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StartseiteVerbrauchertippUngebetene "Untermieter" bekämpfen28.03.2018

Parasiten bei HaustierenUngebetene "Untermieter" bekämpfen

Im Frühling und Sommer werden Flöhe, Zecken und Milben mit den steigenden Temperaturen munter. Höchste Zeit also für Tierbesitzer, sich um den Schutz vor Parasiten zu kümmern. Besonders vor Reisen sollten die Tiere behandelt werden.

Von Susanne Kuhlmann

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Nahaufnahme: Eine Hand drückt eine Spritze in das dunkle Fell eines Hundes. (Ralf Hirschberger / dpa)
Riesenschnauzer: Eine Schutzimpfung gegen Tollwut (Ralf Hirschberger / dpa)
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"Turnusmäßig über das ganze Jahr behandele ich meine Hunde gegen Parasiten." Ein Weimaraner und ein Parson Russell Terrier leben bei Kristina Irmler und ihrer Familie. "Das, was jeder kennt, sind die Halsbänder gegen Flöhe, gegen Zecken", sagt Kay Opiela vom Ausschuss für Kleintiere in der Bundestierärztekammer.

"Es gibt dann sogenannte Spot-Ons oder Pour-Ons. Das sind Tropfen, die den Tieren auf die Haut appliziert werden und dann über die Haut wirken, zum Teil auch über das Blutsystem. Und drittens gibt es Medikamente, die als Tablette eingegeben werden, also von innen heraus gegen die Parasitosen wirken."

"Ich nehme meistens die Variante mit den Tabletten. Das funktioniert ziemlich gut, hält zwischen sechs bis acht Wochen an. Wenn ich dann sehe, der Hund kratzt sich oder im Sommer hat er eine Zecke, behandele ich ihn nach."

Präparate gegen Hautparasiten sind, je nach Mittel, zwischen einem Monat und sieben oder acht Monaten wirksam. Einige helfen nur gegen Flöhe, nicht gegen Zecken, und es kann manchmal zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen. Der Tierarzt hilft, das richtige Medikament für Hund oder Katze auszusuchen. Spulwurm, Hakenwurm, alle Arten von Bandwürmern und Einzeller - neben den Hautparasiten müssen Haustiere auch vor den Erregern geschützt werden, die in den Körper eindringen.

"Diese Infekte sind aufgrund der engen Populationsdichte unabhängig von der Witterungslage übers ganze Jahr zu betrachten. Vom Prinzip würde ich jedem empfehlen, seine Entwurmungsroutinen ernst zu nehmen oder den Aufwand zu treiben, Kotuntersuchungen durch den Tierarzt durchführen zu lassen."

Mittelmeererkrankungen sind großes Problem geworden

Würmer werden mit dem Kot ausgeschieden, können aber auch im Fell hängenbleiben. Und wo ein Floh am Hund gefunden wird, sind zehn weitere in der Umgebung, so die Faustregel von Kay Opiela. Hunde- und Katzenkorb, Kissen und Decken müssen also gründlich gereinigt werden. Wer mit seinem Hund in Richtung Süden verreisen möchte, sollte sich beizeiten vom Tierarzt beraten lassen. Die sogenannten Mittelmeererkrankungen sind mittlerweile zu einem ernsten Problem geworden. Dazu zählen schwere Erkrankungen wie Babesiose oder Leishmaniose.

"In der Planung der Urlaubsreise mit Haustieren sollte nicht nur der Impfpass und die Tollwutimpfung und der EU-Ausweis geprüft werden, sondern hier gehört es dazu, sich beraten zu lassen, je nach Land, welche prophylaktischen Maßnahmen die Mittelmeererkrankungen - das sind übertragbare Erkrankungen, die vor allem in den Mittelmeeranrainerländern übertragen werden - man dort macht."

Auch gegen diese Erkrankungen gibt es Tabletten und Präparate, die in den Nacken des Hundes oder auf seine Schwanzwurzel geträufelt werden. Es ist ratsam, ein bis zwei Tage vor Reisebeginn mit der Behandlung einzusetzen. Das verhindert, dass Hunde, die mit in die Ferien genommen fahren, schwer krank werden oder später Erkrankungen übertragen, die in Deutschland bisher noch kaum vorkommen. Zecken, Mücken oder Einzeller, die die verschiedenen Reisekrankheiten verbreiten können, sind allerdings bei uns zum Teil schon heimisch.  

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