Forschung aktuell / Archiv /

Patente Entscheidung

BGH urteilt im Stammzellenstreit zu aller Zufriedenheit

Michael Lange im Gespräch mit Ralf Krauter

Professor Oliver Brüstle
Professor Oliver Brüstle (Michael Lange)

Im jahrelangen Streit um ein Patent des Bonner Stammzellforschers Oliver Brüstle hat der Bundesgerichtshof nun ein salomonisches Urteil gefällt: Patente auf menschliche embryonale Stammzellen sind nicht zulässig, wenn für sie Embryonen zerstört wurden. Ansonsten ist Forschung mit Stammzellen aber prinzipiell patentierbar.

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam. Das galt sicher auch für die Entscheidung über ein Patent zur Stammzellenforschung, das der Bonner Mediziner und Stammzellenforscher Oliver Brüstle vor fast 15 Jahren beantragt hatte - und 1999 zunächst auch erhalten hatte. Greenpeace legte Einspruch ein, es ging hin und her, und vor einem Jahr entschied der Europäische Gerichtshof in letzter Instanz, dass das Patent des Stammzellenforschers nicht gültig ist, da es gegen die guten Sitten verstößt.

Gestern nun musste der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Entscheidung der europäischen Richter in deutsches Recht umsetzen. Und nun jubeln beide Seiten. Der Embryonenschutz wurde gesichert und die Forschung mit Stammzellen ist prinzipiell patentierbar.

Wissenschaftsjournalist Michael Lange verfolgt seit vielen Jahren den juristischen Streit um das Brüstle-Patent. Im Gespräch mit Ralf Krauter erläutert er, warum das Urteil beide Seiten zufriedenstellt.

Den vollständigen Beitrag können Sie für mindestens fünf Monate nach der Sendung in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Forschung Aktuell

InternetverwaltungEine Neuordnung der Aufsicht übers Internet steht an

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl, auf dessen Rückenlehne "Internet here!" steht, neben ihm ein identischer Stuhl und ein Computerbildschirm

Auf der NETmundial-Konferenz im brasilianischen Sao Paulo diskutieren Regierungsvertreter, zivilgesellschaftliche Gruppen, Techniker, Wirtschaftsverbände und Wissenschaftler, wer künftig das Internet regieren soll. Auf dem Treffen der Internetverwaltung ICANN Ende März war man noch ergebnislos auseinandergegangen.

EvolutionHaie sind offenbar keine lebenden Fossilien

Schwarzspitzenhaie im Sea Life Centre des Linnanmäki-Vergnügungsparks in Helsinki in Finnland

Der Ginkgo-Baum, der Pfeilschwanzkrebs oder der Quastenflosser: Sie alle gelten als lebende Fossilien, weil sie sich über Millionen Jahre kaum verändert haben. Auch Haie zählten bislang zu dieser Gruppe. Eine aktuelle Studie bringt diese Meinung ins Wanken.

FukushimaStrahlung auf dem Weg

Eine Mann steht am Pazifikstrand von Carmel in Kalifornien.

An der nordamerikanischen Pazifikküste fragen sich viele Menschen besorgt: Haben die 2011 bei den Atomunfällen von Fukushima freigesetzten Radionuklide den Ozean überquert und die USA erreicht? Ozeanforscher sammeln deshalb sorgfältig Daten, auch mit Unterstützung der Bürger.