Autoclub ist keineswegs der einzige, der einen solchen Service bietet, sagt Daniel Pöhler, Mobilitätsexperte beim Verbraucherportal Finanztip.
 
"Ja, es gibt andere wie den AvD, AcV, VcD und so weiter. Pauschal kann man sagen, dass die größtenteils wirklich günstiger sind als der ADAC. Also finanziell gesehen ist der ADAC nicht die erste Wahl."

Beim Marktführer zahlen einfache Mitglieder immerhin 49 Euro pro Jahr. Für die Plus-Mitgliedschaft, mit der man weltweit abgesichert ist, sind sogar 84 Euro fällig. Bei anderen Automobilclubs wie AvD, VcD, ACE, ARCD, KS oder BAVC liegen die Beiträge zwischen 30 und 80 Euro. Zusätzlich bieten auch Versicherungen spezielle KfZ-Schutzbriefe an. Ein genauer Blick auf die verschiedenen Angebote lohnt sich, wie Florian Stark vom Vergleichsportal Check24 vorrechnet.

"Ein Paar zum Beispiel, das sich für einen europaweiten Schutz entscheidet, spart durch einen Anbietervergleich bis zu 50 Prozent der Kosten bei vergleichbaren Leistungen. Die Absicherung kostet nämlich beim teuersten Anbieter 110 Euro im Jahr, beim günstigsten nur 55 Euro."

Bei der Pannenhilfeflotte schneidet der ADAC am besten ab

Im konkreten Fall hat ein Versicherer die Nase vorn. Allerdings sollten Autofahrer nicht allein auf die Beiträge schauen, sondern auch auf die Leistungen. Will heißen: Wie sieht die Pannen- und Unfallhilfe aus? Schleppt das Unternehmen liegengebliebene Fahrzeuge ab? Meist ist dies gegeben, so Stark.  

"Die Unterschiede liegen hauptsächlich darin, ob ein Kunde nur in Deutschland, in Europa oder weltweit versichert ist. Außerdem unterscheiden sich die Anbieter in den Leistungen, die über die reine Pannenhilfe hinausgehen."

Mitunter sind im Schutzbrief sogar der Ersatzwagen, ein Rücktransport im Krankheitsfall oder die Kostenübernahme bei Reiseabbruch enthalten.

Für Autofahrer, die im Notfall auf eine schnelle Hilfe angewiesen sind, ist es auch wichtig, wie groß die jeweilige Pannenflotte ist. Immerhin: In diesem Punkt schneidet der Marktführer ADAC auch tatsächlich am besten ab, sagt Finanztip-Experte Daniel Pöhler. 

"Die haben eine wirklich super Pannenhilfeflotte. Es gibt noch als sogenannte "Silberne Flotte" einen Pannenhilfeflotte der Versicherer. Die werden dann oft beauftragt von den alternativen Autoclubs. Die haben auch ansatzweise so viele Fahrzeuge wie der ADAC. Aber wenn man jetzt sagt, mir kommt es auf jede Minute an und ich bin auch bereit, mehr zu bezahlen: Okay, dann ist der ADAC wiederum der richtige Club."

Fahrer von Neuwagen sind womöglich fein raus

Hier finden Mitglieder auch Zusatzleistungen wie Gratis-Landkarten, Beratung zu Reiserouten sowie verschiedene Rabattangebote. Wer darauf verzichten kann, ist vielleicht bei einem anderen Club oder Versicherer günstiger dran.

Fahrer von Neuwagen benötigen womöglich keines dieser Angebote. In diesem Fall ist die Pannenhilfe in der Regel durch die Mobilitätsgarantie des Herstellers abgedeckt, betont Pöhler.

"Als Daumenregel ist das Alter des Fahrzeugs immer ganz gut. Also: Sehr, sehr neues Fahrzeug – Mobilitätsgarantie. Mittelaltes Fahrzeug: KfZ-Schutzbrief. Und sehr altes Fahrzeug: Automobilclub. Das wäre so eine grobe Daumenregel." 

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