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Passender Termin

Sportausschusssitzung zur Dopingstudie ohne DOSB-Präsident Bach

Die Studie "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" wird am 2. September das Thema einer Sondersitzung des Sportausschusses im Deutschen Bundestag in Berlin sein. Ursprünglich sollte es der 29. August sein. Durch den neuen Terminwird Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DSOB), nicht an der Sitzung teilnehmen.

Von Patrick Wellinski

Weilt im September bereits beim IOC: Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach. (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)
Weilt im September bereits beim IOC: Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach. (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)

Es sei sehr schade, betonte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses, dass DOSB-Präsident Thomas Bach nun doch nicht an der Sondersitzung am zweiten September teilnehmen werde. Dabei sei seine Anwesenheit eigentlich erforderlich, sagte die SPD-Politikerin. Nicht nur für sie, auch für kritische Beobachter, ist die Abwesenheit von Thomas Bach ein Ärgernis. Schließlich ist Bachs eigene Rolle im Prozess der Dopingaufarbeitung noch lange nicht geklärt.
Schade, aber nicht zu ändern, fasst wiederum das FDP-Sportausschuss-Mitglied Lutz Knopek die Faktenlage um die Abwesenheit von Thomas Bach zusammen.

"Es wäre schön, wenn das so gewesen wäre nur wenn man jetzt sehr spontan und kurzfristig versucht auf die Beine zu stellen, muss man akzeptieren, dass man dann vielleicht nicht alles so hinkriegt, wie man es gerne gehabt hätte."

Ursprünglich hätte die Sondersitzung des Bundesausschusses bereits Ende August in Berlin stattfinden sollen. Ein Termin, den Thomas Bach eventuell hätte wahrnehmen können. Doch auch das hält Lutz Knopek für unwahrscheinlich.

"Ich habe die Terminverhandlungen nicht geführt. Aber ich befürchte mal, dass so kurzfristig vielleicht auch der 29. August für ihn nicht möglich gewesen wäre. Aber ich bin mir aber sicher, dass der DOSB hochranging und kompetent vertreten sein wird."

Was sich nach einer bürokratischen Debatte über volle und weniger volle Terminkalender anhört, könnte durchaus einen politischen Hintergrund haben. Denn wie im Vorfeld bekannt geworden ist, haben Sportausschussmitglieder sowohl der CDU/CSU-Fraktion als auch der FDP mit einem Schreiben mitgeteilt, dass sie den 29. August als Termin ablehnen. Die Begründung: Viele Mitglieder des Ausschusses könnten zu dieser Zeit nicht an der Sitzung teilnehmen. Eine nachvollziehbare Begründung, die auch die Vorsitzende Freitag bestätigt. Allerdings habe die FDP vornherein auf einen früheren Termin gedrängt.

Im Hintergrund wird gemutmaßt, dass das FDP-Mitglied Thomas Bach seine Parteikollegen, um eine Verschiebung der Sitzung in den September gebeten hat. Damit er mit einer guten Entschuldigung unbequemen Fragen entgeht. Derartige Spekulationen kann Lutz Knopek nicht bestätigten und weist sie zurück:

"Also mir persönlich wären alle Termine recht gewesen, also auch allen drei Sportpolitikern aus der FDP-Fraktion. Und wir haben keinen Zweifel daran gelassen, dass uns der 29. August genauso recht gewesen wäre. Mir persönlich wäre er sogar ein Stück weit lieber gewesen."

Derzeit steht also nur folgendes fest: Am 2. September, wenn im Bundestag der Sportausschuss, tagen wird, wird Bach auf seinem Weg nach Buenos Aires sein, wo zwei Tage später sich die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees trifft, um unter anderem die anstehende Vollversammlung vorzubereiten. Auf der wird dann ein neuer IOC-Präsident gewählt. Größter Favorit: Fecht-Olympiasieger Thomas Bach.

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